Tombazis: Dürfen uns nicht von Herstellern abhängig machen

Nikolas Tombazis hat klargestellt, dass sich die Formel 1 nicht von den Autoherstellern abhängig machen darf.

Tombazis hatte die Aufgabe, das 50/50-Aufteilungskonzept von elektrischer Energie und Verbrennungsmotorleistung, in die Praxis umzusetzen.

In einer Medienrunde in Miami, darunter Formelaustria.at, bekräftigte er die Aussagen von F1 CEO Stefano Domenicali, dass die damaligen Marktproritäten der beteiligten Automobilhersteller das 50/50-Prinzip faktisch diktierten, heute aber so nicht mehr greifen. Viele Regierungen weltweit waren damals soagr entschlossen, den Verbrennungsmotor per Gesetz abzuschaffen.

„Es stimmt, die politische Landschaft hat sich verändert. Als wir die aktuellen Bestimmungen besprachen, versicherten uns die stark involvierten Automobilhersteller, dass sie nie wieder einen neuen Verbrennungsmotor bauen würden“, erinnert sich Tombazis.

„Sie wollten die Verbrennungsmotoren schrittweise abschaffen und bis zu einem bestimmten Jahr vollständig auf Elektroantrieb umsteigen. Offensichtlich ist das nicht geschehen. Das soll die Bedeutung der Elektrifizierung weltweit zwar nicht schmälern, aber sie hat sich nicht so rasant entwickelt wie angekündigt.“

Der FIA Single Seater Director unterstrich, dass „wir uns seit damals auch – und das wird oft übersehen – für vollständig nachhaltige Kraftstoffe entschieden haben. Wir müssen in Zukunft den Motorsport vor den Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Lage schützen. Wir dürfen uns nicht von der Entscheidung der Automobilhersteller abhängig machen, ob sie sich an unserem Sport beteiligen wollen oder nicht.“

Für Tombazis ist klar, dass „wir sie unbedingt in unserem Sport dabei haben wollen – deshalb haben wir uns so sehr bemüht, neue Mitglieder zu gewinnen. Wir dürfen aber auch nicht in eine Lage geraten, in der wir plötzlich angreifbar sind, falls sie sich doch dagegen entscheiden. Daher müssen wir weiter an Kostensenkungen arbeiten.“

„Und wir müssen, falls wir für den nächsten Zyklus etwas ändern wollen, sehr bald mit den Gesprächen darüber beginnen, denn die Entwicklung einer Antriebseinheit, eines Motors und all der dazugehörigen Komponenten ist ziemlich zeitaufwendig.“

Eine kostengünstigere Entwicklung und Produktion von Antriebseinheiten würde nicht nur die Argumente der Automobilhersteller auf Vorstandsebene stärken, sondern auch unabhängigen Herstellern den Weg ebnen.

Als Nebeneffekt könnte dies auch den Einfluss der Automobilhersteller auf detailliertere Aspekte des Reglements, wie beispielsweise die zulässigen Materialien in den Motoren, verringern.

 

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