Lewis Hamilton war todtraurig als Rivale Sebastian Vettel seinen Heim-GP in Silverstone gewann. Nun hat der Brite mit dem Sieg in Hockenheim zurückgeschlagen
Vor 165.000 Zuschauern warf ein bis dahin überlegener Sebastian Vettel den ersten Sieg bei seinem Heimrennen weg als er in Mischverhältnissen im Motodrom ins Kies rutschte. „Ich war ein bisschen zu spät auf der Bremse. Die Reifen war kalt und ich wusste nicht wie nass es ist. Im Sandkasten war ich früher gerne, heute nicht mehr“, war Vettel natürlich enttäuscht, im Kiesbett steckengeblieben zu sein. Bis zu diesem Zeitpunkt war Vettel der dominierende Mann in Hockenheim und auf dem Weg zu wichtigen 25 Zählern. Doch dann kam der Regen und für den Deutschen alles anders. Während die eine Hälfte der Fans in der Stadionsektion ihren Augen nicht traute, jubelten die zahllosen Mercedes-Anhänger über den Abflug Vettels.
Silberner Doppler
Zehn Jahre nachdem Fernando Alonso von P15 in Singapur gewann, stürmte Hamilton von P14 aufs oberste Treppchen und konnte es selbst kaum glauben. „Es war unglaublich schwierig, aber man muss immer daran glauben. Mein Team hat einen großartigen Job gemacht, der Wagen war phantastisch und die Fans haben mich nach vorne getragen. Ich habe absolut alles gegeben“, war Hamilton außer Atem. Der Brite zeigte ein fehlerfreies Rennen und hatte auch das nötige Rennglück. „Als es zu regnen begann, wusste ich, dass wir eine gute Chance haben. Dann kam noch das Safety-Car, womit wir auch viel Zeit gutmachen konnten.“ Dank des zweiten Platzes von Valtteri Bottas gab’s den ersten Doppelsieg für Mercedes in Deutschland. „Nachdem Seb rausrutschte, sah ich meine Chance auf den Sieg. Ich hätte vorbeifahren können, aber wer weiß, ob das klug gewesen wäre. Aber für das Team ist der Doppelsieg ein großer Erfolg“, so der Finne, der sich einer Stallorder beugen musste. „Wir haben eingegriffen, weil die beiden sehr hart gefightet haben und die Strecke noch ziemlich nass war. Weil wir zuletzt einige Probleme hatten, wollten wir nicht, dass sich sie noch abräumen. Ist zwar ein wenig uncool, war aber nötig“, so Teamchef Toto Wolff zum „Befehl von oben.“
WM wieder offen
Anders als von vielen erwartet, ist die Weltmeisterschaft damit vor dem Rennwochenende in Ungarn wieder völlig offen. Durch den unerwarteten Sieg von Hamilton und den ebenso unverhofften „Nuller“ von Vettel, konnte der Engländer sogar die WM-Führung wieder übernehmen. Hamilton hält nun bei 188 Zählern, während Vettel als Zweiter auf seinen 171 sitzenbleibt. Kimi Räikkönen (131) und Valtteri Bottas (122) sind nun auch wieder in Schlagdistanz zum Deutschen. „Es war für uns widererwarten ein Top-Sonntag. Doppelsieg, Lewis von P14 auf P1, wieder die Führung in der Fahrer-WM, und auch bei den Konstrukteuren. So fahren wir ganz anders nach Budapest“, strahlte Teamchef Wolff. In der Konstrukteursmeisterschaft ist Mercedes Erster mit 310 Punkten vor Ferrari (302) und Red Bull (211).
Verfehlte Schnellschüsse
Zwanzig Runden vor Schluss schoben sich einige Gewitterzellen über die Strecke und sorgten in manchen Kurven für heftigen Regen. Zahlreiche Fahrer wurden von ihren Teams an die Boxen beordert und holten sich Intermediate Reifen ab – Fernando Alonso, Charles Leclerc, Nico Hülkenberg, Carlos Sainz, u.a. – Toro Rosso Pilot Pierre Gasly bekam sogar Regenreifen umgeschnallt. Doch der Niederschlag war weder heftig, noch lange genug, um eine derartige Bereifung zu rechtfertigen. Die meisten Fahrer kehrten nur wenig später wieder in die Garagen zurück und steckten erneut um. Dadurch wurde das Klassement fast völlig über den Haufen geworfen. Hülkenberg und Grosjean machten aber als einzige den verlorenen Boden wieder gut und wurden als Fünfter und Sechster „Best of the Rest“.
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