Obwohl Titelverteidiger Lewis Hamilton das Auftaktwochenende der Formel 1 Saison 2018 dominierte, hieß der Rennsieger am Ende Sebastian Vettel
Sebastian Vettel hat überraschend den Grand Prix von Australien gewonnen. Der Ferrari-Pilot profitierte beim Saisonauftakt von einer virtuellen Safety-Car-Phase (VSC), die ihn dank guter Taktik von P3 auf P1 nach vorne brachte. Vettel düpierte Favorit Lewis Hamilton und Teamkollege Kimi Räikkönen. „Leider war ich nach dem Start nur Dritter und hatte am Ende des ersten Stints Probleme mit den Reifen. Auf den Softs habe ich auf Lewis und Kimi wieder Boden gutgemacht und dann natürlich für ein Safety-Car gebetet. Als ich den stehenden Haas in Kurve 2 sah, kam ich am Limit an die Box. Lewis hat am Schluss natürlich den Druck, aber ich habe es genossen. Natürlich hatten wir heute auch Glück.“
Der Abstand zwischen Vettel und Hamilton betrug vor der VSC Phase 11,5 Sekunden. Für einen Boxenstopp benötigt man normalerweise 22 Sekunden. Da während dem VSC nur ein vorgeschriebenes Tempo gefahren werden darf, stieg der Zeitabstand auf 17,8 Sekunden an und die Boxenstopp Zeit verkürzte sich gleichzeitig, da der Gegner auf Start/Ziel nicht Vollgas fahren kann. Außerdem stellte Vettel wieder sein Reglement-Wissen unter Beweis: Zwischen der Safety Car Linie 1 und der Safety Car Linie 2 gibt es keine vorgeschriebene Geschwindigkeit während einer VSC Phase. Vettel fuhr mit vollem Tempo in die Boxen und kam damit ganz knapp vor Hamilton raus. Der Brite war verblüfft: „Ich habe alles richtiggemacht und dann bin ich plötzlich hinter ihm. Ich konnte es nicht glauben.“
Haas Desaster
Romain Grosjean lag auf Platz 5 und Kevin Magnussen war sogar Vierter als die beiden innerhalb von wenigen Kurven nach ihren Boxenstopps stehengeblieben sind. Anscheinend gab es ein Problem beim Festmachen der Reifen – eine Katastrophe für das amerikanische Team, das nicht nur die Punkte verlor, sondern von der FIA auch noch eine heftige USD 10.000 Strafe aufgebrummt wurde. ORF-Experte Alex Wurz hatte zwei mögliche Erklärungen: „Der Wagen läuft vielleicht zu heiß durch die Bremsen, wodurch sich die Toleranzen bei den Radnaben ändern. Daher lassen sich die Reifen nicht so einfach runter und raufschrauben. Die andere Möglichkeit ist, dass sie einfach zu wenig Druck im System haben.“ Nach dem Rennen ging Grosjean zu den Mechanikern und tröstete sie: „Natürlich ist es hart, so auszuscheiden, aber keiner macht absichtlich Fehler. Das passiert einfach. Wichtiger ist, dass wir wirklich schnell waren. Das müssen wir schon in Bahrain nutzen.“
Buntes Feld
Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Renault holen sich die ersten Punkte in dieser Saison. Lokalmatador Daniel Ricciardo wäre fast als erster Australier beim Heim-GP aufs Podium gefahren. „Ich habe am Ende alles gegen Kimi probiert. Es ist eine enge Strecke, auf der man nur schwer überholen kann. Wir haben die schnellste Runde gedreht, was ein gutes Zeichen für die kommenden Wochen ist.“ Der Red Bull Pilot glaubt, dass man schon in Bahrain Ferrari ärgern kann. McLaren Star Fernando Alonso egalisierte gleich beim ersten Rennen mit Renault-Motor das beste Honda-Ergebnis der vergangenen drei Jahre. „Das war schon ein guter Saisonauftakt, obwohl in unserem Auto noch viel mehr drinsteckt. Wir haben aber 3-4 Positionen durch die Probleme anderer gewonnen. Aber wir haben eben keine Fehler gemacht.“
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