Krönender Abschluss

Lewis Hamilton gewinnt auch zum Saisonabschluss in Abu Dhabi vor Vettel und Verstappen, Hülkenberg überschlägt sich

Hamilton ließ auch in Abu Dhabi nichts anbrennen, gewann den Start und nutzte eine Virtual Safety Car Phase für einen frühen Boxenstopp. Danach spulte er wie ein Schweizer Uhrwerk seine Runden ab und landete zum elften Mal in dieser Saison am obersten Treppchen. „Ich war mir nicht sicher, ob die Reifen so lange halten werden, aber unsere Ingenieure haben wieder einmal alles perfekt berechnet“, strahlte der fünffache Champion. WM-Rivale, Ferrari-Star Sebastian Vettel, erhielt vom Briten großes Lob: „Es ist eine Freude, gegen einen Mann wie Sebastian zu fahren. Er ist ein ehrlicher, harter Fahrer und hat einen tollen Job gemacht. Jeder von uns gibt das Beste, es wird jedes Jahr schwieriger.“ Einen Mercedes-Doppelsieg verschenkte Teamkollege Valtteri Bottas, bei dem im zweiten Stint nichts mehr zusammenlief. Zunächst wurde er von Vettel geschnupft und in der Folge zogen auch Verstappen und Ricciardo an ihm vorbei.

Ferrari wieder geschlagen

Für Vettel, der wegen Problemen beim Reifenstopp mit dem linken Hinterrad viel Zeit verlor, blieb wieder einmal nur Platz 2 hinter dem britischen Dominator. „Ich habe bis zum Schluss alles versucht, aber es reichte nicht. Ein wenig mehr Rad an Rad hätte es schon sein dürfen“, so der Heppenheimer, der Hamilton neidlos gratulierte. „Lewis ist ein verdienter Weltmeister. Er war dieses Jahr der Bessere.“ In seinem letzten Grand Prix für Ferrari musste Kimi Räikkönen seinen Boliden vorzeitig abstellen. „Ich hatte einfach keine Power mehr“, so der Finne, der wenig später mit seiner Frau Minttu stattdessen ein Bier im Motorhome genoss. Dennoch haben die Ferien für Kimi noch nicht begonnen – er wurde WM-Dritter und muss bei der FIA Gala im russischen St. Petersburg seine Trophäe abholen.

Bullen mit versöhnlichem Abschied

Bei Red Bull Racing kann man mit dem Abschied vom Renault-Motor zufrieden sein: Max Verstappen fuhr nach schlechtem Start aufs Podium und Daniel Ricciardo, der lange Zeit führte, wurde noch Vierter. Der Niederländer versemmelte den Start völlig und fiel auf Rang zehn zurück. Danach startete wieder einmal eine Aufholjagd und raste noch aufs Stockerl. „Max ist ein Instinktfahrer. Für ihn ging es nicht um eine Meisterschaft, sondern um das einzelne Rennen. Daher hat er voll riskiert und es ging auf“, so Teamchef Christian Horner. Indes trauerte Ricciardo dem verpassten Podestplatz nach: „Ein weiteres Podium wäre schön gewesen. P4 haut mich nicht vom Hocker und außerdem hätte ich gerne aus meinem Schuh getrunken. Aber der Abend ist ja noch jung …“

Heftiger Abflug von Hülkenberg

Gleich zum Auftakt des Rennens, noch vor Ende von Runde 1, sorgte Nico Hülkenberg für eine Safety-Car-Phase. „Hülk“ fuhr in einer Rechtskurve mit dem rechten Hinterrad über das linke Vorderrad von Romain Grosjean und sein Renault hob ab wie eine Rakete. Der Wagen des Deutschen überschlug sich mehrere Male und landete kopfüber auf der Streckenbegrenzung. Zum Glück konnte Hülkenberg unverletzt aussteigen. „Es war ein normaler Rennunfall. Ich dachte, Romain wäre von der Strecke gefahren, und ich hätte die Kurve für mich. Aber er war noch da. Der Überschlag hat böser ausgesehen als er war. Ich hing drin wie eine Kuh. Aber mir tut Nichts weh, außer dass das Rennen so früh zu Ende war.“

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