Saison für Verstappen noch nicht erledigt

DTM Rekordchampion Bernd Schneider war bei den Kollegen von SPORT1 zu Gast und analysierte den Kanada GP.

„Es war ein sehr spannendes Rennen, es war viel los. Schade, dass Leclerc nicht vorne gestartet ist, denn der Ferrari hat schon den Speed, um Verstappen herauszufordern. Momentan sieht man, dass es in der Formel 1 wichtig ist, in den Top 5 zu starten. Ansonsten wird es schwer mit dem Podium. Ich glaube aber nicht, dass sich diese Saison für Verstappen erledigt hat. Vielleicht muss er sich noch das ein oder andere Mal wehren, denn wenn Mercedes noch ein bisschen stärker wird und Punkte klaut, kann Leclerc noch ein Wörtchen um die Weltmeisterschaft mitreden,“ so Schneider.

Das Bouncing-Problem der Silberpfeile sieht der Mercedes-Markenbotschafter schwierig, ist aber positiv nachdem Hamilton und Russell in Montreal den Speed der Spitze hatten. „Wenn man wissen würde, woran es genau liegt, wäre man sicher beruhigter. Die Rennpace lässt aber schon mal hoffen. Man weiß, wo man beim ersten Rennen war und wo man jetzt ist. Das ist schon ein Schritt nach vorne, und in der Formel1 ist es verdammt schwer, solche Schritte zu machen.“

„Das Bouncing ist dem Konzept der Aerodynamik geschuldet. Wenn man die Autos höher macht, ist das Problem zwar weg, doch dann fehlt einfach die Performance. Letztendlich will ein Rennfahrer immer die Performance haben und auch wenn er aus dem Auto aussteigt und seinen Rücken einrenken lassen muss, nimmt er das für den Sieg in Kauf.“

Der ehemalige Formel 1 Pilot kann absolut mit Mick Schumacher mitfühlen. „Er hat mir die letzten Rennen wirklich leidgetan. Zwischen Held und Depp ist in der Formel 1 nur ein ganz schmaler Grat. Das war schon eine extrem schwierige Situation, ein Schumacher hat gewissen Druck und eine Erwartungshaltung. Wenn solche Dinge passieren wie ein Auto zu zerstören, ist das einfach so. Das passiert jedem Rennfahrer“

„Es hat mich sehr gefreut, dass er vorne dabei war. Im Qualifying muss man in den Top 10 dabei sein, denn nur dann hat man die Chance, sich zu beweisen. Wenn man dann mal weiter hinten steht, sind schon wieder die ganzen Kritiker da. Für einen Rennfahrer ist es immer wichtig, die Pace zu haben. Wenn man das Gefühl hat, man war schnell und fällt dann mit einem technischen Problem aus, kann man viel besser damit leben.“

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