Aufgrund von Sicherheitsmängeln am Nürburgring siedelte der Grand Prix von Deutschland 1970 nach Hockenheim um – Jochen Rindt holte dort seinen letzten Rennerfolg
1970 erstrahlte der Hockenheimring – als Folge des tödlichen Unfalls von Lotus-Superstar Jim Clark bei einem Formel-2-Rennen zwei Jahre zuvor – in neuem Glanz. Die Strecke in der Nähe von Heidelberg zählte damals zu den modernsten Strecken der Welt. Daher war sich die Mehrzahl der Formel 1 Piloten einig, dass sie hier fahren wollen und nicht am Nürburgring, wo keine derartige Sicherheit geboten werden konnte. Sie forderten, dass man in der Eifel 10 Kilometer neue Leitschienen verlegen sollte – also fast um die Hälfte des Kurses – was aber in so kurzer Zeit einfach unmöglich war. Im Gegensatz dazu gab es in Hockenheim inzwischen Leitplanken und zudem wurden auf den langen Waldgeraden zwei Schikanen eingefügt, um die Geschwindigkeiten zu drosseln. Doch der Umzug war umstritten.
Umzug umstritten
Titelverteidiger Jackie Stewart und einige andere waren der Ansicht, dass seit „Carracciolas Zeiten dort nicht passiert ist, außer dass die Bäume noch dicker wurden.“ Ferrari-Star Jacky Ickx hielt den Wechsel für einen „Anschlag auf die Rennfahrehre“ und John Surtees spottete die Strecke sei „in keinster Weise ein Ersatz für die Nordschleife.“ Der Hockenheimring war komplett anders als die abwechslungsreiche Schleife um die Nürburg. Er bestand aus einem stadionähnlichen Motodrom und vier langen Geraden. Die größte Herausforderung war die 200 km/h schnelle Ostkurve. Den Fans war‘s egal, denn am Renntag säumten 139.800 Zuschauer den Rundkurs. „Der Hockenheimring ist zwar nicht so spannend für den Fahrer wie der Nürburgring, aber dafür eine sehr moderne Strecke und sehr sicher. Der Kurs belastet mit seinen Vollgaspassagen den Motor enorm. Wir werden sehen, ob das Aggregat hält“, ließ Lotus-Topfahrer Jochen Rindt vor dem Rennen wissen.
Hochspannung im Rennen
Ickx und Teamkollege Clay Regazzoni bestätigten mit den Startplätzen eins und drei den Aufwärtstrend bei Ferrari, während WM-Leader Rindt von Platz 2 losfuhr. Nach dem Start behielt Ickx zunächst die Führung vor Rindt und die beiden bildeten zusammen mit Jo Siffert, Chris Amon und Clay Regazzoni ein Führungsquintett, das sich im Hardtwald gegenseitig Windschattenduelle lieferte. Siffert fiel mit Fortdauer zurück, während Regazzoni (Getriebeschaden) und Amon (Motorplatzer) nach Dreivierteln der Distanz mit technischen Defekten ausschieden. Das Duell um den Sieg zwischen Rindt und Ickx war sagenhaft, denn die Führung wechselte dabei nicht weniger als 13-Mal. Der Drittplatzierte Denis Hulme hatte im Ziel fast 80 Sekunden Rückstand auf das Duo. Rindt gewann hauchdünn vor Ickx – das bessere Chassis hatte die höhere Motorleistung des Ferrari-Zwölfzylinders besiegt. „Der Zweikampf mit Jacky (Ickx) war hart und sehr eng. Es war ein Superrennen zusammen, wir haben uns gegenseitig nie behindert, aber mein Wagen lag ein wenig besser als seiner. Daher hatte ich das bessere Ende für mich“, resümierte der Österreicher. Für Rindt war es der vierte Sieg in Folge, der fünfte der Saison, aber auch der letzte seiner Karriere. Fünf Wochen später starb er beim Training zum GP Italien in Monza.
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