Steiner: „Ich habe keine Angst vor Misserfolgen!“

Nach zehn Jahren als Haas Teamchef hat Günther Steiner die Seiten gewechselt und ist aktuell Formel 1 Experte fürs Fernsehen. Der 59-jährige Südtiroler sprach in Wien nun mit Formelaustria.at über seinen Kultstatus in „Drive To Survive“, seine Zeit als Haas Boss, Mick Schumacher, und vieles mehr

Vom Mechaniker über den Formel-1-Teamchef zum Netflix-Serienstar, und nun sogar zum Buchautor – bist Du ein Hans Dampf in allen Gassen, Günther?

Man muss die Lust haben, etwas zu probieren. Ich stehe in der Früh auf und bin nie nur da, um irgendwo dabei zu sein – ich will aktiv gestalten. Wenn ich keinen Spaß habe, dann wird es nicht gut. Die Idee zum Buch kam aus dem Nichts. Jemand hat mich angeschrieben und ich habe das lange ignoriert. Dieser Herr gab nicht nach, wir haben dann gemailt und mir gefiel die Idee immer besser. Am Ende habe ich mich mit ihm als Ghostwriter geeinigt. Manchmal habe ich einfach Glück oder sehe Sachen, die zum Erfolg führen können. Natürlich habe ich überlegt und viel diskutiert. Nur etwas zu machen, weil es jemand anderer macht, ist kein Garant zum Erfolg. Ich habe auch keine Angst vor Misserfolgen, man kann nicht überall alles richtig machen. Das Gute ist: Die Sachen, die schiefgehen, die fallen nicht immer so auf. (lacht)

Vor rund 20 Jahren hat Dich ein gewisser Niki Lauda zu Jaguar geholt. Wie lief das damals?

Wir sind beide ziemlich unorthodoxe Charaktere, weshalb wir uns wohl auch so gut verstanden. Wenn er uns jetzt zuhören würde, würde er „Goschn“ sagen. (lacht) Ich wuchs auf, als Lauda in den 70er-Jahren der Superstar war und habe mir das im Schwarzweiß-Fernsehen angesehen. Ich hätte mir nie erträumen lassen, einmal mit ihm reden zu können und als der Telefonanruf für ein Treffen kam, war ich natürlich sofort an Bord. Am Ende des Abendessens sagte er: „Herr Steiner, vielen Dank, Sie werden für mich arbeiten“. Ich fragte ihn, was ich tun soll und er meinte nur, er wisse es noch nicht und werde es mir schon noch mitteilen. (lacht)

An welche Anekdote mit Niki Lauda kannst Du Dich erinnern?

Niki, wenn er dich gemocht hat, war er ein super Typ. Jaguar war in Milton-Keynes und ich wohnte damals rund 20 Minuten von der Fabrik weg. Niki wohnte in London und wenn er keine Lust hatte, nach London zu fahren, sagte, ich komm mit dir nach Hause. Er hatte dann sein eigenes Zimmer bei mir, aß mit mir zu Abend und wir schauten Fern. Niki hat mir auch beim Start des Haas-F1-Teams geholfen. Ich hatte ihn gebeten, Bernie Ecclestone zu überreden, dass er uns eine Lizenz gibt. Logischerweise kannte ich Bernie, aber war nicht sein Freund, wie Niki. Ich fragte Niki, ob er nicht ein Meeting mit mir, ihm, Stefano Domenicali und Bernie organisieren könnte. Plötzlich riefen sie mich in einem Konferenz-Call um 3 Uhr in der Früh aus Indien an und es war eigentlich ein Zufall, dass ich noch in Europa war und das Handy anhatte. Ich hob ab und fragte Niki, was er um die Uhrzeit von mir wolle. Niki meinte nur „Du, ich sitze hier mit Bernie und dem Domenicali. Erzähl ihnen mal, was du machen willst.“ Total verschlafen musste ich Bernie überzeugen. Aber, wenn du Niki gesagt hast, ich brauch dich, dann hat er es auch gemacht. Aber kontrollieren konntest du ihn dann nicht mehr!

Stefano Domenicalis Sager über Dich, „Wow, wo in aller Welt kommt dieser Typ denn her?“ ist inzwischen auch legendär. Wie ist Euer Verhältnis?

