Ratzenberger senior: „Roland ist ständig bei uns!“

Morgen vor 30 Jahren verloren wir Roland Ratzenberger viel zu Früh aus unserer Mitte. Der Österreicher verunglückte am „schwarzen Wochenende von Imola“ am 30. April 1994 tödlich. Formelaustria sprach exklusiv mit seinem Vater Rudolf

Diesen Montag jährt sich Rolands Unfall zum 30. Mal. Ist es noch immer ein schwerer Moment oder sieht man den Umstand nach so langer Zeit anders?

Natürlich ist dieses „Jubiläum“ ein besonderer Moment. Dreißig Jahre sind eine lange Zeit, aber das Geschehen bleibt bei uns immer lebendig. Eine Woche vor seinen Unfall hat Roland eine wunderschöne Wohnung in Maxglan, dort wo ich aufgewachsen bin, übernommen. Wir wohnen seit 1995 in dieser Wohnung – so ist Roland ständig bei uns.

Es ist jetzt schon 30 Jahre her, aber in den Köpfen der ÖsterreicherInnen ist das Wochenende vom 1.Mai.1994 immer noch präsent. Wie ist es für Sie als Vater, dass so viele Menschen jedes Jahr Roland gedenken?

Als Eltern sind wir natürlich sehr stolz und geehrt, dass nach so langen Jahren Roland nicht vergessen ist. Wir sind auch geehrt zu den Gedenkfeiern für Ayrton Senna in Imola eingeladen zu sein. Auch eine neue Gedenktafel für Roland wird bei der Ehrentribüne in Autodromo eingeweiht.

Wie haben Sie damals vom Unglück erfahren? Waren Sie vor Ort?

Wir kamen gerade von einer Reise aus Mexiko zurück und ich sah den Unfall im Eurosport auf Englisch.

Einen Tag nach Roland verunglückte Ayrton Senna. Das Schicksal hat diese beiden Piloten in der F1 Geschichte vereint. Hatten Sie je Kontakt mit Familie Senna?

Ja in der Pathologie in Bologna bei Identifizierung von Roland. Später dann auch bei verschiedenen feierlichen Anlässen in Imola.

Schenkt es Trost, dass solche Schicksalsschläge in der Formel 1 immer wieder zur Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen führen?

Wären nicht beide Unglücke, die eines dreifachen Weltmeisters Senna und eines Formel 1 Neulings Ratzenberger zusammengetroffen, hätte es nicht den gewaltigen Anschub zu verbesserter Sicherheit sowohl bei den Boliden als auch auf den Strecken gegeben. Nach Ansicht Vieler haben diese besonders von Präsident Max Mosley vorangetriebenen Sicherheitsaktivitäten zahlreichen Motorrennsportlern das Leben gerettet.

Wie ist Ihr Verhältnis zur Formel 1 heute?

Ich schaue regelmäßig Formel 1 im TV und war auch selbst bei einigen Grands Prix in Imola und Spielberg dabei.

Haben Sie noch Kontakt zu Rolands früherem Simtek Teamchef Nick Wirth oder generell zum Motorsport?

Natürlich haben wir Kontakt zu ehemaligen Kollegen wie Mika Salo, Karl Wendlinger, oder Gerhard Berger. Rolands Ex-Teamkollegen David Brabham haben wir mehrmals getroffen, Nick Wirth dreimal. Die meisten Kontakte habe ich durch die wiederholte Teilnahme an „Sport und Talk im Hangar 7“ auf Servus TV

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