Seit dem Barcelona-Test steht fest, dass es wohl eine Dauerdebatte über das Thema Benzinsparen geben wird. Im Vorfeld des Auftakt-Rennens in Melbourne gehen die Meinungen über das Ausmaß des Problems aber weit auseinander.
Die Piloten mit Renault- oder Honda-Antrieb scheinen stärker betroffen zu sein als diejenigen, die auf Mercedes- oder Ferrari-Power setzen können. Hinzu kommt: Nur vom Gas zu gehen ist nicht die Lösung des Problems.
„Ziemlich schlimme Verhältnisse“ erwartet Toro Rosso-Pilot Pierre Gasly beim Auftakt-GP in Melbourne. Er fürchtet, dass das „Lift and Coast“ (Lupfen des Gaspedals vor Kurven statt bis zum Bremspunkt Vollgas zu geben, um Sprit zu sparen) in einen Teufelskreis führt: „Wer vor Kurven langsamer ist, kann nicht so hart bremsen. Man bekommt Probleme mit Brems- und Reifentemperaturen.“
Tost: nicht gut für die Rennaction
Mögliche Folgen sind Bremsplatten durch stehende Räder, viel Rutschen, weniger Tempo auch in den Kurven und letztlich fehlende Konkurrenzfähigkeit. Teamchef Franz Tost sieht seine Fahrer bei dem Spagat zwischen Effizienz und Leistung mit einer schwierigen Aufgabe gestraft: „Die Piloten werden sich abmühen, es umzusetzen“, sagt er. „Für die Rennaction ist es nicht gut.“ Enormes Schonen der Reifen bedeutet auch, dass das Hinterherfahren hinter einem Konkurrenten nicht gerade förderlich ist.
Verstappen: Uns trifft das Problem massiv
Wie also überholen, wenn man erstens auf der Geraden nicht schneller ist als der Konkurrent und zweitens den Windschatten nicht nutzen kann? Red Bull-Pilot Verstappen ahnt Schlimmes: „Uns trifft es massiv, weil wir uns länger auf den Geraden befinden, wenn wir dort langsamer fahren als andere“, deutet er an, dass sich das Renault-PS-Defizit gegenüber Mercedes und Ferrari nicht in Luft aufgelöst haben kann.
Aber nicht jeder betrachtet die Lage so dramatisch. McLaren-Star Fernando Alonso meint: „Es wird keine große Rolle spielen. Es wird ähnlich wie in den vergangenen Jahren. Es braucht ein aerodynamisch effizientes Auto mit wenig Abtrieb und einen Motor, der viel Power hat.“ Der MCL33 dürfte zumindest über das richtige Chassis verfügen.
Scuderia Ferrari-Pilot Kimi Räikkönens Einschätzung zu dem Thema: „Einige Rennen werden schwieriger als andere. Es hängt ab von den einzelnen Teams und allen möglichen Bedingungen.“ Mehr DRS-Zonen wie am Wochenende in Melbourne helfen, Safety-Car-Phasen und Regenwetter auch. Kühlere Außentemperaturen und glatter Asphalt sind dagegen große Spritfresser.
„Es wäre genügend Platz in den Autos für größere Benzintanks, um mit Vollgas durchzufahren – aber so sind die Regeln nicht gestaltet“, führt Räikkönen weiter aus.
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