Steiner: „Hatte es satt, immer nur Neunter zu werden“

Günther Steiner hatte es satt, jedes Jahr nur Neunter zu werden, bevor er von Haas entlassen wurde.

Steiner war maßgeblich am Erfolg des TGR Haas F1 Team in der Formel 1 beteiligt, doch vor seiner Entlassung hatte er genug vom mangelnden Fortschritt des Teams.

Seit dem Einstieg in die Formel 1 2016 konnte das amerikanische Team noch nie einen Podiumsplatz erreichen. Als Teamchef hatte Steiner, der das Team nahezu im Alleingang aufgebaut hatte, ehrgeizige Pläne.

Er wollte Haas unter die ersten Drei zu bringen, doch mangelnde Investitionen und Spannungen mit Besitzer Gene Haas führten 2024 zu seiner Entlassung.

Sein Nachfolger Ayao Komatsu bezeichnete die Kommunikation unter Steiner als „Desaster“, da das Team ans Ende des Feldes abrutschte. Nachdem Haas in den Anfangsjahren im Mittelfeld mitgekämpft hatte, verschlechterte sich die Leistung in den 2020er-Jahren.

Das Team holte 2021 keine Punkte und begann danach langsam wieder anzugreifen. 2025 erzielte Haas 79 Punkte und belegte den achten Platz, aktuell liegt das Team 2026 mit 21 Punkten auf dem siebten Platz.

Doch bereits in der Saison 2022 ließ Steiner die Leidenschaft für die Arbeit im Team nach. Otmar Szafnauer sagt: „Haas wird niemals ein Spitzenteam sein, und der ehemalige Teamchef gibt zu, diese Ambition nicht vermitteln zu können.“

„Ende 2022, Anfang 2023 habe ich die Lust verloren. Ich konnte sehen, wohin die anderen Teams gehen. Ich sah, was nötig ist, um erfolgreich zu sein, und ich konnte das nicht vermitteln,“ sagte Steiner nun im High Performance Podcast.

„Es ist vielleicht mein Fehler, dass ich es nicht rübergebracht habe, aber ich habe versucht zu sagen: ‚Das müssen wir tun, um in Zukunft erfolgreich zu sein.‘ Wenn man nicht in der Formel 1 arbeitet, verstehen die Leute manchmal nicht, wenn man sieben, acht Jahre lang etwas tut, um in der Formel 1 einen Punkt zu holen. Ich habe das getan. Ich will aufs Podium.“

„Wenn ich keine Chance habe, etwas Besseres zu erreichen … Ich meine, ich will nicht jedes Jahr um dasselbe kämpfen, wie das Team es momentan tut. Alle Mittelfeldteams kämpfen um dasselbe: um einen Punkt. Ich habe zehn Jahre lang versucht, Punkte zu holen, um Siebter, Achter, Sechster, Neunter, Zehnter zu werden. Man muss sich selbst in eine Position bringen, in der man sagt: ‚Ich will aufs Podium.‘

Der Südtiroler sieht sich selbst aber „als ehrgeizig. Daher fragte ich mich ‚Werde ich mit dem, was ich habe, jemals aufs Podium kommen? Nein.‘ Und wenn man nicht mehr daran glaubt und sich nicht mehr mit einem Punkt am Wochenende zufriedengibt, dann muss man etwas ändern. Deshalb sagte ich, dass es für mich gut war, zu wechseln.“

Auf die Frage, ob er länger beim Team geblieben sei, als er hätte bleiben sollen, gab Steiner zu: „Ja. Ich glaube, ich bin zwei Jahre zu lange geblieben. Aber bei Gene Haas waren Ideen nicht erwünscht. Ich hatte einen Plan, aber sie wollten ihn nicht umsetzen.“

Steiner war es letztlich leid jedes Jahr um dasselbe zu kämpfen.

„Ich wollte nicht länger um einen einzigen Punkt kämpfen. Und heute kämpfen sie immer noch um dasselbe: einen einzigen Punkt. Ich kann Genes langfristige Vision für das Team bis heute nicht verstehen. Aber ich bin froh, ohne ihn weitermachen zu können.“

 

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