Bullen auf Angriff gebürstet

Nachdem man im High-Speed Tempel von Monza chancenlos war, möchten man im Hause Red Bull beim Nachtrennen von Singapur zurückschlagen

Bis auf den Ungarn Grand Prix hat Red Bull Racing heuer jedes dritte Rennen gewonnen. In Shanghai siegte Daniel Ricciardo, in Monaco auch, und in Österreich stand Max Verstappen ganz oben am Podest. Am Hungaroring hätte es vom Speed her wohl auch für die Bullen gereicht, aber leider musste RIcciardo – der die schnellste Runde drehte – von P12 starten, und Verstappen schied schon früh mit Power Loss aus. Singapur ist wieder so ein „drittes“ Rennen – nach Belgien und Italien. Und die Chancen für die Österreicher stehen nicht schlecht.

Aussie mit Topbilanz

Nach zwei defektbedingten Ausfällen in Serie ist besonders Ricciardo heiß wieder anzugreifen. In seinen bisherigen vier Einsätzen für Red Bull auf dem Marina Bay Circuit hat der 29-Jährige ebenso viele Stockerl eingefahren. 2014 war der Aussie Dritter, 2015, 2016 und 2017 immer Zweiter. „Es ist jetzt mal wirklich an der Zeit, dass ich das verdammte Ding gewinne,“ grinst er schelmisch. „Ich liebe Stadtkurse und hier auch noch in der Nacht zu fahren, ist schon geil.“ Einen besonderen Vorteil sieht Ricciardo beim härtesten Rennen der Saison in seiner Fitness. „Ich bin absolut topfit und blühe in der Hitze richtig auf. Aus dem Schmerz beim ersten Rennen hier wurde über die Jahre Freude. Ich habe gelernt, die Herausforderung Singapur zu lieben.“

Max will mehr

2015 war Verstappen im Stadtstaat Achter, 2016 Sechster. Im Vorjahr hatte er sich viel vorgenommen, stand in der ersten Startreihe, wurde aber dann vom Ferrari-Duo Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ins Sandwich genommen. Aus vor der ersten Kurve. „Letztes Jahr ist abgehakt. Nun freue ich mich auf nächstes Wochenende, denn alle im Team wissen, dass wir in Singapur eine gute Chance auf ein Topresultat haben.“ Der Niederländer war sogar in Monza auf Podiumskurs, wurde aber nach einer Fünf-Sekunden-Strafe nur Fünfter. „Das war natürlich sehr ärgerlich, aber ich schaue nach vorne. Ich genieße es sehr, in Singapur unterwegs zu sein. Die vielen Kurven und die Bodenwellen machen die Suche nach der richtigen Abstimmung noch interessanter. Dass es ein Nachtrennen ist, bei hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit, bringt dich als Fahrer ans Limit.“

Ocon kein Thema

Während sich seine Piloten auf das Nightrace vorbereiten, ist Red Bull Racing Teamchef Christian Horner damit beschäftigt, die zahlreichen Gerüchte um die Nachfolge von Pierre Gasly bei Toro Rosso zu kommentieren. Zuletzt wurde Mercedes-Junior Esteban Ocon von der internationalen Presse ins Cockpit der „Schwesterbullen“ geschrieben, da der Franzose seinen Sitz bei Racing Point Force India an Lance Stroll verlieren wird. „Es ist schon verrückt, dass so ein toller Fahrer wie Ocon nächstes Jahr möglicherweise gar nicht dabei sein wird. Wäre er vertraglich nicht an Mercedes gebunden, wäre er sicher ein Thema für Toro Rosso. Aber unter diesen Umständen ist das auszuschließen“, so Horner. Gasly wird den Platz von Ricciardo bei Red Bull Racing übernehmen, da der Australier zu Renault wechselt.

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