Reverse-Grid als Lösung für Überhol-Problem?

In den Reihen des Renault-Werksteams ist man überzeugt, dass umgekehrte Startaufstellungen die Formel 1 wieder spannender machen könnten.

Im Renault-Werksteam ist man der Ansicht, dass ein Reverse-Grid die Lösung für das Überhol-Problem ist. Technikchef Bob Bell erklärt, dass der entscheidende Faktor nicht der langsamere Pilot auf der Pole-Position ist, sondern, dass die Teams gezwungen wären, überholtaugliche Autos zu entwerfen. „Fakt ist, dass wir unsere Wagen nicht mit dem Hintergrund designen, dass sie in Luftverwirbelungen gut funktionieren, sondern alleine fahrend.“, weiß Bell. Ein einfaches Prinzip, denn wer im Qualifying vorne ist, muss im Rennen nicht mehr überholen. Wenn es aber eine umgekehrte Startaufstellung geben würde, dann wäre dies anders: „Dann wird es plötzlich wichtig, durch das Feld zu pflügen, oder mehr Windkanaltests werden interessant, allerdings nur hinter einem anderen Auto. Solange wir nicht so etwas machen, haben die Teams aber keinen Anreiz.“

Allerdings ist Bell sich über eine potentielle Umsetzung noch nicht im Klaren und es gibt auch hier wieder einige Probleme, die auftreten können. Bell glaubt zumindest nicht, dass das Überholproblem mit der neuen Aerodynamik-Novelle gelöst werden kann.

„Es ist nicht unmöglich, auf isolierte Weise aerodynamische Charakteristika zu entwickeln, die es in der Theorie ermöglichen, näher an den Vordermann heranzufahren.“, kritisiert Bell die Vorgehensweise von Liberty Media und der FIA. „Daher werden wir erst wissen, ob es eine Verbesserung einstellt, wenn die Autos unter realen Bedingungen getestet werden. Ich persönlich bin nicht überzeugt, dass wir genügend Arbeit investiert hätten, um Gewissheit zu erlangen.“, fügt Bell hinzu. Er meint, dass es im kommenden Jahr zwar keine Verschlechterung der Situation, aber es wird viel Arbeit und Kosten für wenig Ertrag investiert.

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