Sebastian Vettel hat sich über die falsche Strategie seines Teams in Monza beschwert. Aber anscheinend hat er nicht bemerkt, dass es die richtige war.
Der Weltmeister kommt mit dem RB10 einfach nicht zugange. Egal welches Chassis, egal welches Setup, sein Teamkollege Daniel Ricciardo scheint immer schneller zu sein. Der Deutsche konnte den ewig-strahlenden Neuzugang nur in Malaysia und Deutschland schlagen und hat in der WM 60 Punkte Rückstand auf den Australier.
In Monza startete Super Seb vom wenig „superen“ 8. Platz konnte sich aber Dank eines guten Starts bis auf P4 nach vorne kämpfen. Der 27-Jährige zollte dann seinen abbauenden Reifen Tribut und wurde sowohl von Valtteri Bottas als auch von Ricciardo noch überholt.
Vettel glaubt immer noch daran, dass „wir strategietechnisch probiert haben, aggressiv zu sein. Wir wussten nicht, ob die 35 Runden zu viel sind – im Endeffekt war es zu viel. Irgendetwas stimmt dieses Jahr noch nicht. Ich rutsche mehr rum, als das rauszuziehen, was im Auto steckt.“
Was er – zumindest nach außen – nicht in Betracht zog, war dass es immer der Plan des Kommandostandes war, Ricciardo, wenn die Möglichkeit besteht, noch an ihm vorbei zu lotsen. Der Aussie ist Red Bulls einzige, wenn auch nur theoretische, Chance auf eine Titelverteidigung und der Zeitpunkt sich festzulegen ist längst da.
Wie sagte Mark Webber so schön – „Seb hat heuer wohl mein Auto“. Und in diesem Satz steckt noch weit mehr Wahrheit als es zunächst scheint. Vettel wird nun zum Wasserträger für Ricciardo, denn der Neuzugang muckt bereits auf und meinte: „Natürlich würde ich gerne immer schneller sein und keine Teamorder brauchen. Aber die nächsten paar Strecken sind perfekt für uns und wenn wir Mercedes noch angreifen und um den Titel mitkämpfen wollen, dann wird es sicher Teamorder geben.“
Damit ist wohl alles gesagt. Und auch völlig klar, wieso Vettel in Monza das Versuchskaninchen spielen musste. So schnell ändern sich in der Formel 1 die Vorzeichen…..
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