Pirellis Erklärung: Darum hatte Räikkönen größte Probleme mit den Reifen

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, der in Monza von der Pole Position aus ins Rennen ging, war am Ende nicht siegfähig – Grund dafür war starke Blasenbildung an seinen Reifen. Laut Reifenhersteller Pirelli sei dies auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen.

Bereits am Freitag im Freien Training begann das Rätselraten: Die erste Session war stark vom Regen beeinflusst, wodurch die Teams nicht ausreichend Longrun-Daten sammeln konnten. Dadurch musste man umso mehr Arbeit in die zweite Sitzung packen, die jedoch durch den schweren Unfall von Sauber-Pilot Marcus Ericsson ebenfalls um 20 Minuten verkürzt war.

Für die Teams bedeutete das schließlich, dass sie ihre Daten für die Longruns aus lediglich 10 Runden Distanz sammeln konnten, was zu wenig ist, um zu verstehen, wie sich der Reifen über die Renndistanz verhalten wird. Pirelli-Manager Mario Isola erklärt: „Der längste Run ging über zehn Runden, also versucht man vorherzusagen, was passieren wird. Aber das ist nicht linear.“

Doch warum hatte Kimi mehr mit dem sogenannten „Blistering“ zu kämpfen, als alle anderen Fahrer? Der Pole-Mann hatte es mit gewissen Umständen zu tun, die auf andere Piloten nicht zutrafen. Zunächst musste er nach seinem Boxenstopp härter und länger pushen, um nicht von Hamilton durch einen Overcut überholt zu werden. Im späteren Rennverlauf hing er dann hinter dessen Teamkollegen Valtteri Bottas fest, verlor dabei Abtrieb und rutschte mehr, was die Blasenbildung letztlich verursacht hat.

„Der Soft-Reifen ist anfälliger für Blasenbildung, weil der Verschleiß so gering ist“, sagt der Pirelli-Manager. „Bei geringem Verschleiß werden hohe Temperaturen in der Mischung generiert, was Blasenbildung verursacht.“ Auch das Hinterherfahren hinter Bottas wäre auf dem Supersoft nicht so tragisch gewesen, da dieser mehr Grip aufweist, wodurch Räikkönen weniger gerutscht wäre. „Und wenn der Reifen am Anfang neu ist, und du pushst, dann hast du noch mehr Gummi, und der Effekt wird verstärkt“, so Isola.

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