Die Zeichen, dass der ehemalige Spitzenfahrer Robert Kubica bald bei Renault F1 im Cockpit sitzen könnte, verdichten sich. Formelaustria analysiert
In seinem „vorigen Formel 1 Leben“ hat Robert Kubica bewiesen, dass er ein absoluter Topfahrer ist. Der Pole war 2008 WM 4., hat in unterlegenem Material ein Rennen gewonnen, eine Pole und 11 weitere Podien eingefahren. Wie sagte Gerhard Berger einst: „Kubica ist ein Killer, wie ich in der Formel 1 noch selten einen gesehen habe. Der fährt aus den Boxen raus und ist sofort superschnell. Das schaffe nur sehr wenige Fahrer.“ Doch seit seinem bösen Rallye-Unfall, als er sich eine schwere Handverletzung sowie zahlreiche Arm- und Beinbrüche zuzog, war die Formel 1 außer Reichweite. Bis Renault Ende letzten Jahres auf ihn zukam und mit ihm zunächst als Dank für frühere Erfolge einen Formel 1 Test vereinbarte. Aus diesem ursprünglich harmlosen Wiedersehen reifte mittlerweile ein ausgeklügelter Notfallplan.
Warum riskiert Renault diesen Weg?
Das französische Werksteam muss vorankommen, und das möglichst rasch, damit der Mutterkonzern das Projekt nicht einstampft. Man hat gesehen, welche enormen Fortschritte man durch die Verpflichtung von Topmann Nico Hülkenberg gemacht hat. Aber sein Teamkollege Jolyon Palmer kommt einfach nicht in die Gänge. Das muss nichts mit seinem Können zu tun haben, denn immerhin hat der Brite souverän die damalige GP2 gewonnen. Es kann sein, dass ihm der RS17 einfach nicht liegt. Daher ist man bei den Gelben gezwungen zu reagieren. Ein Kandidat wäre Carlos Sainz jr., der sich letztlich eine Ausstiegsklausel bei Toro Rosso erstritten hat. Aber mehr Qualität als Sainz hatte Kubica definitiv. Zudem verfügt er über viel Erfahrung und kann ein Auto entwickeln. Sainz hingegen ist ein Toptalent, aber sehr ungestüm und heißblütig. Er wäre bei einem Topteam, das nicht im Aufbau ist, wie z.B. als Nummer 2 bei der Scuderia Ferrari, besser aufgehoben. Bei Renault ist harte, akribische Arbeit gefragt. Und da ist ein Tüftler wie Kubica wertvoller als ein Naturtalent wie Sainz.
Ist Kubica bereit?
Renault hat den 32-Jährigen auf der Rennstrecke von Paul Ricard bei Le Castellet, wo 2018 der Frankreich GP seine Rückkehr feiern wird, knapp 100 Runden abspulen lassen. Probleme gab es dabei keine. Die Frage ist letztendlich, welche Pace hat er heute – was bislang nur Renault weiß – und hält er wirklich körperlich durch. In wenigen Tagen wird der Ex-BMW Sauber Star wieder testen und diesmal wirklich auf Zeitenjagd gehen. Das Team muss wissen, ob er noch die Pace hat, um im Renneinsatz, wenn es gegen die besten Piloten der Welt geht, seinen Mann stellen kann. Kubica beteuert, dass er die Schwächen des rechten Arms mit dem linken kompensieren könne. „Ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Ich habe einen langen Weg hinter mir, aber viele Zweifel über meine Fähigkeiten sind nach diesen beiden Tests verflogen.“ Renault F1 Teamchef Cyril Abiteboul beschreibt Kubica als „Beißer“, der „alles tut, um wieder zurückzukommen. Noch ist nichts fix, aber wir wissen nun, dass Robert den Speed und die körperliche Fitness hat, um auch in der heutigen Formel 1 vorne dabei zu sein.“
Ungeachtet dessen, ob das „Kubica Experiment“ nun in einem Comeback des Polen endet oder nicht. Die PR & Marketingabteilungen von Renault F1 freuen sich allemal über die enorme Aufmerksamkeit der letzten Wochen über ein (noch) Mittelklasse-Team.
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