Sieg: Mercedes kann es nicht lassen

Lewis Hamilton_Mercedes AMG Petronas_Foto Mercedes AMGLewis Hamilton (Mercedes AMG Petronas) gewann den GP von China vor Nico Rosberg und Fernando Alonso (Ferrari).

Einen turbulenten Start erlebten Formel1 Fans beim GP von China. Polesetter Lewis Hamilton erwischte einen guten Start, konnte seine Führung verteidigen. Dahinter allerdings wurde es turbulent. Zwischen Fernando Alonso (Ferrari) und Felipe Massa (Williams) kam es zu einer Berührung. Hamilton baute seine Führung nach der ersten Runde bereits auf 1,5 Sekunden aus – business as usual sozusagen.

Pastor Maldonado war der eigentliche Sieger des Starts. Vom letzten Platz gestartet, konnte er auf Anhieb acht Plätze gut machen. Weniger gut ging es hingegen Adrian Sutil (Sauber). Der Deutsche hatte in Runde sechs bereits eineinhalb Minuten Rückstand, vier Runden später war das Rennen für ihn – nachdem er vorher schon in die Box geschoben wurde, vorbei.

Erste Reifenwechsel

Die ersten Fahrer, die zum Reifenwechsel in die Box fuhren, waren Romain Grosjean (Lotus) und Jenson Button (McLaren). Später folgte unter anderem Felipe Massa (Williams), bei dem das Team die Reifen vertauschte. Das Auto überhitzte. Zudem gab es hinten am Williams Probleme. Wahrscheinlich Spätfolgen des Kontakts mit Alonso.

Bekanntes Rollenspiel

Nach 14 Runden führte Hamilton das Feld an. Hinter ihm versuchte Daniel Ricciardo (Red Bull) vor Nico Rosberg, der diesmal seinen Start verpatzt hatte, sein Glück.

In Runde 16 musste das Mercedes-Team kurz tief durchatmen. Hamilton kam in der Haarnadel von der Strecke ab, verlor dabei aber kaum an Zeit. Eine Runde später fuhr er als letzter Fahrer zum ersten Reifenwechsel in die Box. Damit hatten zu diesen Zeitpunkt alle Fahrer auf Medium-Reifen gewechselt und einen Boxenstopp absolviert.

Rosberg, in Runde 19 auf Platz vier, musste so zu sagen blind fahren. Von Beginn an konnten aus seinem Auto keine Telemetriedaten überspielt werden.

Hamiltons Vorsprung auf den zweiten Alonso schrumpfte um 3,5 Sekunden. Allerdings hatte der Brite die Reifen als Letzter gewechselt, fuhr also mit der besten Bereifung im Feld.

Rosberg attackierte Vettel

Bis zur 23. Runde fuhr Rosberg auf Platz vier liegend hinter Vettel her. In besagter Runde kam es zum Duell der beiden Deutschen. Rosberg attackierte Vettel und sicherte sich Platz drei. Vettel hätte die Chance auf eine Revanche gehabt, der offensichtliche Speed-Nachteil des Red Bull ließ dies allerdings nicht zu.

Trotziger Vettel

Gerade mit Rosberg abgeschlossen, musste Vettel die Angriffe seines Teamkollegen Ricciardo abwehren. Er wurde auch aufgefordert, Ricciardo überholen zu lassen – sehr bitter für den Dominator der letzten Jahre. Vettel war trotzig, wehrte sich anfangs gegen den Befehl aus der Box. Er fragte nach dem Stand der Reifen bei Ricciardo. Ihm wurde mitgeteilt, dass der Australier Medium drauf hätte, diese aber 3 Runden frischer als jene von Vettel wären. Vettels Kommentar: „Dann hat er Pech gehabt.“ Letztendlich musste er nachgeben.

Im Gegensatz zum letzten Grand Prix blieb es diesmal im hinter den Top 5 relativ ruhig. Einzige Überrschung, wenn man nach den Problemen davon reden kann: Felipe Massa (Williams) kam nicht vom Fleck. Er fuhr auf Platz 20 platziert, den Punkten hinterher.

In der WM weiterhin punktelos bleibt Romain Grosjean (Lotus). Er meldete in Runde 28 Getriebeprobleme und musste daraufhin aufgeben.

Vettel schien heute keine Nerven gehabt zu haben. Als ihn Kamui Kobayashi (Caterham) aufgrund der weicheren Reifen überholte, ließ er einen „netten“ Funkspruch los: „Zwei Runden, dann steht er mir wieder im Weg. Wollt ihr mich verarschen?

Rauchende Bremsen

In Rund 39 fuhr Hamilton an die Box. Seine Bremsen rauchten, aber Entwarnung: Er konnte weiterfahren. Die Führung war nie gefährdet. Eine Runde später fuhr Rosberg die schnellste Runde und versuchte Alonso im Ferrari zu überholen. Allerdings kämpfte Rosberg mit fehlenden Informationen um seinen Benzinverbrauch, wodurch eine richtige Dateneinschätzung kaum möglich war. In Runde 43 befand sich Rosberg bereits im Windschatten des Spaniers und noch vor der DRS-Zone hatte der Deutsche den Ferrari-Piloten überholt.  Platz zwei für Rosberg. Es schien, als würde Mercedes dem nächsten Doppelsieg entgegen fahren.

Das einzige Fragezeichen stand noch hinter Platz drei: Könnte Alonso den ersten Podiumsplatz für Ferrari in dieser Saison heimfahren oder schafft es Ricciardo erstmalig in seiner Karriere aufs Stockerl? Alsonso ließ die Frage nicht offen und durfte sich über Platz drei freuen.

Hamilton hingegen gewann zum ersten Mal in seiner Karriere drei Grand Prix‘ in Folge. Zweiter wurde Rosberg.

Endstand GP von China

1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:35:09,751
2. Nico Rosberg GER Mercedes + 18,6
3. Fernando Alonso ESP Ferrari 25,7
4. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 26,9
5. Sebastian Vettel GER Red Bull 51,0
6. Nico Hülkenberg GER Force India 57,5
7. Valtteri Bottas FIN Williams 58,1
8. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:23,9
9. Sergio Perez MEX Force India 1:26,4
10. Daniil Kwjat RUS Toro Rosso 1 Runde
11. Jenson Button GBR McLaren 1 Runde
12. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso 1 Runde
13. Kevin Magnussen DEN McLaren 1 Runde
14. Pastor Maldonado VEN Lotus 1 Runde
15. Felipe Massa BRA Williams 1 Runde
16. Esteban Gutierrez MEX Sauber 1 Runde
17. Kamui Kobayashi JPN Caterham 1 Runde
18. Jules Bianchi FRA Marussia 1 Runde
19. Max Chilton GBR Marussia 2 Runden
20. Marcus Ericsson SWE Caterham 2 Runden

Ausgeschieden: Adrian Sutil (Sauber), Romain Grosjean (Lotus)

 

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