Silberne Überraschung

An einem Wochenende in Bahrain, an dem Ferrari alles beherrschte, kam es zu einem sehr glücklichen Doppelsieg der Silberpfeile – Dominator Leclerc mit Defekt zurückgefallen

Lewis Hamilton hat den Formel 1 Grand Prix von Bahrain vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas gewonnen und eigentlich wusste bei den Silbernen keiner wirklich warum. „Wir hatten heute enorm viel Glück“, sagte der Brite beim Überqueren der Zielline, denn von der Pace her war Ferrari klar überlegen. „Charles (Leclerc) ist so großartig gefahren. Das war wirklich unglücklich für ihn. Wir müssen wirklich noch hart arbeiten, um die Jungs in Zukunft hinter uns zu halten.“ Hamilton fuhr fehlerlos, besiegte Vettel auf der Strecke und profitierte am Ende von Leclercs Defekt. „Natürlich ist Charles nun niedergeschlagen, aber hat noch viel Zeit vor sich und wird noch viel gewinnen“, fügte Hamilton hinzu.

Bottas weiter WM-Leader

„Es war ein glücklicher Tag für uns. Der Wagen ist zuverlässig und wir haben keine Fehler gemacht. Das zahlt sich heute aus“, resümierte Bottas, der vom Speed her nirgends war, im Vergleich zu Teamkollege Hamilton und den Ferraris. Dennoch wurde er Zweiter, weil sich Vettel rausdrehte und Leclerc mit Defekt nachlassen musste. Aufgrund des unverhofften Podestplatzes bleibt der Finne, der den Saisonauftakt in Australien gewonnen hat, in der WM-Wertung in Führung. Bottas hält bei 44 Zählern vor Hamilton (43) und Max Verstappen (27). Der Red Bull Pilot kam in Bahrain als Vierter ins Ziel und auch Teamkollege Pierre Gasly konnte endlich Punkte einfahren. Der Franzose wurde Achter.

Leclerc im Pech

Eigentlich war für den Ferrari-Youngster alles angerichtet. Leclerc startete von der Pole, fiel auf P3 zurück, kämpfte sich nach einigen Runden aber wieder an die Spitze zurück. Im Anschluss dominierte der Monegasse das Geschehen klar und schien auf dem Weg zum Sieg als knapp zehn Runden vor Schluss sein Energierückgewinnungssystem streikte. Leclercs Ferrari hatte so zirka dramatische 160 PS weniger und er konnte den waidwunden Wagen eigentlich nur mehr ins Ziel retten. Hamilton und Bottas zogen an ihm vorbei, aber das Stockerl blieb ihm noch, weil durch den Doppelausfall der Renaults das Safety Car kam und das Rennen zum Schluss neutralisierte. „Wir hatten ein großartiges Rennen und es ist wirklich sehr enttäuschend. Das ist Teil des Motorsports. Wir haben alles rausgeholt, aber wenigstens kam noch das Safety Car. Aber Dritter wollte ich heute nicht werden“, sagte ein sichtlich enttäuschter Leclerc.

Vettel schlägt sich selbst

Den Sieg hätte statt Hamilton aber eigentlich Sebastian Vettel erben müssen, denn der Deutsche war der zweitschnellste Mann und lag hinter seinem Stallgefährten, noch vor dem Briten im Mercedes, auf Platz 2. Doch im Duell mit Hamilton riskierte er viel und wurde dann wohl auch vom heftigen Wind in einen Dreher gejagt. Auf dem Weg zur Box verlor der Heppenheimer durch die Vibrationen infolge des Bremsplattens auch noch den Frontflügel. Nach dem langen Zusatzhalt war trotz Aufholjagd nicht mehr als P5 drin. „Ich wollte auf der Innenseite gegen Lewis zurückkommen und hab dann das Auto verloren. Es war kein einfaches Rennen und ich kann mit dem heutigen Abend nicht zufrieden sein. Am Anfang hatte ich nicht den Speed, am Medium-Reifen ging es besser. Aber es war insgesamt schwer. Es passt noch nicht ganz“, so Vettel.

Posted in ,