Vive la France!

Nach zehn Jahren Abwesenheit ist der Grand Prix von Frankreich wieder im Rennkalender zurück

Der „Grand Prix de France“ wurde erstmals 1906 durchgeführt und zählt damit zu den ältesten Autorennen der Welt. Im Gründungsjahr der Formel 1 WM 1950 wurde am Circuit de Reims-Gueux gefahren und endete mit einem Erfolg von Juan Manuel Fangio. Bis heute wurde der Frankreich GP auf sieben unterschiedlichen Kursen ausgetragen, 1967 sogar einmal auf der legendären Piste in Le Mans. Von 1985 bis 1990 wurde ausschließlich auf dem Circuit Paul Ricard gefahren, auf den man heuer auch wieder zurückkehrt. Am häufigsten war man auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours unterwegs. Satte 18-mal ging es im Burgund um Siege und Punkte. Im Mai 2008 erklärte Bernie Ecclestone, dass der GP dieses Jahres, der vorerst letzte in Frankreich wäre. Eine Dekade später kehrt der Formel 1 Zirkus nun zurück.

Großmacht Ferrari

Vor allem Dank Rekordsieger Michael Schumacher, der in Magny Cours achtmal als Erster die Ziellinie kreuzte, ist Ferrari das dominante Team auf französischem Boden. Die Scuderia gewann nicht weniger als 17-mal, darunter auch die letzten drei Austragungen 2006, 2007 und 2008. Obwohl Ferrari bei Testfahrten auf dem High-Tech-Kurs in Le Castellet zwar immer schnell war, könnte ihnen dieses Wochenende Reifenlieferant Pirelli ein Bein stellen. Denn die angelieferten Gummis haben um 0,4 Millimeter dünnere Laufflächen als üblich, wie schon beim Spanien GP. Der sanfte und extrem schnelle Streckenbelag könnte für Überhitzungsprobleme sorgen, denen Pirelli mit sehr dünnwandigen Reifen vorbeugen will. In Spanien holte Mercedes einen Doppelsieg, Vettel rettete sich noch als Vierter ins Ziel.

Bullen-Debüt

Für das dritte Topteam, Red Bull Racing, kommt es in Paul Ricard zum Debüt, denn der österreichische Rennstall kennt den Frankreich GP nur aus Magny Cours. Anders als Stallgefährte Max Verstappen, ist Daniel Ricciardo zumindest bereits in Paul Ricard Rennen gefahren. Als er 2011 in der Formula Renault 3.5 am Start war, ging es um den Rundkurs in Südfrankreich, allerdings auf einem anderen Layout. “Nach den zwei Stadtkursen Monaco und Montreal wird Paul Ricard sicher eine Umstellung. Es gibt dort einige langgezogene, technisch anspruchsvolle Kurven, die uns eigentlich liegen sollten. Entscheidend wird auch sein, was der Mistral (Wind) macht, weil davon hängt ab, wie man auf den Geraden überholen kann. Vielleicht kann ich am Ende des Wochenendes sogar ein wenig Französisch, wenn ich mich bei den Fans vom Podium aus bedanken darf”, lacht der Aussie.

Heimsieg ausgeschlossen

Auch wenn bislang zehn Franzosen beim Heimspiel erfolgreich waren – am häufigsten Alain Prost mit sechs Erfolgen – ist der Sieg eines Lokalmatadors 2018 wohl auszuschließen. Von den drei Franzosen, die diese Saison am Grid stehen, ist der aktuell in der WM Bestplatzierte, der von dem man es am wenigsten erwartete – Youngster Pierre Gasly. Der Toro Rosso Honda Fahrer konnte mit den Rängen 4 in Bahrain und 7 in Monaco überraschen. Der Mann im besten Wagen der drei, Esteban Ocon, durchlebt eine Saison mit Höhen und Tiefen – bislang stärkstes Resultat P6 in Monaco. Routinier Romain Grosjean fährt zwar meist gut, hat aber mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen. Sein Haas rollte bisher schon dreimal in sieben Rennen vorzeitig aus.

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