Vergleiche der beiden ‚Paydriver‘ Stroll und Sirotkin mit Ersatz- und Entwicklungsfahrer Robert Kubica hört man bei Williams nicht gerne. Auf Fragen, ob der Pole schneller als die beiden Rookies wäre, reagiert Technikchef Paddy Lowe gereizt.
Zum jüngsten Höhepunkt kam es beim Abschluss des Formel 1-Tests in Barcelona. Grund: Ein polnischer Journalist wollte von Paddy Lowe wissen, wie das Team darauf reagieren würde, wenn Ersatzmann Robert Kubica schneller gewesen wäre als die beiden Stammpiloten – was man aus den Zeitentabellen nicht zwingend schließen kann, und somit Ansichtssache ist.
Lowes gereizte Antwort: „Ich stimme dem, was Sie gesagt haben, nicht zu. Es wird auch in Zukunft nicht so kommen, das ist das Problem.“ Soll heißen: Entweder fuhren Stroll und Sirotkin ein anderes Programm, weshalb sie teils mehrere Zehntelsekunden hinter Kubica zurück waren. Oder die Youngster erhalten Rückendeckung, weil man sie schonen, und ihre Geldgeber nicht verärgern will.
Klar ist nur, dass Williams Vergleiche zwischen Kubica und den Teamkollegen nicht zulässt, es ist sogar absolutes Tabuthema. Entsprechend schroff führte Lowe daraufhin aus, dass derselbe polnische Journalist sich schon vor den Tests nach möglichen Folgen von besseren Rundenzeiten seines Landsmannes erkundigt hatte: „Ich wollte diese Frage nicht beantworten, weil ich finde, dass sie einfach keine Antwort wert ist“, sagte Lowe. „Und ich werde sie auch weiterhin nicht beantworten.“
Stattdessen stärkte Lowe vor allem Stroll den Rücken. Der Kanadier sei ’sehr jung‘, jedoch mittlerweile ‚auf einem ganz anderen Niveau als vor zwölf Monaten‘. Er erwarte von ihm 2018 Fortschritte in Sachen Renninstinkt. Auch die Tatsache, dass Neuling Sirotkin den Routinier Felipe Massa als seinen Teamkollegen ersetzt, würde Strolls Leistungen und Entwicklung „in einen anderen Kontext“ setzen, so Lowe: „Weil es fast schädlich war, dass er dachte: ‚Die Aufgabe ist es, so stark wie Felipe zu sein.“
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