Vorentscheidung gefallen

Lewis Hamilton holte sich den Sieg in einem recht unspektakulären Russland GP und baute damit seine WM-Führung auf Rivale Sebastian Vettel weiter aus

Selten gab es ein derart emotionsloses Podium wie diesmal in Sotschi. Hamilton gewann zwar, wusste aber, dass er an Teamkollege Valtteri Bottas vorbeigewinkt wurde. Der zweitplatzierte Finne, war enttäuscht, den Sieg auf Befehl hergegeben zu haben. Und Sebastian Vettel auf P3 wusste, dass er mit diesem Ergebnis wohl den WM-Kampf bereits verloren hat. „Es ist ein schwieriger Tag. Valtteri ist super gefahren und hat mich vorbeigelassen, weil er nicht mehr um die WM kämpft. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es für ihn war, nicht gewinnen zu dürfen. Aber wenn man auf die Meisterschaft schaut, war es natürlich wichtig für das Team“, erklärte Hamilton. Mehr Spaß macht ihm der beinharte Zweikampf mit Vettel um P2. „Ich finde, er hat sich zweimal bewegt, was eigentlich nicht geht. Aber es war die Frage, wer bremst früher. Ich wollte es etwas mehr und zog dann vorbei. Russland war wieder ein tolles Erlebnis.“

Lange Gesichter bei Rot

Vom großen Angriff der Ferraris war nichts zu sehen, denn weder Sebastian Vettel, noch Kimi Räikkönen hatten den Speed die Silberpfeile genügend unter Druck zu setzen. Der Deutsche hielt zwar immer den Anschluss an die beiden Mercedes Piloten, allerdings gelang es ihm nur ganz kurz nach dem Boxenstopp die Phalanx zu durchbrechen. „Die haben gemeinsam vorne gut gearbeitet. Mit meiner Outlap nach dem Stopp konnte ich sie überraschen und vor Lewis rauskommen. Ich versuchte dann abzudecken, kämpfte hart, aber fair. Wir hatten am Ende einen ähnlichen Speed, aber ich konnte sie nicht mehr attackieren. Ich habe geschaut, ob ich noch ins DRS Fenster komme, aber es ging nicht mehr“, so Vettel. Der Heppenheimer liegt nun satte 50 Zähler hinter WM-Leader Hamilton, womit der Mercedes-Star zielsicher auf die Titelverteidigung zusteuert.

Bullen sorgen für Leben

In einem ziemlich ereignislosen Grand Prix sorgten wenigstens die vom Ende des Feldes nach vorne stürmenden Red Bull Piloten für Action. Geburtstagskind Max Verstappen schnitt wie das heiße Messer durch die Butter, raste in kürzester Zeit von P19 an die Spitze und genoss zahlreiche Führungsrunden, ehe er zum Boxenstopp musste. „Es hat heute sehr viel Spaß da draußen gemacht und wir haben gezeigt, dass wir schnell genug für die Spitze waren. Leider mussten wir von ganz hinten losfahren“, so der Niederländer. Teamkollege Daniel Ricciardo, der ebenso von hinten startete, beschädigte sich gleich zu Beginn in einem Zweikampf den Frontflügel, wurde schließlich noch guter Sechster. „Wenn wir nicht ganz hinten losfahren, hätten wir sicher ums Podium mitgekämpft. Nun geht’s nach Japan, wo wir bislang auch immer gut aufgestellt waren“, sagte Ricciardo.

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