Die Formel 1 gastiert kommendes Wochenende zum vorläufig letzten Mal am Hockenheimring – Formelaustria blickt in der Geschichte zurück
1932, innerhalb von nur drei Monaten als 12 km langer Dreieckskurs auf Waldwegen angelegt, diente der „Hockenheimring“ lange vor allem als Teststrecke für das nahegelegene Mercedes-Benz Werk. In der Nazi-Zeit wurde die Strecke auf 7,7km verkürzt, mit der 8% überhöhten Ostkurve ergänzt und mit einem neuen Makadam-Belag versiegelt. Auf dem nun „Kurpfalzring“ genannten Rundkurs fanden Motorrad- und Sportwagenrennen statt. Dank der 1947 gegründeten Hockenheimring GmbH ging es nach dem Krieg rasch wieder weiter. Am 11. Mai 1947 strömten über 200.000 Fans zum allerersten Rundstreckenrennen Deutschlands. 1965 wurde der neue Westteil der Strecke mit dem Motodrom eröffnet, das mit seinen engen Kurven im starken Kontrast zur schnellen Strecke im Wald stand. Die Gesamtlänge des neuen Kurses, der nun im Uhrzeigersinn befahren wurde, betrug 6,789 km. 1970 tauchte der Hockenheimring erstmals im Rennkalender der Formel 1 als Großer Preis von Deutschland auf. Jochen Rindt siegte bei der Premiere. Nach dem Feuerunfall von Niki Lauda auf dem Nürburgring, gastierte die Königsklasse in den Jahren von 1977 bis 2008 fast ausschließlich in Hockenheim.
Umbau mit Folgen
2002 wurden die Länge der Hochgeschwindigkeitspassage drastisch gekürzt, die Südtribüne vergrößert, und die neue Mercedes–Tribüne errichtet. Eine enge Kurvenkombination im nördlichen Bereich und eine Spitzkehre nach der langen Parabolika waren die neuen Schlüsselelemente. Doch der eigentliche Charakter der Strecke war damit verloren gegangen. Jahrzehntelang rasten die Piloten in den Wald, verschwanden im Dickicht der Bäume und tauchten erst kurz vor der Einfahrt ins Motodrom wieder auf. Immer wieder hatten die Fahrer Schwierigkeiten die richtige Mischung auf flachen Flügeln für die High-Speed-Geraden und hohem Abtrieb für die Stadionsektion zu finden. Die Fans standen mitten im Wald und hörten das hohe Pfeifen der 1000 PS Motoren herannahen und dann davonfliegen ohne die Rennwagen zu sehen. „All das ging mit dem Umbau verloren. Die ehemalige Ayrton-Senna-Schikane ist nun Teil eines Radwegs“ sieht man in Riccardo Patreses Augen die Enttäuschung. Der Italiener drehte 1992 in seinem Williams-Renault FW14B in 1:41.591 Minuten die schnellste jemals am alten Layout gefahrene Runde. Im Wald gab es immer unglaubliche Windschattenduelle und auch Rempeleien. Jeder erinnert sich noch an die Prügelei zwischen Nelson Piquet und Eliseo Salazar. „Damals waren acht bis Kurven genug für eine Strecke, wenn dann spektakuläre Geraden kamen. Denkt an Hockenheim, Monza oder Silverstone. Heute geht es dauernd um die Kurve.“
Abschied für immer?
Um die Kurve geht es nun aber auch für Hockenheim. Denn nach dem Großen Preis von Deutschland 2018 fällt der Vorhang – vorerst. Der Veranstalter konnte sich mit Liberty Media nicht über die finanziellen Bedingungen eines neuen Vertrags für den Grand Prix einigen. Daher wird die badische Rennstrecke wie schon 2015 und 2017 nicht mehr im F1 Rennkalender aufscheinen. „Wir sind weder überrascht, noch enttäuscht“, erklärte Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler. Für ein Formel-1-Rennen 2020 könnte man einen Hut in den Ring werfen, „wenn kein wirtschaftliches Risiko für die Stadt entsteht“, betonte Oberbürgermeister Dieter Gummer, der gleichzeitig Vorsitzender Hockenheimring GmbH ist. Besonders schade für die heimischen Piloten, denn die Strecke war rot-weiß-roten Fahrern immer wohlgesonnen. Neben Rindt 1970, siegten auch Lauda 1977 und Gerhard Berger sogar zweimal, 1994 und 1997, dazu gab es noch einige Podien und später auch WM-Punkte für Christian Klien.
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