Stefano hat jetzt seinen Wohnsitz in England, weil er Geschäftsführer der Formel 1 ist, aber er stammt aus Imola, und sein Wohnsitz war in Südtirol. Deswegen kennt er Südtirol ziemlich gut. Wir sind sehr gute Freunde geworden über die Jahre und haben auch immer sehr viel Spaß. Aber wir arbeiten auch gut zusammen. Als ich den Geschäftsplan (für Haas) hatte und auf Investorensuche war, war Stefano einer, der mich unterstützt hat. Man braucht Leute, denen man traut, wenn man solche Ideen hat, dass es nicht eine Schnapsidee wird. Er sagte: „Ich unterstütze dich. Ich weiß ich kann dir vertrauen, wenn du was angehst, dann machst du es auch richtig. Du machst es nicht nur, um kurzfristig Geld zu verdienen, sondern du willst ein Projekt machen.“

Du warst bei Jaguar und Red Bull, bevor Du Haas mit aus der Taufe gehoben hast. Haben Dich die beiden vorherigen Jobs auf die Mammut-Aufgabe Haas vorbereitet?

Absolut. Wenn man in Formel 1 kommt, braucht es mindestens 5 Jahre, bis du zu irgendeiner Akzeptanz in einem höheren Job kommst. Aber ich bin mit Niki reingekommen und da war alles viel leichter. Ich habe es erst nachher gemerkt, dass ich einen Vorsprung hatte, wenn du von Niki rumgeführt und vorgestellt wirst. Und dann bin ich zurückgekommen, mit RedBull war es schon viel einfacher. Und dann das dritte Mal, eigentlich ziemlich einfach, in die Formel 1 zurückzukommen, weil ich schon 70% der Leute kannte.

Du beschreibst Dich als ungekünstelt. Das passt aber nicht immer In die heutige Gesellschaft, wo man es gar nicht schätzt, wenn jemand gegen den Strom schwimmt

Man kann es nie jedem recht machen. Deshalb ist es am besten, wenn man sich so gibt, wie man ist. Wenn man für einen Großkonzern arbeitet, muss man aber das Leitbild dieses Konzerns zu einem gewissen Grad mittragen, das ist auch okay. Ich bin nicht hier, um zwischen richtig und falsch zu urteilen. Jeder sollte sein, wie er sein möchte oder sein muss. Manchmal ist es ein bisschen vorgegeben, wie man sich zu geben hat und das ist so lange okay, solange man sich nicht selbst verleugnet.

Deine ungeschönte Darstellung hat Dich in „Drive To Survive“ zur Kultfigur gemacht. Wie beurteilst Du die Netflix Serie?

Ich habe mir die Serie nie angeschaut. Ich war natürlich dabei, als gefilmt wurde, aber ich habe keine Ahnung, was die Verantwortlichen dann verwendet haben. Wenn es den Leuten gefällt, wird es schon gut sein. Ich plante nicht schon seit meinem zweiten Geburtstag, die Rolle in „Drive To Survive“ einzunehmen, insofern habe ich mich einfach so gegeben, wie ich eben bin. (lacht) Wir haben auch bei mir daheim in Meran gedreht und als Südtiroler, so heißt es, muss man einmal den Ortler, unseren Hausberg, bestiegen haben. Ich habe also überlegt, was man im Sommer so machen könnte, und kam zur Entscheidung, dass es Zeit für den Berg wird. Ich war dann mit meinem Neffen unterwegs und das Netflix-Kamerateam ging mit – die hatten keine Ahnung, wo sie hingehen. (lacht) Wir hatten aber Riesenspaß und ich kam mit dem Kamerateam super zurecht. Auch wie ich mit meiner Tochter am Jetski hinausfuhr und geblödelt habe – das passiert auch sonst immer, nur hier halt mit Kamera.

Du bist nun als TV-Experte auf der anderen Seite des Zauns. Bringt das einen gewissen Druck mit?

