Antonelli: „Ich genieße die Möglichkeiten die ich haben.“

Andrea Kimi Antonelli spricht in seinem ersten großen Interview über seinen rasanten Aufstieg und seine Aussicht auf das zweite Mercedes-Cockpit an der Seite von George Russell.

Mit gerade einmal 18 Jahren wird Antonelli als heißester Kandidat als Nachfolger von Lewis Hamilton für 2025 gehandelt. Der junge Italiener sprang direkt von der Formula Regional in die Formel 2, und wurde von Anfang an darauf vorbereitet ein Mercedes-Pilot zu werden. Der überraschende Abgang von Rekordweltmeister Hamilton beschleunigte diesen Prozess. Die Unterstützung von Teamchef Toto Wolff sieht Antonelli aber nicht als selbstverständlich an und hat auch keine Angst davor öffentlich beurteilt zu werden.

„Ein gewisses Maß an Sorge ist meiner Meinung nach immer vorhanden. Die Aussicht, nicht mehr Leistung bringen zu können, macht meiner Meinung nach jedem Angst. Mein Ansatz besteht darin, es als eine großartige Gelegenheit zu sehen, zu lernen, zu wachsen und auch den Moment zu genießen.“, erklärt Antonelli. „Ich habe keine Angst davor, beurteilt zu werden, ich weiß, dass Mercedes eine klare Meinung über mein Potenzial hat. Schon in dieser F2-Saison hat die Meisterschaft nicht optimal begonnen, aber es gab keine negativen Gedanken.“

Antonelli startete mit Schwierigkeiten in seine Formel 2 Saison mit Prema. Zuletzt konnte er zwei Rennsiege einfahren und liegt derzeit auf Rang 7 in der Fahrer-WM. Seine Rennkompetenz beurteilt Mercedes jedoch nicht allein anhand seiner Ergebnisse in der F2, sondern auch in privaten Tests mit Boliden aus dem Jahr 2022.

„Während der Tests vor der Saison in Bahrain wurden mir die Termine mitgeteilt, und an diesem Punkt sagte ich mir: Nun, du wirst wirklich ein F1-Auto fahren! Es war ein ganz ganz besonderer Moment, denn es gab einen Tag und eine Strecke, schwarz auf weiß.“, erzählt Antonelli. „Diese Vorfreude hatte ich auch in der ersten Runde mit mir, auch wenn die Bedingungen nicht die besten waren. Es regnete und am Nachmittag schneite es sogar. Am zweiten Tag verbesserte sich dann die Strecke und im Trockenen zeigte sich die Leistung. Leistung, Verzögerung, aerodynamische Belastung. Es war verrückt.“

„Ein F1-Auto gibt einem viel Selbstvertrauen, und eine Schwierigkeit, auf die ich gestoßen bin, war, das Limit zu finden. Jedes Mal, wenn ich etwas mehr verlange, gibt mir das Auto das. Der Moment wird kommen, in dem ich verstehen werde, dass es nichts mehr herauszuholen gibt.“, so der Mercedes-Nachwuchs. „Mir ist bewusst, dass die Fehlertoleranz sehr gering ist. Aber je mehr mein Vertrauen in das Auto wächst, desto wohler fühle ich mich.“

„Ich bin ganz ruhig, wenn sich mir die Gelegenheit bieten würde, würde ich sie mit Eifer ergreifen und versuchen, das Beste daraus zu machen. Die ganzen Gerüchte über das nächste Jahr haben mich in letzter Zeit etwas unter Druck gesetzt, aber ich habe immer versucht, es zu genießen. Ich genieße die Möglichkeiten, die ich habe.“, so der junge Italiener.

Sein rasanter Aufstieg erinnert an jenen von Max Verstappen, der von Toro Rosso direkt aus der Formel 3 ins Formel 1 Team geholt wurde. So wie Verstappen auf die Unterstützung von Helmut Marko zählen konnte, zählt Antonelli auf Teamboss Toto Wolff.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Beziehung, die ich zu Toto habe. In schwierigen Momenten bitte ich ihn um Rat und er sucht immer nach einem Weg, mit Selbstvertrauen zu geben.“, so Antonelli. „Nach dem enttäuschenden Qualifying in Silverstone rief ich ihn an, weil es eine ziemlich schwierige Zeit war. Wir haben viel geredet und dieses Gespräch gab mir mein Selbstvertrauen zurück, und am nächsten Tag gewann ich und das wars.“

Die Chance das Cockpit an der Seite von George Russell zu bekommen, freut den jungen Italiener sehr doch er „verlange nichts. Im Moment ist es mein Ziel, in der Formel 2 gut abzuschneiden, dann werden wir sehen.“

Für ihn ist die Formel 1 immer noch ein Traum, der vielleicht schon bald Wirklichkeit wird.

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