Spektakel in Interlagos

Max Verstappen holte sich in einem chaotischen Rennen absolut verdient den Rennsieg, sensationell Zweiter Pierre Gasly, Weltmeister Hamilton erhält eine Strafe

Red Bull Pilot Max Verstappen revanchierte sich für sein Pech in der Vorsaison, als er als Führender von Esteban Ocon rausgeschubst wurde, und gewann völlig verdient den Brasilien GP. Der Niederländer fuhr erstmals von der Pole Position zu einem Sieg, seinem achten in der Formel 1. Trotz zweier Safety Car Phasen behielt Verstappen immer kühlen Kopf und setzte sich stets rasch wieder an die Spitze, die er auch bis zur Zielflagge nicht mehr abgab. „Der Wagen hat perfekt funktioniert und auch die Reifen haben immer gut gegriffen. Es hat wirklich viel Spaß gemacht da draußen heute,“ so der Red Bull Fahrer, der nun so gut wie sicher WM-Platz 3 für sich erobert hat. Kurz sah es nach einem Doppelsieg aus, doch eine Runde vor Schluss schubste Lewis Hamilton den zweiten RBR-Piloten Alex Albon in einen Dreher.

Gasly sensationell

In einer hektischen Schlussphase schnappte sich Pierre Gasly völlig überraschend, aber nicht unverdient, Platz 2. „Ich werde diesen Tag niemals vergessen. Ich weiß gar nicht wirklich, was ich sagen soll. Seit ich wieder bei Toro Rosso bin, habe ich immer ein tolles Auto und volle Unterstützung bekommen. Gegen Lewis habe ich das Pedal fast durch den Boden gedrückt, habe am Lenkrad an allen Knöpfen gedreht, damit ich irgendwie noch schneller werde. Ich habe gebetet, dass alles hält“, strahlte der Franzose übers ganze Gesicht. Nach dem Sieg von Sebastian Vettel 2008 in Monza und dem dritten Rang von Daniil Kvyat in Hockenheim früher in der Saison, ist Gaslys zweiter Rang erst das dritte Podium in der Teamgeschichte von Toro Rosso. „Natürlich freuen wir uns extrem. Die Schlussphase war extrem chaotisch und Du wusstest nicht, ob es wirklich klappt oder ob noch alles schiefgehen wird“, ging auch Teamchef Franz Tost aus sich heraus.

Mercedes geschlagen

Einmal ist Toto Wolff nicht dabei und dann geht’s bei den Silbernen gleich drunter und drüber. Zunächst steckt man Valtteri Bottas beim ersten Stopp die harte Mischung aufs Auto und der Finne kommt nochmals um zu wechseln. Wenig später musste Bottas den Wagen mit rauchendem Heck abstellen und verursachte dadurch eine Safety Car Phase. Hamilton lag den größten Teil des Rennens auf Rang 2, in Schlagdistanz zu Verstappen. Vor dem zweiten Restart holte sich der Brite nochmals einen neueren Satz Reifen ab und kämpfte sich von P4 wieder nach vorne. Im Fight um den zweiten Platz jedoch, schoss er Albon ab und verlor dann das Beschleunigungsduell im letzten Sektor mit einem angeschlagenen Wagen noch gegen Gasly. „Pierre war sehr fair und ich hatte einfach nicht mehr den Speed um an ihm vorbeizukommen. Ich muss mich auch bei Albon entschuldigen. Der Platz war, aber ich denke, es war schon eher mein Fehler. Ich habe alles gegeben, aber wir hatten einfach die Pace nicht“, so Hamilton, der schließlich eine 5-Sekunden Strafe kassierte und nur 7. wurde. Neuer Dritter ist Carlos Sainz – das erste Stockerl für den Spanier und gleichzeitig das erste für McLaren seit P2 & P3 durch Kevin Magnussen und Jenson Button in Australien 2014.

Ferrari mit Crashgate

Während sich Vettel lange auf Platz 3 hielt, stürmte Charles Leclerc nach seiner Strafversetzung durch Motorwechsel von P14 durchs Feld nach vorne. Nach der ersten Safety Car Phase fand sich der Monegasse plötzlich hinter dem Teamleader und zog an diesem mit einem spektakulären Manöver Ende Start-Ziel vorbei. Doch Vettel ließ nicht locker, setzte sich auf der nächsten Geraden daneben und lenkte leicht nach links, um zu zeigen, wer der Herr im Hause Ferrari ist. Dabei schlitzte er Leclerc den rechten Vorderreifen und bei seinem Wagen den linken Hinterreifen auf, wodurch beide abflogen. Die Szene erinnerte an die Saison 2010 als der Deutsche beim Türkei GP mit einer ähnlich überaggressiven Attacke Stallgefährte Mark Webber abschoss.

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