Schlägt Lewis zuhause zurück?

Lewis Hamilton_Mercedes AMG Petronas_Foto Mercedes AMGDie Formel-1-WM 2014 wird wohl ein Duell der beiden Silberpfeil-Piloten. Doch Lewis Hamilton ist im Hintertreffen und will in Silverstone zurückschlagen.

Nach Siegen liegt Lewis Hamilton mit 4:3 vor Stallgefährte Nico Rosberg. Auch bei den Pole Positions steht es 4:3 und bei den Führungskilometern liegt der Brite ebenfalls mit 1.189 gute 150 km vor Rosberg. Doch durch seine zwei „Nuller“ nach technischen Defekten in Australien und Kanada ist der Champion von 2008 in der aktuellen WM-Gesamtwertung im Hintertreffen. Will Hamilton aber ein zweites Mal Weltmeister werden, muss er das Pendel wieder auf seine schwingen lassen. Und wo wäre dies besser möglich als in Silverstone?

Der neue Löwe

Das „Home of British Motorracing” ist sozusagen Hamiltons Wohnzimmer. Die Fans dort lieben ihn und feiern ihn ähnlich frenetisch wie ihren „Löwen“, den legendären Nigel Mansell. Eine Ehre, die etwa dem Titelträger von 2009, Jenson Button nie wirklich zuteil wurde. „JB“ ist ein Reifenflüsterer, ein Gentleman-Driver. Wie Mansell ist Hamilton ein Kämpfer, der im Zweifelsfall gnadenlos, ohne Rücksicht auf Verluste – auch eigene – reinhält. Lewis gilt als der schnellste Mann im Feld, als der aggressivste Fighter, aber wohl auch als der ungeduldigste unter den Spitzenfahrern. Beim jüngsten Rennen in Spielberg versemmelte er mit einem Fahrfehler im letzten Qualifying-Abschnitt seine schnellste Runde und damit eigentlich schon das Wochenende. Platz 2 im Rennen war dann das Maximum und eigentlich mehr Schadensbegrenzung, zumal Rosberg wieder siegte. Das soll sich nun ändern.

Heimspiel der Extraklasse

„Silverstone ist ein ganz besonderes Rennen für mich und die Unterstützung der Fans für mich ist dort absolut unglaublich. Sie sind die Besten auf der Welt und es ist überwältigend, wenn dich tausende Menschen unabhängig vom Wetter oder dem Ergebnis frenetisch anfeuern.“ Und dass diese Anfeuerung beim Motivationsfahrer wirkt zeigte der WM-Lauf von 2008 als Hamilton im englischen Regen seine Gegner degradierte. „Ich habe das Rennen im strömenden Regen gewonnen und hatte am Ende beinahe 60 Sekunden Vorsprung. Da habe ich jeden bis zum dritten Platz überrundet“, strahlen seine Augen noch heute. „Es war fantastisch, den goldenen Pokal vor heimischem Publikum in Empfang zu nehmen und ich bin fest entschlossen, das in diesem Jahr zu wiederholen.“ Das ist mal eine Kampfansage.

Zahlen sprechen dafür

Statistisch gesehen, hat Hamilton an Erfolgen gar nicht mal die Nase vorne. Denn obwohl der Brite – im Vergleich zu Rosbergs 6 – bereits 26 Siege am Konto hat, so haben beide nur je einmal am ehemaligen Royal Air Force Flughafen gewonnen: Hamilton 2008 und Rosberg 2013. Über die Karriere hinweg gesehen stehen beim 29-Jährigen allerdings die deutlich besseren Ergebnisse auf dem Zettel als bei Rosberg jr. Abgesehen von seinem Sieg war Hamilton zweimal am Podium und zweimal Vierter. Rosberg hingegen hat nur noch ein Podium zu Buche stehen. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass der Brite mit seinem McLaren zumeist einen siegfähigen Boliden hatte. Der Deutsche liegt derzeit 29 Punkte vorne und wird also auf jeden Fall auch nach dem Großbritannien-Grand-Prix an der WM-Spitze bleiben.

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