Südafrika auf der Pole Position

Die Formel 1 soll wieder nach Afrika. Und kein Land bietet mehr Rennsporttradition sowie bessere Voraussetzungen als die Regenbogennation am Kap der guten Hoffnung. Auch ein österreichisches Unternehmen ist an Bord.

Der neue Formel-1-Chef Stefano Domenicali möchte nach Südafrika zurückkehren. Der ehemalige Ferrari-Teamchef gab Preis, dass ein afrikanisches Rennen ganz oben auf der Tagesordnung der Königsklasse steht. „Es gibt Länder, die Interesse an der Formel 1 gezeigt haben. Eines von ihnen ist Südafrika. Es ist wichtig, dass wir im Kalender eine gute Mischung aus neuen und alten Locations haben, um dem großen Erbe der Formel 1 Rechnung zu tragen“, so Domenicali.

Viel Tradition im Motorsport

Der Grand Prix von Südafrika hat eine glorreiche Geschichte, die bis in die 1930er Jahre in East London zurückreicht. Das erste Rennen fand 1934 am Prince George Circuit in East London statt. Ab 1962 zählte das Rennen 23-Mal zur Formel-1-Weltmeisterschaft und ging ab 1967 immer in Kyalami, nahe Johannesburg, über die Bühne. Rekordsieger ist die schottische Lotus-Legende Jim Clark mit vier Siegen. In Kyalami, das auf Zulu „mein Heim“ bedeutet, stiegen große Rennen, feierten die Fans wilde Partys, prügelten sich Champion James Hunt und Hollywood-Legende Richard Burton um Hunts Ehefrau Susan Miller. „Hier habe ich als junger Bursche die ersten Rennen erlebt, bin die ersten Runden im Kart gedreht, habe den Formel 1 GP von Südafrika 1975 gewonnen“, erinnert sich Jody Scheckter, Ferrari-Weltmeister von 1979. 1993 war auf dem brandgefährlichen Kurs – Peter Revson kam 1974 bei Testfahrten ums Leben, Tom Pryce überfuhr 1977 einen Streckenposten bei voller Fahrt überfuhr und wurde von einem Feuerlöscher tödlich am Kopf getroffen – endgültig Schluss. So glamourös Kyalami einst war, geriet es international schnell in Vergessenheit und außer wenigen F1 Testfahrten Anfang der 2000er und eines Kurzauftritts der Superbike-WM 2009 gab es nur wenige, kleine nationale Rennevents.

Sportlich beste Voraussetzungen

Doch nach Jahren des Umbruchs ist Südafrika in Sachen Grand Prix nun wieder gut aufgestellt. Das neue Unternehmen SAGP wird von Warren Scheckter, dem Sohn des ehemaligen F1-Fahrers Ian und Neffen von Jody, geleitet. Letzterer fungiert als Gründungspräsident und verleiht dem Bestreben wieder in den Rennkalender zurückkehren zu können, große Glaubwürdigkeit. Schon letztes Jahr hätte dazu ein großes Formel 1 Festival in Kyalami und Johannesburg mit Showruns, Fantreffen und Autogrammstunden, etc. stattfinden sollen, fiel aber Corona zum Opfer. „Wir haben das Festival geplant, um die Formel 1 nach Südafrika zurückzubringen. Südafrika hat ein reiches Erbe an Formel-1-Rennen mit einer großen und begeisterten Fangemeinde. Wir bieten zudem einen riesigen potenziellen Markt für den Sport.“ Laut Scheckter jr. befindet man sich „in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Formel 1, aber diese Initiativen brauchen Zeit. Wir hoffen, dass es bald soweit ist.“ Die direkte Umgebung der legendären Rennstrecke wurde in einen Business-Park umgewandelt, das 4,5 Kilometer lange Asphaltband verrottete, die damaligen Eigentümer meldeten Insolvenz an. 2014 ersteigerte Toby Venter, Chef von Porsche Südafrika, das Areal um rund 13 Millionen Euro und investierte weitere 37 Millionen Euro in die Modernisierung der Strecke. 65 Prozent des alten Grand-Prix-Kurses wurden dabei erhalten, die Zielgerade verlängert, vier neue Kurvenpassagen eingefügt und das Fahrerlager neu gebaut. „Wir haben hier viele Jahre keinen Motorsport gehabt und eine Generation von jungen Leuten verloren, die motorsportbegeistert sind. Letztes Jahr hatten wir dann Besuch von Chase Carey, Ex-Formel 1 Chef, und Jean Todt, Präsident des Motorsport-Weltverbandes. Und beide waren sehr interessiert. Ich denke, wir werden bald die Homologation für die Königsklasse haben“, sagt Venter.

Ohne Geld kein Rennen

Die Infrastruktur ist da, aber allein das Antrittsgeld für einen Grand Prix ist wohl nur mit Hilfe der Regierung aufzubringen. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa ist zwar ein glühender Motorsportfan, aber die Regierungspartei ANC hat momentan ganz andere Sorgen als Investitionen in den Motorsport. Über ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos und das Land von Corona gebeutelt. Zudem wird Motorsport auch nach der Apartheid immer noch als „weißer Sport“ gesehen. Die schwarze Bevölkerung ist zwar autoverrückt, schaut aber lieber Fußball und inzwischen auch Rugby. Scheckter jr. und Venter sind sich aber einig, dass „die Formel 1 auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt und die Wertschöpfung für die südafrikanische Wirtschaft enorm sein wird. Tausende von Arbeitsplätzen werden geschaffen und Zehntausende von Touristen werden angezogen.“ Dementsprechend sucht man im Verbund mit internationalen Agenturen intensiv nach Investoren. Zu diesen Agenturen zählt auch die in Wien ansässige HM Sports. „Wir arbeiten seit über zehn Jahren erfolgreich im Sport in Afrika, haben ein Büro in Kapstadt, und sind seit unserer Gründung 2003 in der Formel 1 tätig. Daher war es naheliegend, dass dieses Projekt für uns spannend ist,“ so Agenturchef Harry Miltner. Ein großer Befürworter eines Grand Prix in Afrika ist Lewis Hamilton. Schon letztes Jahr sagte der siebenfache Weltmeister, dass „wir nach Afrika gehen müssen. Ich denke, die Aufmerksamkeit wieder auf Afrika zu lenken und die Schönheit des Kontinents aufzuzeigen, wäre ein sehr wichtiger Schritt.“ Solche und ähnliche Aussagen von Formel 1 Granden helfen sicher, Unternehmen und anderen Geldgebern das Comeback des Südafrika GP schmackhaft zu machen, den Traum wahr werden zu lassen.

 

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