Der Nürburgring hat nach langen, zähen Verhandlungen wieder einen neuen Eigentümer
Der russische Milliardär Viktor Charitonin kauft sich anstelle des angeschlagenen Automobilzulieferers Capricorn bei der Rennstrecke ein. Der Großaktionär und Aufsichtsratschef des Unternehmens Pharmstandard hat sich über eine zwischengeschaltete Holding eingekauft.
Der 41 Jahre alte Russe gründete das Unternehmen 2003 gemeinsam mit Roman Abramowitsch und ist inzwischen der größte Arzneimittelhersteller in Russland. Sein Vermögen wird auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. Charitonin residiert meist in seiner Londoner Luxuswohnhaus Hyde Park One, ist Oldtimerfan und fuhr heuer die Rallye Mille Miglia in einem Mercedes 500 K von 1935.
Robertino Wild, Chef des Düsseldorfer Eigners, hatte die zweite Rate von fünf Millionen Euro nicht aufbringen können und musste daher seine Anteile von zwei Dritteln an der „Capricorn Nürburgring Besitzgesellschaft mbH“ an einen Treuhänder abtreten. Hintergrund war, dass Wilds Kunstsammlung, die als Sicherheit für einen Zahlungsaufschub dienen sollte, schon verpfändet war. Dem Vernehmen nach hat Charitonin sowohl die zweite als auch bereits die erst im Dezember fällige dritte Rate bezahlt.
Die Nürburgring-Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt hatten im März Capricorn und Mitinvestor Getspeed den Zuschlag für 77 Millionen Euro gegeben. Sie haben nun den „Einstieg der NR Holding AG, an der unter anderem der russische Unternehmer Viktor Charitonin beteiligt ist“ als „Wechsel auf der Gesellschafterebene“ bestätigt. Das operative Geschäft und das Management am Nürburgring seien davon nicht betroffen.
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