Wer ist dieser Guanyu Zhou?

Guanyu Zhou stammt aus Shanghai und war erst fünf Jahre alt, als er 2005 beim ersten GP von China dabei war, den sein Idol Fernando Alonso gewann, und vom Formel 1 Fieber gepackt wurde – 2022 fährt er selbst für Alfa Romeo in der Königsklasse

Ferrari erkennt das Talent

Der heute 22-Jährige begann 2007 im Kartsport. 2012 zog Zhou nach Sheffield und gewann ein Jahr später die europäische und die britische Rotax Max Junior Titel. „Es war keine leichte Zeit, denn ich konnte die Sprache noch nicht wirklich und die Stadt hätte nicht unterschiedlicher zu meiner Heimat sein können“, erinnert sich Zhou im Gespräch mit Formelaustria. Seine Kart-Erfolge bescherten ihm die Aufnahme in die Ferrari Driver Academy in der Folgesaison und er debütierte Ende 2014 mit dem Prema Powerteam im Formelsport, in der italienischen Formel 4. In seiner ersten vollen Saison 2015 wurde er Vizemeister und bestritt dann auch die Toyota Racing Series. Auch wenn er einen Sieg einfuhr, wurde von Leuten wie Lando Norris, Ferdinand Habsburg oder Pedro Piquet klar geschlagen und am Ende Sechster in der Meisterschaft. Anschließend wechselte der Chinese zu Motopark in die europäische Formel 3, wo er als Rookie 13. in der Fahrerwertung wurde. Durch die Rückkehr zu Prema konnte er sich stabilisieren und landete zweimal in Folge aus P8 der Meisterschaft.

Formel 2 als Ausbildungsplattform

„Die Arbeit mit Prema war eine sehr wichtige Zeit, denn das Team ist hochprofessionell und ich habe dort sehr viel gelernt. Allein schon Teil der Ferrari Driver Academy zu sein, war für mich sensationell.“ Seit 2019 ist Zhou kein „Italiener“ mehr, sondern Teil der Renault Sport Academy und startete für die Franzosen in der FIA Formula 2. Nach einem „Eingewöhungsjahr“ feierte er 2020 in Russland seinen ersten Sieg und wurde mit fünf weiteren Stockerlplätzen Gesamt-Sechster. Quasi als „Belohnung“ wurde er von Renault zum Testfahrer des Formel 1 Teams befördert. „2020 war ein gutes Jahr, aber ich wusste, dass ich noch eine Schippe drauflegen muss, wenn ich wirklich in die Formel 1 möchte. Ich arbeitete hart an mir und der Test in Abu Dhabi neben (Fernando) Alonso gab mir nochmal einen Motivationsschub,“ gibt der Chinese Preis. Und dieser Schub hat gewirkt, denn in dieser Saison präsentierte sich Zhou in sehr guter Form. Aktuell liegt er auf P2 der FIA Formula 2 mit drei Rennsiegen, 36 Zähler hinter Oscar Piastri, und noch mit allen Titelchancen.

Debüt am Red Bull Ring

Dennoch war sein bisheriges Highlight heuer „natürlich mein Debüt in der Formel 1!“ Im Rahmen des Österreich GP 2021 bestritt er für das Alpine F1 Team das erste Freie Training und wurde so nach Ma Qinghua der zweite Fahrer vom chinesischen Festland, der an einem F1-Grand-Prix teilnahm. Nun unterschrieb Zhou den Vertrag bei Alfa Romeo und „freut sich natürlich extrem auf die neue Herausforderung.“ Allerdings weiß er auch, dass der Druck einer ganzen Nation auf ihm lastet. „Zu Hause ist es ziemlich verrückt“, sagt er. „In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die sich mit Motorsport in China auskennen, massiv gewachsen. Ich freue mich, die chinesische Flagge hochzuhalten und die Menschen zu Hause stolz zu machen. Mein Top-Level habe ich noch nicht erreicht, aber das ist das Ziel.“

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