Im Mai startet Europas Top Tourenwagenrennserie in ihre nächste Auflage. Formelaustria.at bietet hier die umfassende Vorschau
Testfahrten in Vallelunga
Vom 1. bis 3. März testeten die drei Hersteller (Audi Sport, Mercedes AMG und BMW Motorsport) ihre neuen Boliden auf dem Autodromo Vallelunga außerhalb Roms. Für Audi waren der amtierende DTM Champion Rene Rast und Jamie Green im Einsatz. Beide sollen nach dem Abschied von Mattias Ekström die neuen Aushängeschilder der Ingolstädter werden. Im neuen BMW M4 DTM nahm Marco Wittmann Platz, Rookie Philipp Eng war als Ersatzfahrer vor Ort und schnupperte erstmals offiziell rein. Mit gleich drei Piloten war Mercedes vor Ort: Neben Routinier Gary Paffett waren Lucas Auer und DTM-Rückkehrer Pascal Wehrlein dabei. Bei Regen- und Schneefall konnten die Teams nicht die gewünschten Testkilometer abspulen. Am Freitag absolvierte Paffett 119 Runden für Mercedes, am Samstag kam Auer nur auf 14 Runden. Ein Crash des Tirolers beendete die Testfahrten für die Sterne vorzeitig, sodass Wehrlein nicht hinterm Steuer des C63 AMG saß. „Es war super und cool wieder in einem DTM-Auto zu sitzen. Leider war es nur sehr kurz, da ich einen Fehler gemacht und einen Unfall gebaut habe. Das tut mir leid für das Team und ganz besonders für Pascal. Aber jetzt blicke ich nach vorne und freue mich auf den nächsten Test“ so Auer. Auch Champion Rast war zufrieden: „Wir haben den reduzierten Abtrieb schon bei ersten virtuellen Tests im Simulator gespürt. Die Autos sind auf der Strecke noch anspruchsvoller zu fahren als bisher. Mir persönlich macht das viel Spaß, und den Zuschauern werden die sicherlich noch spannenderen Rennen auch gut gefallen.“
Neue Reglements
Wie die ITR mitteilte, war das Motto des neuen Reglements „besseres Racing durch weniger Abtrieb“. Auf der technischen Seite stand vor allem die Aerodynamik im Fokus. An der Front ist zukünftig nur noch ein Aero-Flick vorzufinden, der kürzer ist als letztes Jahr. Außerdem wurden der Seitenkanal vereinfacht, die Seitenplatte unter der Tür entfernt und weitere aerodynamische Anbauteile reduziert. Der Abtrieb sollte nun um ca. ein Drittel reduziert worden sein, was auf eine höhere Endgeschwindigkeit durch weniger Luftwiderstand bewirken sollte. Lineare Schraubfedern sollen dazu beitragen, dass die Boliden in den Kurven weniger stabil sind. Im sportlichen Bereich tut sich auch einiges: Das Mindestgewicht der Boliden wurde auf 1.115 Kilogramm verringert, das Mindestgewicht beträgt 1.031 kg. Das Motorenkontingent wurde ebenso wie die Anzahl der Mechaniker beim Boxenstopp erhöht. „Die in der DTM eingesetzten Motoren sind auf Maximallaufzeit konstruiert und wir wollten verhindern, dass die Motoren diese Laufzeitgrenze überschreiten. Die ITR hat heuer den Kalender von neun auf zehn Rennwochenenden aufgestockt. Da es in Brands Hatch nur eine zweitägige Veranstaltung gibt, das freie Training am Freitag fällt weg, reden wir von 400 bis 450 zusätzlichen Kilometern. Daher haben wir uns für den günstigsten Ansatz entschieden. Statt sieben gibt es nun auf die Saison gesehen acht Motoren für die jeweils sechs Autos, die straffrei untereinander getauscht werden können“, sagt DTM-Technikchef Michael Bernard. Der IndyCar Restart, die Kommunikation mittels Boxentafeln sowie die Erhöhung der Mindestmenge an Kraftstoff sind nun fester Bestandteil.
Neue Gesichter und Rückkehrer
Nach 16 Jahren ging eine Ära zu Ende, denn nachdem Mattias Ekström, DTM Champion 2004 und 2007, beim Saisonfinale 2017 den sichergeglaubten Titel aus der Hand gab, trat er Ende Januar aus der Rennserie zurück. Er möchte sich auf sein Rallycross Projekt konzentrieren. Mit dem Schweden verliert die DTM eines ihrer Gesichter und womöglich den bekanntesten und beliebtesten Fahrer im Fahrerlager. „Ekki“ zu ersetzen wird schwer und sein Nachfolger bei Audi, der Niederländer Robin Frijns, tritt in große Fußstapfen. Bei BMW Motorsport sind Maxime Martin und Tom Blomqvist nicht mehr dabei – Martin wechselte zu Aston Martin in die FIA WEC, während Blomqvist in die FIA Formula E ging. Als Ersatz holten die Bayern den Salzburger Philipp Eng und den Schweden Joel Eriksson. Für Eng geht ein Traum in Erfüllung, wie „Peng“ uns im exklusiven Interview mit Formelaustria.at wissen ließ. Bei Mercedes AMG DTM gibt es gleich zwei Rückkehrer: Pascal Wehrlein und Daniel Juncadella. Sie bekommen die Cockpits von Rob Wickens – der Kanadier ging in die IndyCar Series – und Maro Engel, der in der FIA Formula E und in der GT3 unterwegs sein wird. Wehrlein wurde mit Mercedes ja jüngster DTM Meister aller Zeiten, der Spanier Juncadella war bereits von 2013-2016 in der DTM.
Rennkalender: Comeback und doppelte Premiere?
Gerhard Berger und Co. ist beim Zusammenstellen des Rennkalenders der DTM Saison 2018 ein echter Wurf gelungen. Die Mischung zwischen alten, traditionellen Kursen und neuen Strecken ist perfekt. Insgesamt sind zehn Läufe geplant. Traditionell startet die Saison auf dem Hockenheimring, der zweite Lauf findet am Lausitzring statt. Die erste Auslandsstation ist der Hungaroring. Nach dem Saisonhighlight auf dem Norisring und den Rennen in Zandvoort kehrt die DTM nach fünf Jahren nach Brands Hatch zurück. Direkt danach gibt es eine Premiere: Misano steht zum ersten Mal im Rennkalender und dort könnte es sogar zu einem Nachtrennen kommen. Die restlichen drei Stationen sind der Nürburgring, unser Heimspiel am Red Bull Ring und das Saisonfinale wieder in Hockenheim.
Der DTM Kalender 2018 im Überblick:
| 4. – 6. Mai | Hockenheim |
| 18. – 20. Mai | Lausitzring |
| 1. – 3. Juni | Budapest |
| 22. – 24. Juni | Norisring |
| 13. – 15. Juli | Zandvoort |
| 11. – 12. August | Brands Hatch |
| 24. – 26. August | Misano |
| 7. – 9. September | Nürburgring |
| 21. – 23. September | Spielberg |
| 12. – 14. Oktober | Hockenheim |
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