Viele kleine neue Regeln kommen 2023

Die Regeln der Formel 1 bleiben 2023 nach dem großen Umbruch in der Vorsaison heuer weitgehend gleich. Allerdings gibt es wichtige technische und sportliche Änderungen

Fahrhöhe und Diffusoren angepasst

Da zahlreiche Teams durch den Ground Effect im vergangenen Jahr massiv mit Porpoising zu kämpfen hatten, wurden für die zweite Hälfte der Saison 2022 eine Reihe von Flexibilitäts- und Überwachungsmaßnahmen für den Unterboden eingeführt, und weitere kommen 2023 hinzu. Die Bodenunterkanten wurden um 15 mm angehoben; der Armabstand des Diffusors wurde erhöht; die Diffusorkantensteifigkeit wurde erhöht; und ein zusätzlicher Sensor zur Überwachung des Porpoising wurde vorgeschrieben.

Stärkere Halos nach Zhous Sturz

Nach dem beängstigenden Start-Unfall von Zhou Guanyu im Großbritannien GP 2022, bei dem sein Alfa Romeo kopfüber über die Strecke rutschte, werden Anpassungen an den Sicherheitsstandards für den Halo gemacht. Die Oberseite des Überrollbügels muss nun abgerundet sein, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass er sich bei einem Unfall in den Boden eingräbt. Zusätzlich wird es einen neuen physikalischen Homologationstest geben, bei dem die Last den Halo nach vorne drückt.

Eine Reduzierung des Mindestgewichts des Fahrzeugs

Das Gewicht der F1-Autos war vor der Saison 2022 ein großes Gesprächsthema und fast alle Teams kämpften darum, es inmitten einer der größten regulatorischen Änderungen in der Geschichte des Sports so nahe wie möglich an die 798-kg-Grenze (ohne Sprit) ranzukommen. 2023 wird das Gewicht um 2 kg – auf 796 kg – reduziert.

Überarbeitete Spiegel

Um die Sicht des Fahrers zu verbessern, werden die Rückspiegel der F1-Fahrzeuge der Spezifikation 2023 geändert, wobei die Breite der reflektierenden Oberfläche um 50 mm von 150 mm auf 200 mm zunimmt. Diese Variante wurde im Vorjahr bereits im Rahmen der Grands Prix in Ungarn, Belgien und der Niederlande erfolgreich getestet.

Verdoppelung der Sprint-Events

In der Saison 2023 wird es Sprint-Events in Aserbaidschan (Baku), Österreich (Red Bull Ring), Belgien (Spa-Francorchamps), Katar (Lusail), den USA (Circuit of The Americas) und Sao Paulo (Interlagos) geben – und damit doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Die Teams erhalten eine Entschädigung für Sprint-Unfallschäden. Die Parc-Ferme-Regeln werden für Sprint-Wochenenden überarbeitet, um den Teamanfragen, um etwa das Setup zwischen Qualifying am Freitag und Sprint am Samstag anzupassen, gerecht zu werden.

Kürzung der Paddock-Arbeitszeit

Die Anzahl der Arbeitsstunden von F1-Teammitgliedern an den Rennwochenenden wird in den kommenden Saisons reduziert. Die Rennställe müssen nun am Freitag eine Stunde früher zusperren. Auch für die Mittwochs- und Donnerstagszeiten gibt es 2023 sogar eine Halbierung.

Qualiformat und DRS

Ein „Revised Qualifying Format“ (RQF) wird bei bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr 2023 stattfinden, „um zu bewerten, ob die Überarbeitungen für nachfolgende Meisterschaften geeignet sind“. Dabei werden die Reifenmischungen für jede Stage vorgeschrieben: harte Reifen nur in Q1; mittlere Reifen nur in Q2; und schließlich weiche Reifen nur in Q3. Intermediates und Wets sind erlaubt, wenn die RQF-Sessions für nass erklärt werden. Bei RQF-Veranstaltungen darf jeder Fahrer nicht mehr als 11 Sätze Trockenreifen, vier Sätze Intermediate-Reifen und drei Sätze Regenreifen verwenden. Dies steht im Vergleich zur normalen Wochenendzulassung von 13 Sätzen Trockenwetterreifen, vier Sätzen Intermediate-Reifen und drei Sätzen Regenreifen. In Sachen DRS wird die F1 Kommission testen, ob man die Aktivierung nach dem Start, Restart oder Safety-Car-Restart nicht eine Runde vorziehen kann.

Justierung des Getriebes

Während Änderungen an den homologierten Getrieben der Teams bisher nur „zur Lösung von Zuverlässigkeitsproblemen“ oder „zur Kosteneinsparung zu Beginn jeder Saison“ erlaubt waren, sind Modifikationen jetzt erlaubt, „wenn Materialien, Prozesse oder proprietäre Teile nicht mehr verfügbar sind“. Dennoch muss in jedem Fall eine eindeutige Dokumentation zur Rechtfertigung der Änderung vorgelegt werden, die vorherige Genehmigung der FIA muss eingeholt werden, und die Änderung darf keinen Leistungsvorteil bringen. Eine Zusammenfassung der Änderung wird dann von der FIA an alle Teams verteilt.

Vereinfachung der Grid-Strafen

Grid-Strafen standen besonders beim letztjährigen Italien GP im Fokus, als unzählige Fahrer durch PU oder Getriebewechsel die Startaufstellung auf den Kopf stellten. Nun wurde der Wortlaut der Vorschriften aktualisiert und lautet nun: „Klassierte Fahrer, die mehr als 15 kumulative Startplatzstrafen erhalten haben oder die bestraft wurden, am Ende der Startaufstellung zu starten, starten hinter jedem anderen klassierten Fahrer. Ihre relative Position wird gemäß ihrer Qualifyingposition bestimmt.“

Das Kühlen des Bezins

Den Teams wurden bei der Kühlung des Kraftstoffs zusätzliche Freiheiten eingeräumt. Für 2023 darf der Kraftstoff in einem Auto zu keinem Zeitpunkt kälter sein als entweder 10 Grad Celsius unter der Umgebungstemperatur oder 10 Grad Celsius, wenn das Auto läuft, nachdem es die Garage verlassen hat.

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