Anwesend waren bei der Pressekonferenz diesmal keine Fahrer, sondern Pat Fry (Ferrari Chefingenieur), Charlie Whiting (FIA), Yasuhisa Arai (Honda), Andy Cowell (Mercedes AMG), Rob White (Renault Sport F1)…
Frage: Können wir mit Charlie Whiting starten ? Die neuen Motorblöcke haben für viele aufgeregte Debatten gesorgt. Können Sie uns einmal kurz schildern, welche Philosophie hinter dieser neuen Technologie steckt und warum sie ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eingeführt wurde ?
Charlie Whiting: Also, ich denke es war ziemlich klar, dass die Formel 1 als berühmteste Einsitzer-Rennkategorie an der Spitze der technologischen Entwicklung stehen sollte. Es war auch etwas erkennbar, dass die Motorenhersteller den Status Quo einzementieren wollten. Also mussten wir handeln. Der eine Motorenhersteller würde verloren gehen, ein anderer wieder dazukommen.
FR: Die Effizienz spielt wohl auch eine wichtige Rolle ?
CW: Das war natürlich unser wichtigstes Ziel. Wir haben uns schon vor vier Jahren zusammengesetzt, genau am 27.04.2010. Damals in Paris haben wir unsere Vorstellung von einer 50-prozentigen Effizienzsteigerung präsentiert. Im Verlauf der Jahre zeigte sich, dass dieses Ziel etwas zu ambitioniert war und es wurde aufgeweicht. Nun haben wir immerhin eine 35-prozentige Effizienzsteigerung bei den aktuellen Motoren.
FR: Andy Cowell, bedeutet das also einen kleinen Schritt oder einen großen Sprung in die technologische Zukunft ?
Andy Cowell: Es bedeutet einen großen Sprung. Die bisherigen Verbrennungsmotoren hatten eine 30-prozentige thermische Effektivität, nun zielen wir alle auf die 40 Prozent. Es ist ein ganz großer Sprung in der technologischen Entwicklung, sowohl bei der Effizienz, als auch bei den beiden Energierückgewinnungssystemen.
FR: Wie denkt man bei Mercedes darüber, ob diese Entwicklung auch im Straßenverkehr verwendet werden kann ? Ist das Zukunftsmusik oder schon Realität?
AC: Die Umsetzung passiert gerade. Das technologische Reglement wurde so gestaltet, dass es im Straßenverkehr umgesetzt werden kann. Motorenverkleinerung, weniger Höchstgeschwindigkeit, Turbolader, all das wird bereits verwendet. Auch neue Ideen wie elektrische Turbolader sollen umgesetzt werden.
FR: Darf ich dieselbe Frage an Rob White stellen ? Welchen Nutzen für Straßenfahrzeuge erwartet Renault aus diesem Projekt ?
Rob White: Wie es Andy sagte, es ist ein großer Sprung. Ich teile auch die Ansicht, dass ein Technologietransfer in den Alltag schon stattfindet. Es geht hier nicht nur um spezifische Bereiche, sondern um die fundamentale Orientierung unserer Mission. Unsere Herausforderung ist nun, mit einer begrenzten Spritmenge so schnell wie möglich zu fahren. Das ist der Situation im Straßenverkehr ziemlich ähnlich. Auch hier ist Sparsamkeit immens bedeutend.
FR: Es wurde bisher ziemlich viel über die Motoren diskutiert und wir haben einige ungewöhnliche Ideen gehört, was geändert werden sollte. Glaubt ihr, dass es mit den Rennen heuer Probleme geben wird ? Wie denkt ihr über Ideen wie die Verkürzung von Rennen und Lockerung der Spritverbrauchsgrenze ?
RW: Das Hauptproblem für mich ist, dass Andy mehr gewonnen hat als mir lieb ist. Diese besonderen Vorschläge bringen fundamental nichts. Ich denke, dass Charlie die grundlegenden Parameter angesprochen hat. Ich finde, die Grenzen wurden gut gewählt und 100kg/Stunde Treibstofflimit und 100 Kilo Verbrauch pro Rennen passen ganz gut. Ich denke, die sparsameren Motoren stören die Show nicht wirklich. Vor allem in Bahrain haben wir ein tolles Rennen gesehen. Ich habe es sehr genossen und zum ersten Mal gemütlich vom Wohnzimmer aus gesehen.
FR: Nun haben wir von zwei aktuellen Motorenherstellern der Formel 1 die Gedanken gehört, aber wie denkt ein Hersteller, der nächstes Jahr nach sechs Jahren Pause wieder zurückkommen wird ? Was im neuen Reglement ermutigt Honda, in die Formel 1 zurückzukommen ?
Yasuhisa Arai: Danke für die Einladung zu dieser Pressekonferenz. Ich bin begeistert, dass ich hier dabei sein kann. Einer der Hauptgründe für unsere Rückkehr ist das neue Reglement. Es macht die Formel 1 grüner, da es ein effizienteres Energiemanagement gibt. Die neuen Regeln ermutigen jeden Motorenhersteller, die maximale Entwicklung der Verbrennungsmotoren und der Direkteinspritzung zu verfolgen. Es ist wirklich eine Herausforderung, jeden Liter Sprit in Energie umzuwandeln.
FR: Sie bauen eine neue Basis in Milton Keynes. Was wird dort genau gemacht ?
YA: Die Fabrik wird im Juni eröffnet. Dort werden die Motoren gewartet, wieder zusammengesetzt und zu den Rennen geschickt.
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