Am 1. Mai 1994 „fiel die Sonne vom Himmel“ (O-Ton Gerhard Berger) als F1 Gigant Ayrton Senna beim Grand Prix von Imola tödlich verunglückte. 30 Jahre später bekam Formelaustria ein exklusives Interview mit Sennas Schwester Viviane zur Verfügung gestellt.
Viviane, der Abschied von Ayrton jährt sich dieses Jahr zum 30. Mal. Wie empfindest Du diesen Tag?
Es scheint so lange her und doch ist es noch immer so nahe. Wenn ich auf der Straße bin, gibt es absolut niemanden, der mir nicht unaufgefordert erzählt, was er damals tat, als der Unfall passierte. Jeder erinnert sich. Auch heute noch. Das ist einfach unglaublich.
Was denkst Du, wie wäre die Karriere von Ayrton weitergegangen?
Er hat mir immer gesagt, dass er gerne noch bei Ferrari fahren würde. Und ich bin mir sicher, das hätte er als seine letzte Station vor dem F1 Ruhestand gewählt.
Und dann? Eine andere Rennserie?
Nein. Wäre Ayrton noch am Leben, wäre er wahrscheinlich immer noch in der Formel 1 und würde vielleicht ein Team leiten, wie Jackie Stewart oder Niki Lauda das taten. Oder er wäre in der Organisation der Meisterschaft tätig.
Und abseits des Motorsports?
Wenn er in Brasilien war, hielt er sich immer gerne auf dem Bauernhof auf, mitten in der Natur. Er lud dort seine Batterien für die Rennsaison in Europa wieder auf. Nach seiner Rennfahrerkarriere wollte er Forstwirt in Angra dos Reis, in der Nähe von Rio, werden.
Denkst Du, dass es sich auch heute noch mit der Königsklasse identifizieren würde?
Wahrscheinlich würde Ayrton die Formel 1 von heute nicht mehr mögen. Sie ist in erster Linie ein Geschäft. Und dann kommt einmal lange nichts und vielleicht an vierter oder fünfter Stelle ist sie noch ein Sport.
Ayrton war bekannt dafür, dass er sich auch immer in Management- und Sicherheitsbelange eingebracht hat. Hätte er den Stellenwert des Sports in der Formel 1 mehr verteidigt?
Er hätte es bestimmt versucht. Ayrton wurde oft als „König des Ärgers“ bezeichnet, da er überall, wo er hinkam, für Aufregung sorgte. Es war ein Sport, der Spannung bot. Heute ist viel davon verlorengegangen.
Man hört heraus, dass Du keine besondere Liebe zur heutigen Formel 1 hast….
Die Rolle des Autos ist heute noch viel wichtiger als zu der Zeit, als Ayrton Rennen fuhr. Die Fahrer machten damals einen viel größeren Unterschied. Jedes Rennen war eine Show, es gab immer ein Missgeschick, es passierte immer etwas Elektrisierendes.
Ayrtons Car Handling, seine Zielstrebigkeit, und seine Leidenschaft waren immer herausragend. Aber vor allem galt er immer als „Regenkönig“.
Das stimmt, aber um das zu werden, musste er zuerst scheitern. Als er zwölf Jahre alt war, führte er ein Kart-Rennen in Interlagos an, verlor im Regen aber die Kontrolle über sein Kart und überschlug sich. Nach diesem Rennen stieg er jedes Mal, wenn es regnete, ins Kart und fuhr, wo immer er konnte, bis es dunkel wurde und er völlig durchnässt war. So wurde er zum Regenkönig.
Aber sein Talent war unbestritten.
Er hatte Talent, großes Talent. Aber er wusste, dass dieses Talent nicht ausreichte, und er die Disziplin und Beharrlichkeit brauchte, um sein Talent zu entwickeln. Durch diese Einstellung wurde er zum Vorbild für so viele, nicht nur im Rennsport, sondern in ganz Brasilien.
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