Riccardo Patrese hat die schwierige Phase von Ferrari in dieser Saison analysiert und dabei auch die Position von Frederic Vasseur sowie die Frage erörtert, ob dessen Ersetzung durch Christian Horner die ideale Lösung wäre.
Nach einer starken ersten Saisonhälfte befindet sich die Scuderia Ferrari HP in einer heiklen Phase: Die Ergebnisse wurden in den letzten Rennen zunehmend unbeständig, und das Team verpasste oft das Podium aufgrund von Strategiefehlern.
Infolgedessen muss Ferrari nun stärker auf die Bedrohung durch McLaren achten, anstatt sich auf den Titelkampf mit Mercedes zu konzentrieren.
Gegenüber einer Wett-Website hat sich Patrese nun Gedanken zu Ferrari und deren Situation gemacht.
„Tatsache ist, dass die Führung nicht nur von Ferrari, sondern von jedem beliebigen Team sehr schwierig ist. Heutzutage können bis zu 2.000 Mitarbeiter an einem Projekt arbeiten. Es gibt verschiedene Abteilungen: für das Getriebe, für die Aufhängung, für die Bremsen. Wenn also eine dieser Abteilungen nicht ihr volles Potenzial abruft, fügt sich das Puzzle nicht zusammen.“
Patrese argumentierte, dass die Abstände an der Spitze der Formel-1-Feldes so gering seien, dass alles zusammenlaufen muss, um erfolgreich zu sein.
„Um zu gewinnen, reichen 100 Prozent nicht aus. Man muss 101 Prozent leisten. Wenn das Auto also nur zu 99 Prozent optimiert ist, liegt genau da das Problem. Und wenn eine dieser Gruppen nicht richtig funktioniert, wird die Sache sehr kompliziert.“
„Vasseur ist der Teamchef, und seine Hauptaufgabe besteht darin, die richtigen Leute für die richtigen Positionen zu finden. Es ist ja nicht so, dass Vasseur das Auto baut.“
Auf die Frage, ob Christian Horner die Lösung für Ferraris aktuelle Probleme sein könnte, würdigte der Formelaustria.at Race Academy Botschafter die Qualitäten des ehemaligen Oracle Red Bull Racing-Teamchefs und traute ihm zu, bei der Scuderia gute Arbeit zu leisten.
„Christian ist ein sehr guter Teamchef. Ich traue ihm zu, gute Arbeit zu leisten. Aber das ist eine andere Geschichte.“
„Ich möchte nicht sagen, dass Ferrari Christian Horner braucht. Ich will Vasseur nicht vorzeitig abschreiben. Die Situation ist kompliziert, weil jeder von Ferrari Siege erwartet.“
Aus Sicht des WM-Zweiten von 1992 ist „nicht Vasseur das Hauptproblem an der Situation. Aber letztendlich muss in jedem Geschäftsbereich der Direktor oder Präsident die Verantwortung übernehmen, wenn die Ergebnisse fehlen – so wie im Fußball der Trainer, wenn die Mannschaft nicht gewinnt; dann ist es seine Schuld.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob sich alles zum Guten wenden würde, wenn man Vasseur austauscht. Es gibt keinen Zauberstab, den man bei Ferrari einfach schwingen könnte.“
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