Richtungsweisender Ungarn GP

Wer wird sich kommendes Wochenende im „Monaco ohne Mauern“, am Hungaroring durchsetzen?

In Montreal, Baku, Spielberg und Silverstone war der Mercedes das schnellste Auto. Alles Strecken, wo Power gefragt ist. Mit dem Hungaroring steht nun wieder eine enge kurvenreiche Strecke auf dem Programm. Hier wird sich zeigen, ob Mercedes endgültig die Favoritenrolle in Richtung Weltmeisterschaft eingenommen hat oder ob die Konkurrenz wieder zurückschlagen kann.

Besonders Ferrari möchte eine Kehrtwende schaffen, um den ersten Fahrertitel seit einem Jahrzehnt einfahren zu können. Letzter Ferrari-Weltmeister war Sebastian Vettels heutiger Teamkollege, der „Iceman“ Kimi Räikkönen, nach einem finalen Showdown in der Saison 2007.

Kommt Ferrari zurück?

Sebastian Vettel forderte in Silverstone vor allem eine Verbesserung im Qualifying. Seit Baku kontrolliert die FIA schärfer, ob Öl dem Benzin im Qualifying beigemischt wird. Im Fahrerlager wird davon ausgegangen, dass man damit Ferrari am stärksten getroffen hat. Seit vier Rennen stand auch kein Ferrari mehr auf Pole und der Abstand zur Spitze war teilweise recht groß. In Ungarn ist die Startposition wieder enorm wichtig, da Überholen nahezu unmöglich ist. „Wir sind sicher nicht in einer Krise. Mercedes hat schlichtweg zurückgeschlagen und wieder an Boden gewonnen. Wir sind vor allem am Samstag zu weit weg, denn wenn man hinten startet, kann man kaum gewinnen. Aber im Rennen ist unser Wagen, besonders in den Kurven, sehr gut ausbalanciert. Wir waren zum Beispiel in Copse (Corner, Silverstone) 10 kmh schneller als sie“, so Vettel.

Was schaffen die Bullen?

Auch auf Red Bull dürfen wir gespannt sein. In Spielberg haben sie einen starken Eindruck hinterlassen, in Silverstone fand man nicht die perfekte Abstimmung. Aber auch bei den Bullen bereitet das Qualifying Kopfzerbrechen. Dem Renault Motor fehlen im Qualifying Modus noch wichtige PS auf Mercedes und Ferrari. Wie Max Verstappens Manager Raymond Vermeulen nun verlauten ließ, könnte die Geduld seines Schützling mit Renault aber bald enden. „Schon seit seinem F1 Debüt hatte Ferrari Interesse an Max und auch andere Teams boten ihm gute Verträge. Aber wir wollen mit Red Bull Racing gewinnen. Allerdings ist es wichtig, dass Max erfolgreich bleibt und ich bin immer noch zuversichtlich, weil Red Bull mit Renault vier WM Titel gewonnen hat. Dennoch muss klar sein, dass unsere Geduld nicht ewig hält.“

Punkte für McLaren?

Und nicht zu vergessen. McLaren Honda – In Ungarn könnten Alonso und Vandoorne wichtige Punkte sammeln, um die rote Laterne in der Konstrukteurs-WM abzugeben. “Auf dem Papier sollte der Hungaroring eine der besten Chancen für uns dieses Jahr sein, gut zu punkten. Der enge, kurvige Kurs bedeutet, dass unser Power-Defizit nicht so entscheidend ist. Ich mag Budapest sehr und mir liegt die Strecke. Aber für uns zählt vor allem die Standfestigkeit. Wenn wir keine technischen Probleme haben, können wir vor der Sommerpause noch gute Punkte machen“, so Fernando Alonso, der seinen ersten Grand Prix Sieg 2003 in Ungarn holte.

 

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