Montezemolo hätte Antonelli statt Hamilton geholt

„Dieser Mannschaft mangelt es zeitweise an einer Führungspersönlichkeit, an Leitung im weitesten Sinne. Ich vermisse bei Ferrari die Leidenschaft, für die es einst berühmt war, ich sehe ein Team ohne Seele,“ polterte Luca di Montezemolo im italienischen Fernsehen.

Das hat gesessen. Der ehemalige Ferrari-Präsident, der seine Laufbahn bei den Roten als Rennleiter bei der Scuderia in der Saison 1974 mit Niki Lauda und Clay Regazzoni so richtig begann, ist „traurig. Denn Ferrari steht doch für Passion, Ferrari arbeitet Tag und Nacht, Ferrari gibt niemals auf.“

Als wahrer Tifoso ist Montezemolo aber „auch wütend, weil ich gehofft hatte, dass wir dieses Jahr zumindest von Anfang an ein wirklich konkurrenzfähiges Auto sehen würden. Ich kann nur hoffen, dass wir früher oder später wieder ein Auto ganz vorne sehen. Darum geht es letztlich.“

Anders als der jetzige starke Mann bei Ferrari, Präsident Jon Elkann, hätte Montezemolo Lewis Hamilton nicht verpflichtet: „Okay, Lewis ist ein prima Kerl. Ihm muss klar sein, dass dies wohl seine letzte Chance ist. Er ist zu Ferrari gekommen, um in Rot zu gewinnen und seine Karriere mit dem krönenden Titel zu beenden. Aber wir sehen – sich auf eine neue Arbeitsweise einstellen, ist nicht leicht. Und sein grösstes Problem derzeit besteht darin, dass er kein Auto hat, mit dem er Weltmeister werden kann.“

Anstelle des 40-jährigen Rekordweltmeisters hätte der Italiener viel lieber seinen Landsmann Andrea Kimi Antonelli in Maranello gesehen. „Kimi ist ein erstklassiger Junge. In seinem ersten Formel-1-Jahr macht er nur wenige Fehler und ist wirklich schnell. Ich sehe, wie prächtig er sich entwickelt. Ich bedaure wirklich sehr, dass Kimi bei Mercedes gelandet ist. Ich hätte ihn zwei Jahre in die Lehre geschickt bei einem kleineren Team und ihn dann zu Ferrari geholt.“

 

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