Welcher Benz gewinnt?

GP von Kanada_Grafik FIANach dem Kurvengeschlängel von Monaco lechzen die Mercedes-Motoren nach Vollgas in Kanada. Hat Silber also den Sieg schon sicher?

Der Circuit Gilles Villeneuve in Montreal ist eine klassische Stop-and-Go Strecke, 63% Vollgasanteil, Höchstgeschwindigkeiten weiter über 300 km/h und mörderische Bremsverzögerungen auf 80 km/h – also wie es Gerhard Berger einst beschrieb „auf der Gerade voll brettern, hart runterbremsen, ums Eck lenken und wieder Gas geben.“ Dementsprechend sollten alle Boliden mit einem Mercedes-Motor im Heck Vorteile haben, dann hier kommt es wirklich auf den Speed auf der Geraden an.

9917931Silber sollte glänzen

Die Topfavoriten auf den Erfolg sind selbstredend die beiden Silberpfeile bei denen vor allem Lewis Hamilton nach dem verschenkten Sieg in Monaco wieder ganz oben am Treppchen stehen will. „Ich liebe die Strecke in Kanada und habe hier gute Erinnerungen, denn ich konnte in Montreal 2007 meinen allerersten Grand Prix Sieg einfahren. Letzte Saison hatten wir ein Haltbarkeitsproblem und brachten die Führung nicht nach Hause, aber dieses Jahr sind wir bereit.“ Dem schließt sich auch sein ärgster Herausforderer, Teamkollege Nico Rosberg, an, der nach zwei Siegen in Folge (Barcelona & Monaco) den Hattrick schaffen möchte. „Nachdem ich nun, wenn auch ein wenig glücklich, in Monaco den Triplepack erreicht habe (Anm. Siege 2013, 2014 & 2015), wäre es toll in Kanada mit einem Sieg nachzulegen und so die Serie an Saisonerfolgen auch auf drei auszubauen.“ Dabei helfen soll ein Motor-Upgrade, das für noch mehr Power sorgen soll.

Vorsicht geboten

Aber Achtung, denn 2014 waren auch die beiden Mercedes-Boliden überlegen, doch die 25 Punkte schnappte sich Daniel Ricciardo. Bis zur Hälfte des Grand Prix hatte alles nach dem nächsten silbernen Doppelsieg ausgesehen, doch dann klagten plötzlich beide Piloten über Leistungsprobleme und wurden langsamer. Ihr ERS-K System war ausgefallen, wodurch sich zahlreiche Überbelastungen, vor allem auf den Bremsen, ergaben. Während Hamilton ausfiel, konnte sich Rosberg noch als Zweiter ins Ziel retten. Dass ausgerechnet Red Bull Racing mit dem brustschwachen Renault-Aggregat für eine neuerliche Überraschung sorgt, ist anzuzweifeln, aber Ferrari ist stark genug. „Sie (Mercedes) sind die klaren Favoriten, aber wenn sie einen Fehler machen, werden wir da sein“, verspricht Neo-Teamchef Maurizio Arrivabene, der mit seiner hemdsärmeligen Art die italienische Lockerheit – bei weiterhin hoher Professionalität – zu Ferrari zurückgebracht hat. Der Sieg von Sebastian Vettel in Malaysia spricht für sich.

Red Bull driver Daniel Ricciardo of AustÜberraschung von hinten?

Außenseiterchancen haben in Kanada auch die beiden Williams-Fahrer Valtteri Bottas und Felipe Massa. Nachdem das Duo im verwinkelten und kurvigen Monaco „durch die Hölle“ (O-Ton Massa) musste, wird sich der FW37 auf den langen Geraden der Ile de Notre Dame sehr wohl fühlen. „Wir sind heuer bislang unter Wert geschlagen worden. Es wäre an der Zeit einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. Wieso nicht in Kanada“, so der Brasilianer weiter, der dort bislang Platz 4 aus dem Jahr 2005 als bestes Ergebnis zu Buche stehen hat. Aber auch Romain Grosjean erwartet sich vom Motor-Update einiges und hofft auf eine Sensation. „Wir konnten unseren Wagen heuer von Rennen zu Rennen verbessern und das Upgrade von Mercedes sollte auch helfen. Der Kurs in Montreal liegt mir sehr, immerhin war ich dort 2012 schon ganz nahe am Sieg dran (2.).“

Posted in ,

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abgeben zu können.