Mit Vollgas durch die Ardennen

  spa_francorchamps_aerialSpa-Francorchamps ist eine der gefährlichsten, aber auch eine der schönsten und Rennstrecken im Motorsport. Der Hochgeschwindigkeits-Asphalt-Streifen in den belgischen Ardennen sollte Mercedes und Williams helfen

Ursprünglich verlief der Kurs auf öffentlichen Straßen und nahm einen 15km Dreiecks-Verlauf zwischen den Städten Spa, Malmedy und Stavelot. Das erste Autorennen fand 1922 statt, das heutige Layout stammt zum Großteil von 1979 bis 1981. Trotz seiner Beliebtheit bei Fahrern und Fans hat Spa immer wieder Probleme aufgrund fehlender Mittel. 2003 fiel das Rennen aus dem Kalender, als die belgische Abgeordnetenkammer einen Vorschlag zur Änderung des neuen Anti-Tabak-Werberechts ablehnte. 2005 scheiterte ein Versuch den Grand Prix durch Luxemburger Investoren zu finanzieren und 2010 konnte Streckenchef Etienne Davignon einen Zwei-Jahres-Rhythmus mit dem ebenfalls klammen Nürburgring nicht umsetzen. Erst 2012 stabilisierte die wallonische Regierung die Situation indem man einen mehrjährigen Vertrag mit Bernie Ecclestone unterzeichnete.

2441074211_9fd2d5559dViel Tradition

Die Fahrer lieben den Kurs, weil er ganz anders als die heutigen Reißbrett-Strecken ist. Spa ist faszinierend, schnell, aber auch gefährlich. Hier gewannen immer nur die Besten der Besten: Seit 1985 waren Felipe Massa und David Coulthard – beide Vizemeister 2008 bzw. 2001 – die einzigen nicht-Weltmeister die in Belgien triumphierten. Die Siegerliste umfasst Ayrton Senna, Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill, Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton, Jenson Button und Sebastian Vettel. Nicht weniger als 47 Fahrer haben ihr Leben in den Ardennen in den letzten neun Dekaden verloren, darunter auch das deutsche Supertalent Stefan Bellof. Besonders das alte Layout wurde noch von Bäumen, Strommasten, Bauernhöfen und anderen Hindernissen gesäumt. Vor 1970 gab es keine großen Sicherheitsmaßnahmen abgesehen von ein paar Strohballen. 1969 wurde der Grand Prix von Belgien von den Piloten wegen der extremen Gefahr sogar boykottiert, was zum Umbau führte. Bernd Schneider, Jacques Villeneuve, Alex Zanardi, Ricardo Zonta, und auch Sebastian Vettel hatten bei ihren Abflügen in der berüchtigten Eau Rouge Glück. Großen Anteil an den Crashes hatte auch immer das unvorhersehbare Wetter, denn mitten im Sommer sind starke Regenfälle mit Hagel oder dicke Nebelschwaden in verschiedenen Abschnitten der Piste nichts Ungewöhnliches.

Perfekt für Mercedes Power

In der Saison 2014 sollte Spa-Francorchamps eine der Lieblingsstrecken für alle Fahrer mit Mercedes-Motoren sein. Denn es gibt zahlreiche Streckenabschnitte, wo schiere Power gefragt ist. Dementsprechend darf man die beiden Mercedes, aber auch die Williams-Raketen vorne erwarten. Auch Force India, das ebenso einen Benz im Heck hat, schlug sich in Belgien immer hervorragend. Sollte das Wetter sonnig und trocken bleiben, wird es für Titelverteidiger Sebastian Vettel und sein Red Bull Racing Team wohl ein Wochenende zum Vergessen.

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