Punktehatz zwischen den Dünen

Die Königsklasse ist zurück in Zandvoort und die Verstappen-Euphorie kennt keine Grenzen. Aber der Niederlande GP blickt eigentlich auf eine lange Tradition zurück

Zwischen 1948 und 1985 wurde der GP der Niederlande 32 Mal ausgefahren. Immer im Seebad Zandvoort, wo Johannes Hugenholtz, der Vater des Spyker Cars Bosses Hans Hugenholtz jun., eine wunderbare Old School Strecke in den den Dünen entworfen hatte. Neben den tückischen Kuppen ist der ständig vorhandene Dünensand, der vom Küstenwind auf und über die Fahrbahn geweht wird, eine Herausforderung des Rundkurses. Erster Sieger war der thailändische Prinz Bira kurz nach dem Krieg, die meisten Triumphe holte Jim Clark mit vier, der erste österreichische Gewinner war Jochen Rindt 1970, und Niki Lauda stand dreimal ganz oben am Stockerl, der Erfolg 1985 war gleichzeitig auch sein letzter in der Formel 1. Zandvoort ist auch einer der Schauplätze in John Frankenheimers legendärem Film „Grand Prix“ von 1966.

Dann kamen die Bagger

Als im Mai 2019 der Vertrag für die Rückkehr der Formel 1 zunächst bis 2023 unterschrieben wurde, begannen umfangreiche Änderungen an der Old School Strecke. Die Start-Ziel-Linie wurde leicht nach vorne verschoben, der Ausgang der Gerlachkurve aus Sicherheitsgründen geweitet und das Audi S) leicht geöffnet, um die Schikane fließender zu gestalten. Die Strecke erhielt zudem Formel 1 taugliche Fangzäune, eine veränderte Boxengassen-Ausfahrt und eine verlängerte Haupttribüne. Absolute Highlights sind die Hugenholtzkurve und die Arie Luyendijkkurve, die zu Steilkurven umgebaut wurden. Turn 3 hat nun bis zu 18 Prozent Neigung, die Zielkurve mit 32 Prozent eine noch stärkere Überhöhung – damit übertrifft man sogar die Kurven am berüchtigten Indianapolis Motor Speedway in den USA.

Qualifying ist Trumpf

Einer der F1 Piloten, die bereits in Zandvoort im Rennmodus unterwegs war, ist Pierre Gasly. Der Franzose „weiss noch, dass ich 2012 in Zandvoort in der Formel Renault 2.0 unterwegs war. Das ist aber verdammt lang her! Das Layout der Strecke hat sich seither geändert. Der Sand und der Wind werden auch diesmal wieder da sein.“ Nach seinen Fahrübungen im Simulator vergleicht Gasly die Piste mit Monaco „nur ohne Leitschienen. Die Bahn ist recht eng und so wird das Überholen im Rennen ganz, ganz schwierig. Daher glaube ich, dass dem Qualifying eine noch größere Bedeutung zukommen wird. Aus meiner Sicht ist das gut, weil AlphaTauri in diesem Jahr tendenziell in der Quali stärker ist als im Rennen.“ Gasly erwartet „ein fabelhaftes Wochenende, denn es wird der erste Grand Prix von Max Verstappen vor eigenem Publikum, also in Sachen Kulisse ganz bestimmt ein Knaller.“

 

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