Die Bewerbung Südafrikas für einen F1 Grand Prix hat die Unterstützung von Rothschild erhalten. Swartland bei Kapstadt soll 2031 Austragungsort sein
Afrika hat seit 1993 kein Formel-1-Rennen mehr ausgerichtet; damals war Kyalami zum letzten Mal im Rennkalender der Meisterschaft vertreten. Nun hat die südafrikanische Bewerbung deutlich an Fahrt aufgenommen.
Blue Mountain Racing (BMR) – ein Konsortium aus Top Businessmanagern und Motorsportexperten unter dem Vorsitz des Bergbauunternehmers Neal Froneman – hat offiziell seine Absicht bekundet, bis 2031 einen Formel-1-Grand-Prix in die Region Swartland in der Provinz Westkap zu holen.
Das Projekt wird als privat finanzierte Initiative vorangetrieben und als Finanzberater wurde Rothschild & Co. engagiert. Nach Angaben der Gruppe könnte ein Grand-Prix-Rennen Chancen in den Bereichen Tourismus, Beschäftigung, Qualifizierung, Investitionen und allgemeine wirtschaftliche Entwicklung eröffnen.
Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des jährlichen Frühstücks des Bürgermeisters von Swartland. Anwesend waren unter anderem der amtierende Premierminister Tertius Simmers, der Minister der Provinz Westkap, Anton Bredell, und der Bürgermeister von Swartland, Harold Cleophas, sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik.
Anstatt in Kapstadt selbst einen Stadtkurs zu entwickeln, würde das geplante Projekt die verfügbaren Flächen in Swartland nutzen und dennoch nah genug an der „Mother City“ liegen, um von deren Tourismus- und Infrastrukturangeboten zu profitieren.
„Die Rennstrecke und die damit verbundenen Mehrzweckanlagen vermeiden zudem die für Stadtkurse typischen Beeinträchtigungen für die Anwohner sowie die erheblichen öffentlichen Kosten, die ein solches Vorhaben für eine Stadt wie Kapstadt undurchführbar machen würden“, erklärte Froneman.
Er ist der Ansicht, dass die Nähe zu Kapstadt letztlich einer der größten Vorteile des Projekts sein könnte.
„Dieser Vorschlag schafft eine Win-Win-Situation, insbesondere angesichts der Nähe zu Kapstadt, einem der weltweit bekanntesten und beliebtesten Reiseziele. Kapstadt verfügt über einen internationalen Flughafen mit Direktverbindungen nach Europa, in die USA und in die Golfregion sowie über einen Bahnanschluss und einen nahegelegenen Hafen für Kreuzfahrtschiffe“, fügte er hinzu.

„Es bietet Gastfreundschaft auf Weltklasseniveau, verfügt über eine nachweisliche Erfolgsbilanz bei der Ausrichtung bedeutender internationaler Veranstaltungen und ist eingebettet in eine Kulisse aus ikonischen Bergen, dem Ozean und Weinanbaugebieten – eine Umgebung, die kein Streckendesigner künstlich erschaffen könnte.“
Froneman betonte, dass der Standort Swartland aufgrund seiner Größe, der guten Erreichbarkeit und der Unterstützung durch die lokale Gemeinschaft ausgewählt wurde.
„Swartland hat sich zu einer unerwarteten, aber naheliegenden Wahl in Südafrika entwickelt. Die Region verfügt über den nötigen Platz und die Servicekapazitäten für ein Projekt dieser Größenordnung sowie über eine Lokalregierung, die sich aktiv um Investitionen bemüht.“
„Die moderne Formel 1 dreht sich nicht mehr nur um die Rennstrecken selbst. Sie ist ein globales Unterhaltungsereignis, das in Städten verankert ist, die ohnehin schon beliebte Reiseziele sind. Kapstadt bietet eine spektakuläre Kulisse, erstklassige Gastfreundschaft und Erfahrung bei der Durchführung von Großveranstaltungen.“
Die geplante Rennstrecke soll auf einem 600 Hektar großen Gelände entstehen, den FIA-Standards der Kategorie 1 entsprechen und über mehrere Zufahrtswege sowie eine Kapazität für mehr als 120.000 Zuschauer verfügen.
Bürgermeister Cleophas bezeichnete das Projekt als wegweisend. „Dies ist eine unglaubliche Chance für Swartland und seine Bewohner. Das geplante Vorhaben ist ein echter Wendepunkt für unsere Region. Ich freue mich auf den Tag, an dem in Swartland die Zielflagge geschwenkt wird.“
Neben dem Rennbetrieb wird das Areal ein hochmodernes Konferenzzentrum, Gastronomie- und Wohnbereiche, ein Automobilzentrum mit Entwicklungs- und Testeinrichtungen, eine Fahrschule sowie eine Kartbahn für Jugendliche umfassen.
Zwischen 700 und 1.000 Streckenposten sollen aus den umliegenden Gemeinden rekrutiert und ausgebildet werden.
Die Provinzregierung des Westkaps und Sportminister Gayton McKenzie haben ihre Unterstützung bereits zugesagt; zudem hat BMR bereits Kontakt zu F1 Rechtehalter Liberty Media aufgenommen.
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