Eigentlich ist alles entschieden – Lewis Hamilton ist Fahrerweltmeister, Mercedes hat sich den Konstrukteurstitel geholt – dennoch lohnt es sich das Finale in Abu Dhabi anzusehen
Lewis Hamilton hat den fünften Fahrertitel geholt und die Silberpfeile stehen auch bei den Teams ganz oben. Daher darf „Wingman“ Valtteri Bottas wieder frei fahren, kann nur mehr auf sich schauen. Im Vorjahr lief das mehr als gut, denn der Finne stellte den Dienstwagen auf die Pole, fuhr souverän zum Sieg und fixierte dabei auch die schnellste Rennrunde. Wenn es einen Makel gab, dann den, dass er Sebastian Vettel, der Dritter wurde, nicht mehr vom Vize-Champion-Platz stoßen konnte.
Durchwachsene Saison
Solche „Sorgen“ hätte Bottas heuer gerne. Zu Saisonbeginn war die Nummer 2 von Mercedes stark unterwegs, wäre bei einem möglichen Sieg in Aserbaidschan WM-Spitzenreiter gewesen, schied aber mit Reifenplatzer aus. Er hielt das Momentum dennoch hoch bis zum Österreich GP, wo er als Polesetter mit Getriebedefekt liegenblieb. Danach war die Luft raus und Bottas konnte sich erst wieder in Sotschi, wo er 2017 seinen ersten GP-Sieg eingefahren hatte, fangen. Allerdings wurde er in Austin, Mexiko und Interlagos als Schachfigur in den Titelentscheidungen eingesetzt und so seine Rennperformances verheizt. Bestes Beispiel als der klar schnellere Bottas den strauchelnden WM-Leader Hamilton in Mexiko City vorbeilassen musste, um den Titel abzusichern.
Ein Jahr sieglos
Nachdem er sich bei Williams seit 2013 ins Rampenlicht gefahren hatte, erhielt er zu Weihnachten 2016 das beste Geschenk und beerbte den überraschend zurückgetretenen Nico Rosberg bei den Silberpfeilen. Seine Erwartungen waren hoch und erfüllten sich in der ersten Saison zum Großteil. In Russland 2017 kam das Sieg-Debüt in der Königsklasse. Zwei weitere Rennerfolge kamen in Österreich und Abu Dhabi. Doch seither stand der 29-Jährige nie mehr ganz oben am Stockerl. „Valtteri hatte heuer keine einfache Saison. Zu Jahresanfang war er top drauf, hätte in Baku sogar die WM-Führung holen können. Danach kam dann ein Tief aus dem er sich nicht so schnell erholte. Aber er ist ein Topfahrer und hat großen Anteil an beiden Titeln, die wir heuer geholt haben“, so Teamchef Toto Wolff.
Sieg zum Abschied?
Auch Bottas‘ Landsmann Kimi Räikkönen hat nach seinem Rennsieg in Austin wieder Lunte gerochen. Der Routinier wird kommende Saison seine Karriere bei Sauber-Alfa wohl ausklingen lassen und hat dann kein siegfähiges Auto mehr unterm Hintern. Mit dem Ferrari ist aber durchaus was möglich und der „Iceman“ mag den unrhythmischen Yas Marina Circuit. Wir alle haben wohl noch seinen Funkspruch beim Sensationssieg für Lotus F1 von 2012 im Ohr: „Leave me alone. I know what I am doing!“ In den letzten Wochen machte Räikkönen auch den stärkeren Eindruck als Ferrari-Star Sebastian Vettel, was sich auch in den Ergebnissen zeigt. Während Vettel in den USA; Mexiko und Brasilien 4., 2. und 6. wurde, landete Kimi mit den Rängen 1, 3 und 3 immer am Podium. Stallorder gibt es auch bei der Scuderia keine mehr, nachdem die Weltmeisterschaften entschieden sind. Man darf also gespannt sein!
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