Nein, ich habe da bestimmt keinen Druck. Ich probiere nicht, wenn ich auf Sendung gehe, dass ich etwas sagen muss, um Leute aufzuregen. Ich sage meine Meinung. Manchmal ist etwas dabei, wo ich gar nicht verstanden habe, wieso das so viel Aufsehen erregt.Das verstehe ich erst im Nachhinein. Ich spreche und dann denke ich gewöhnlich. Deswegen ist das öfter passiert. Aber ich sage einfach so. Ich gehe da keinen Druck an. Ich gehe da sehr offen rein. Wenn ich die Situation im Rennen sehe, dann sage ich, was ich darüber denke. Wiederum sage ich, du musst nicht meiner Meinung sein. Das finde ich okay damit.

Wie ist mittlerweile Deine Gefühlslage, nachdem Du nicht mehr im Team bist?

Überraschung war es für mich eigentlich keine Große. Ich wollte schon letztes Jahr im Sommer nicht mehr verlängern. Und als es nicht mehr klappte, war es fast eine Erlösung. Jemand hat mir die Entscheidung quasi vorweggenommen. Wir haben zusammen entschieden, es geht so nicht weiter, weil ich auch nicht mehr wollte. Natürlich denke ich manchmal, was wäre wenn ich weitergemacht hätte. Das ist völlig OK. Aber jetzt bin ich so glücklich mit meiner Entscheidung und für mich haben sich jetzt auch Türen geöffnet, die vorher zu waren. Es gibt also Möglichkeiten und ich kann an Sachen arbeiten, an Projekten und jetzt habe ich die Freiheit das zu tun. Früher warst du immer in diesem Zugzwang, dass tun zu müssen, wofür du angestellt bist. Jetzt hab ich die Freiheit zu tun und lassen, was ich will.

Traditionelle Strecken werden in der Formel 1 immer weniger. Wie viel Tradition darf man für noch mehr Erfolg und Geld wirklich opfern?

In meinem Alter ist man Traditionalist. Die Formel 1 liebt die Tradition, aber sie muss auch mit der Zeit gehen. Die Menschen wollen heute mehr Unterhaltung und brauchen Rahmenprogramme. Warum gehen so viele Leute ins Disneyland? Es gibt dort viel zu sehen und auszuprobieren, das lieben die Menschen. Auch in der Formel 1 wollen sie ein Acht-Stunden-Programm voller Unterhaltung und das bieten die neuen Strecken. Wenn ich das ganze Brimborium nicht sehen will, dann schaue ich mir halt nur zwei Stunden lang den Grand Prix an. Die Formel 1 lebt immer noch von den Rennen, aber das reicht nur für uns Oldtimer. Die Jungen wollen gut essen, Simulator fahren und Action erleben. So gibt es für alle Generationen etwas und das ist optimal.

Viele Fans wünschen sich aber Traditionsrennstrecken wie Monaco im Kalender. Allerdings gibt es nun Knatsch. Wie kann man die Rennen dort wieder spannender machen?

Monte-Carlo sollte bleiben, aber man müsste sich auch ernsthaft überlegen, wie man die Rennsituation dort besser machen kann. Die Stadt muss größer werden, um Platz für Immobilien zu bekommen. In dieser neuen Stadtplanung müsste man Dinge einbauen, damit man die Strecke verändern und verlängern kann – das wäre durchaus möglich. Sie ist sehr kurz und so könnte man die traditionellen Passagen drinnen lassen und neue dazu bauen, die das Überholen möglich machen.

Die aktuelle Formel-1-Saison ist spannender als viele befürchteten. Können Lando Norris und Co. Max Verstappen im Titelrennen wirklich noch ärgern?

Ich glaube schon. Dominanzen kommen immer zu einem Ende. Ferrari und McLaren haben gut gearbeitet und sind Red Bull schon sehr nahegekommen, logischerweise werden die Teams auf den unterschiedlichen Strecken immer mal ihre Vor- und Nachteile haben. Red Bull wird weiter gewinnen, aber es gibt einen harten Konkurrenzkampf und das wollen wir alle von der Formel 1. Red Bull wird aber sicher nicht vergessen, wie man gewinnt, aber es wird ihnen nur nicht so leichtfallen. Unter Druck werden auch Max und dem Team Fehler passieren, die andere für sich nutzen können. Umso enger es wird, umso schwieriger werden die Vorhersagen. Ich sehe derzeit mit Verstappen, Norris und Leclerc drei Fahrer, die Weltmeister werden könnten. Ja. Oscar Piastri fährt sehr gut, aber er wird es auch nicht schaffen. Mit Norris als Teamkollege wird es zu schwer für ihn.

