Am Weg zum Titel

epa05575965 German Formula One driver Nico Rosberg of Mercedes AMG GP in action during qualifying for the Japanese Formula One Grand Prix at the Suzuka Circuit in Suzuka, central Japan, 08 October 2016. The 2016 Japanese Formula One Grand Prix will take place on 09 October. EPA/DIEGO AZUBEL

Nico Rosberg hat mit dem Sieg beim Großen Preis von Japan einen Riesenschritt in Richtung WM-Titel 2016 gemacht – Mercedes ist wieder Konstrukteurs-Champion

Das Rennen im Land der aufgehenden Sonne wurde bereits am Start vorentschieden, denn Rosbergs schärfster WM-Rivale Lewis Hamilton versemmelte seine Abfahrt und fiel weit zurück. Auch wenn sich der Brite am Ende noch auf Platz 3 nach vorne kämpfen und so die WM-Entscheidung vertagen konnte, sieht alles nach einem neuen Champion aus. „Dass ich knapp vor Schluss die Pole holen konnte, war sicher mitentscheidend. Im Rennen passte dann einfach alles. Die Strategie ging perfekt auf, der Wagen war top. Daher bin ich natürlich superhappy. Aber die WM ist noch lange nicht vorbei. Lewis ist ein Topfahrer, ein Champion und wird weiterhin alles versuchen“, so Nico, der nach dem neunten Saisonsieg 33 Punkte Vorsprung bei noch vier ausstehenden Rennen hat. Noch nie hat ein Pilot mit so vielen Rennsiegen den Titel nicht gewonnen. Rosberg genügen nun lauter zweite Plätze in den restlichen GPs, auch wenn Hamilton immer gewinnen sollte. Nur ein Ausfall des Deutschen würde die WM wieder offen gestalten. Rosberg wäre nach Michael Schumacher (sieben) und Sebastian Vettel (vier) der dritte deutsche Formel 1 Weltmeister. Sein Vater Keke, der 1982 die WM gewann, ist ja Finne.

nico-rosberg-f1_3787546Team WM gesichert

Mit den Rängen 1 und 3 haben die Silberpfeil-Piloten Mercedes den dritten Konstrukteurstitel in Serie beschert. Das Team von Niki Lauda und Toto Wolff liegt mittlerweile uneinholbare 208 Zähler vor Red Bull Racing. „Ich habe ihnen allen gratuliert. Das sind die Menschen, die die Titel gewinnen. Wir stehen nur oben und geben blöde Interviews, aber sie machen die richtige Arbeit“, lobte Teamaufsichtsrat Lauda nachdem er jedem einzelnen in der Mercedes-Box die Hand geschüttelt hatte. Bei der TV Pressekonferenz dankte Rosberg „allen Mercedes Mitarbeitern in Stuttgart und weltweit. Wir haben das alle zusammen geschafft, alle 200.000 Daimler-Kollegen.“ So schön der Titel-Hattrick für die Silbernen ist, ein neuer Rekord ist er nicht, denn Ferrari gelangen mit Michael Schumacher sechs Titel in Serie. Der Punkterekord für eine Saison (703 Zähler) wankt aber kräftig. Die meisten Siege in einem Kalenderjahr (16) könnte Mercedes ebenso toppen, wie die Siegquote von 84,2 Prozent. Nach Suzuka steht auch fest, dass Mercedes auch den Fahrer-Weltmeister stellen wird, denn Red Bull Pilot Daniel Ricciardo als Dritter kann Rosbergs aktuelle Bestmarke nicht mehr überflügeln.

ferrari-f1-team-boss-maurizio-arrivabeneArrivabene unter Druck

Ganz anders die Stimmung bei Ferrari. Denn dort hatte man sich nach vielversprechenden Longruns im Training fürs Rennen deutlich mehr erwartet. Am Ende landeten die Roten mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen auf den Rängen 4 und 5, und verpassten so zum ersten Mal nach sieben Jahren das Podium in Suzuka. Vettel kam zwar am Start nach vorn, fuhr aber nach einem Strategiefehler am Stockerl vorbei. Seit Singapur 2015 wartet Ferrari in der Formel 1 auf einen Sieg, eine Pole-Position oder einen Start aus der ersten Reihe. Der Druck auf Teamchef Maurizio Arrivabene wird daher immer größer, vor allem, weil Ferrari Boss Sergio Marchionne noch vor der Saison großspurige, aber kaum realistische Ziele ausgegeben hatte. Der Haussegen hängt schief. Im Vorfeld des Japan GP kritisierte Arrivabene sogar Superstar Vettel öffentlich. Über die Medien ließ er ihm ausrichten, dass er sich auf seine Arbeit im Cockpit konzentrieren solle.

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