Tost: 2026er Regeln benachteiligen viele Topfahrer

Franz Tost ist der Ansicht, dass die weitreichenden technischen Änderungen für die F1 Saison 2026 die Fahrdynamik so verändert haben, dass einige der talentiertesten Fahrer benachteiligt werden.

Das neue Reglement schreibt eine 50/50-Aufteilung der Energie zwischen Verbrennungsmotor und Batterie vor. „Es war bekannt, dass diese 50/50-Aufteilung – 50 Prozent Verbrennungsmotor und 50 Prozent Elektromotor – natürlich Probleme verursachen würde. Diese Änderung schränkt die Art und Weise ein, wie Fahrer Gas, Bremse und Energie während einer Runde nutzen,“ erklärt Tost im „15 Love – der Business“ Podcast.

Nach dem neuen Energiemanagement müssen die Autos die Batterieenergie auf Geraden schonen. Das zwingt die Fahrer, früher vom Gas zu gehen und Kurven eher rollen zu lassen, anstatt mit den aggressiven Einfahrtsgeschwindigkeiten der vorherigen Saisons zu fahren. Diese konservative Herangehensweise beseitigt einen bekannten Leistungsvorteil, auf den Tost hinwies.

„Für die hochtalentierten Fahrer sind die neuen Regeln jedoch ein Nachteil. Warum? Mit den aktuellen Regeln bremst man nicht mehr im letzten Moment. Heute müssen sie 20–30 Meter früher vom Gas gehen und so können sich die Toppiloten diese späte Bremstechnik nicht mehr nutzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.“

„Topfahrer wie Max (Verstappen), (Lando) Norris, (Oscar) Piastri oder (Fernando) Alonso beziehen ihre Leistung genau aus dem Bremspunkt und der Geschwindigkeit vor dem Scheitelpunkt der Kurve. Und natürlich aus der Beschleunigung beim Herausbeschleunigen.“

Durch die neue Herangehensweise, die Kurve durchzufahren, anstatt den Scheitelpunkt anzugreifen, schrumpfen diese entscheidenden Vorteile. Das erklärt, warum einige Fahrer mit dem Regelwerk für 2026 offen unzufrieden sind, da ihre bewährten Techniken unter den auferlegten Energiemanagement-Beschränkungen weniger effektiv sind.

Die FIA ​​und die Formel 1 haben bereits erste Anpassungen vorgenommen. Tost erwartet „im Lauf der Saison weitere Änderungen, aber die Politik im Fahrerlager verlangsamt Reformen fast immer, vor allem, wenn bestimmte Teams, vom Status quo profitieren.“

„Die FOM und die FIA ​​wissen das alles; sie sind sich der Probleme bewusst. Einige Punkte wurden für Miami bereits angesprochen und weitere Anpassungen sind sehr wahrscheinlich. Allerdings werden die Teams, die derzeit vorne sind, wie Mercedes oder Ferrari sich wahrscheinlich gegen Änderungen sträuben,“ warnt der Tiroler.

 

Posted in ,