Würdest Du auch sagen, die Max-Verstappen-One-Man-Show geht langsam zu Ende?

Sie ist anders geworden, er gewinnt immer noch, tut sich aber schwerer, muss sich mehr anstrengen. Und man weiß jetzt bei keinem Rennen, wer zweite, erste oder dritte Kraft ist. Ferrari hat Rennen gewonnen, McLaren hat Rennen gewonnen, Mercedes hat Rennen gewonnen. Ich glaube sogar, dass Max darüber in gewisser Weise glücklich ist, denn in der Vergangenheit hieß es oft, mit diesem Auto könnte jeder Weltmeister werden. Das stimmt aber nicht, denn sein Teamkollege, Checo Perez, den ich sehr respektiere und den ich für einen guten Fahrer halte, kommt an Max nicht mehr ran. Max macht seine Show, aber es wird enger, und umso enger es wird, desto eher macht Max Fehler. Ich finde es sehr interessant, aber diese Dominanz ist weg. Aber die Titelvergabe geht nur über Max.

Denkst du, er würde auch in einem anderen Auto gewinnen?

Ich glaube, er würde in einem McLaren gewinnen. Bei den anderen kommt es auf die ich sage, Tagesform drauf an. Deswegen, in anderen Autos, ich glaube, in Monte Carlo, im Ferrari hätte er sicher gewonnen, weil, der war eindeutig überlegen in Monte Carlo und Leclerc war sehr stark in Monte Carlo. Aber, in einem guten Auto würde er sicher auch mitkämpfen. Logischerweise, in einem Auto was in der zweiten Hälfte des Feldes fährt, würde er auch nicht gewinnen. So gut ist er auch nicht.

Bei McLaren ging’s nach vorn, bei Aston Martin nach hinten. Was läuft bei Alonso und Co. schief?

Ich glaube, die haben Upgrades gebracht, die Downgrades waren, nennen wir es mal so, und die anderen werden ja schneller, aber dass sie so viel schneller werden, ist auch nicht möglich, deswegen, die haben in die falsche Richtung entwickelt. Was manchmal im Windkanal gut aussieht, dass man mehr Abtrieb bekommt, ist dann auf der Rennstrecke etwas anderes, weil das Auto nicht mehr fahrbar ist, und dann ist es auf einmal langsamer. Also du hast zwar Daten da, die sagen, das Auto ist besser auf dem Papier und dann setzen sich die Fahrer rein, und die sagen, auf der Geraden habe ich Abtrieb aber sobald ich in die Kurve fahre ist alles weg, und deswegen, manchmal ist es eine Entwicklung die nach hinten losgeht.

War es von Red Bull Racing richtig, Sergio Perez zu behalten?

„Checo“ ist ein netter Bursche und ein guter Fahrer. Alle Signale, die ich von Christian (Horner) und Helmut (Marko) bekam, sagten, dass sie ihn austauschen. Dass sie das dann doch nicht getan haben, hat auch mich überrascht. Wieso und warum sie sich so entschieden haben, kann ich nicht beurteilen. Aber am Ende des Tages hat Perez bislang nicht geliefert.

Der Fahrermarkt war heuer sehr, sehr turbulent, vor allem Carlos Sainz scheint nun unter Druck. Wie siehst du das?

Es war schon sehr komisch dieses Jahr. Letztes Jahr war kein neuer Vertrag und diesmal gleich 10 oder 12. Lewis hatte nur eine Option, dass er weggehen konnte. Nachdem Carlos Sainz nun unterschrieben hat, bewegt sich auch alles andere. Es wird ein bisschen turbulent weitergehen, weil vieles ist noch nicht entschieden. Dass Lewis zu Ferrari geht, verstehe ich, denn er braucht neue Herausforderungen. Es wird wohl seine letzte Station als F1 Fahrer. Er ist siebenmal Weltmeister, viel verlieren kann er nicht. Ich glaube, jeder Formel 1 Fahrer hat den Traum, für Ferrari zu fahren und es ist für uns alle schön, dass er das Risiko eingeht. Lewis ist in seinen jungen Jahren in Formel 3 und Formel 2 immer für Fred Vasseur gefahren, deswegen kennen sie sich sehr gut, sind Freunde. Und für Ferrari ist es top – mit Charles Leclerc und ihm zwei Top-Fahrer auf diesem Niveau, das hat es selten gegeben.

