Silberner Überraschungssieg

Entgegen allen Erwartungen schnappte Lewis Hamilton den Hausherren von Ferrari den Sieg im königlichen Park von Monza weg und baute die WM-Führung aus

Zum fünften Mal krönte sich Lewis Hamilton zum Sieger von Monza, allerdings dem wohl bisher überraschendsten. Der Brite war im Qualifying gegen die beiden Ferraris chancenlos, erwischte aber einen tollen Start und zog in der zweiten Schikane an WM-Rivale Sebastian Vettel vorbei. Der Deutsche drehte sich und fiel bis ans Ende des Feldes zurück. Hamilton hingegen blieb immer in Schlagdistanz zu Rennleader Kimi Räikkönen. Als die Reifen des Ferrari-Piloten nach dem Boxenstopp früher nachließen als jene am Mercedes, zog Hamilton eiskalt vorbei und brachte Platz 1 ins Ziel. „Ich möchte zuerst mal Ferrari gratulieren, denn sie haben einen Topjob gemacht und waren ein extrem harter Gegner. Natürlich muss ich mich auch bei Valtteri bedanken, der Kimi lange in Schach hielt“, strahlte Hamilton.

Wichtiger Erfolg

Es war das erste Mal seit Rubens Barrichello 2009, dass ein Pilot den GP von Italien nicht aus der ersten Reihe gewann. Mit diesem Erfolg baute Hamilton seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 30 Zähler bei noch sieben ausstehenden Rennen aus. „Ausschlaggebend war sicher der Dreher von Sebastian, der ihn zurückwarf. Das war aber Racing, wie es sein soll. Viel Dank gilt aber auch Valtteri für seine Topleistung. Ferrari ist aber im Moment das schnellere Auto und wir müssen in Singapur Schadensbegrenzung betreiben,“ relativiert Teamchef Toto Wolff. Das Nachtrennen in Südostasien mit seinen vielen engen Passagen und 90 Grad Kurven gilt generell als Achillesferse für den Mercedes Rennwagen. Dementsprechend erwartet man sich hier im Lager der Silbernen keinen großen Punktezuwachs.

Rot geknickt

„Ich wäre schnell genug gewesen, um vor Lewis zu bleiben. Aber meine Reifen haben einfach nicht gehalten und es war dann unmöglich ihn zu halten“, war Räikkönen sichtlich enttäuscht. „Es ist wirklich sehr schade, denn ich habe alles probiert um unseren Fans einen Sieg zu schenken. Es tut mir echt leid!“ Der Finne lag auch nach seinem Reifenwechsel in Front, aber Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas blieb länger draußen und bremste seinen Landsmann so ein. „Mercedes hat heute einfach einen besseren Job gemacht als wir. Dass sie Bottas als Bremsklotz verwenden würden, wussten wir. Das ist normal“, wusste Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene. „Aus meiner Sicht hatte ich keinen Platz mehr und wurde eingekeilt. Es war halt bitter“, so Vettel.

Bullen geschlagen

Fast erwartungsgemäß hatten die Red Bull Piloten nichts mit dem Sieg zu tun, aber am Ende ging auch der Podestplatz flöten. Für Daniel Ricciardo, der aufgrund eines Motorwechsels von ganz hinten starten musste, war die Reise bald zu Ende, denn sein SPEC 3 Aggregat gab in Runde 24 schon den Geist auf. Deutlich besser sah es lange für Stallgefährte Max Verstappen aus. Der Niederländer fightete wie ein Löwe und war am Weg aufs Stockerl. Doch wenige Runden vor Schluss übertrieb er wieder einmal im Zweikampf und rempelte den heranstürmenden Bottas von der Piste. Durch die Fünf-Sekunden-Strafe verlor er sogar noch Rang 4 an Vettel.

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