Was sind Faktoren, die ein Fahrer auf jeden Fall braucht, um wirklich in der Formel 1 Fuß fassen zu können?

Mentale Stärke, ein gutes Umfeld, das ihn nicht nur verteidigt, ihm auch seine Schwächen aufzeigt und mit ihm daran arbeitet. Ein junger Fahrer muss lernen, man muss ihm seine Fehler sagen, und er muss offen sein. Diese Jungs kommen da rein, mit 18 Jahren, sind reif im Motorsport-Bereich, aber im Leben eigentlich unreif. So ein Pilot hat noch nie für sich selbst Entscheidungen treffen müssen, hatte immer jemanden, der alles für ihn gemacht hat und dann kommt er in die Formel 1, wo das vorbei ist. Dann hört er gleich gerne von seinen Freunden, dass er der Beste ist. Lando Norris, Charles Leclerc oder Oscar Piastri hatten immer ein sehr gutes Umfeld. Piastri wird von Mark Webber betreut, der genau weiß, was ihm zu sagen ist, und der Junge wächst, als Mensch und als Rennfahrer, was sehr wichtig ist.

Diese Thematik hattes Du auch mit Mick Schumacher. Sein Onkel Ralf ist inzwischen einer Deiner schärfsten Kritiker. Wie siehst Du das?

Dazu stehe ich aber auch. Ich greife nie eine Person direkt an und habe weder über Mick noch über Ralf Negatives zu sagen. Wenn ich aber gefragt werde, was ich als Teamchef in einer gewissen Situation tun würde, dann antworte ich ehrlich. Einiges wurde auch von der deutschen Presse aus dem Kontext gerissen. Ich gebe aber jedem das Recht, seine Meinung zu haben und handhabe das selbst auch so. Meine Meinung ändere ich aber nicht, weil es jemand anderen nicht passt.

Zurück zur Rennserie. Was erhoffst Du Dir von der großen Reglementreform 2026?

Ich bin immer positiv für Neuerungen, es muss immer Neuerungen nehmen, damit es spannend bleibt. Das jetzige Reglement funktioniert eigentlich gut, wir haben schöne Autos, die schnell sind. Aber man muss in die Zukunft schauen. Das neue Reglement wurde geschaffen, als man glaubte, 100% Elektromobilität ist die Zukunft, was sich in den letzten Jahren ein bisschen geändert hat. Dementsprechend wurden die Regeln wieder angepasst und nun werden 50% der Leistung aus der Elektrik geholt.

Stichwort neu – wie beurteilst Du das Formel 1 Projekt von Audi?

Wenn ein Hersteller wie Audi kommt, sagt das viel über den Status der Formel 1 aus. Hersteller müssen im Motorsport präsent sein. Ich weiß nicht genau, wie weit Audi ist, und sie wissen nicht, wo die anderen stehen. Aber sie haben sehr viel Geld in die Hand genommen, bauen ihren eigenen Antriebsstrang, und haben mit dem Sauber Formel 1-Team eine solide Basis gekauft. Dass Audi gleich vorne mitfahren und um Siege kämpfen kann, wird es nicht geben. Sie werden ein paar Jahre brauchen, um sich nach vorne arbeiten zu können, wie jeder andere auch.

Was fehlt der Formel 1 aktuell bzw. was sollte man für die nähere Zukunft andenken?

Ein Rennen in Afrika wäre cool und da ist auch das Bestreben da. Die Formel 1 ist eine Weltmeisterschaft und in Afrika fehlt ein Rennen. Durch Netflix hat die Serie auch dort an Popularität gewonnen und deshalb wäre die Zeit für einen Grand Prix jetzt wieder reif. Nachhaltigkeit wird ein wichtiges Thema bleiben und durch neue Motoren und ein adaptiertes Reglement wird sich dort auch viel tun. Kommerziell ist die Formel 1 gut aufgestellt.

Das Interview führte Victoria Kral, Chefin vom Dienst Formelaustria

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