Pastor Maldonado hat den Ruf ein Crash Pilot zu sein. Der Venezolaner ist aber einer der talentiertesten Fahrer in der Startaufstellung.

Ja, er ist heißblütig. Aber er ist auch blitzschnell. Und ja, er bekommt eine Menge Aufmerksamkeit für seine Unfälle. Aber er bekommt auch viel zu wenig Beachtung für seine großartigen Rennen – und davon gab es viele.
Pastor Maldonado ist der meist verspottete Fahrer im Formel 1 Tross. Es gibt unzählige Videos seiner Unfälle im Internet, zusammengestellt von sogenannten Fans. Maldonado lieferte ihnen auch genügend „Futter“. Er kam oft durch sein eigenes Verschulden nicht ins Ziel. Jedoch liegen die Fans falsch, wenn sie glauben, dass Maldonado ein schlechter Fahrer sei.
Großes Talent
Maldonado wurde geboren in Maracay, Venezuela. Seine ersten Erfahrungen im Formel Bereich machte er 2003 in der italienischen Formel Renault Meisterschaft mit Cram Competition, wo er sofort Eindruck machte. Bereits in seiner zweiten Saison dominierte er die Serie und krönte sich mit 8 Siegen aus 17 Rennen zum Champion.
Daraufhin nahm ihn Minardi als Testfahrer unter Vertrag. Gleichzeitig fuhr Pastor in der Renault World Series 3.5 um mehr Erfahrung zu sammeln. Nach der Rookie Saison, wo er sich an das neue Auto und die europäischen Strecken gewöhnen musste, kämpfte er im zweiten Jahr wieder um den Titel. Und Maldonado hätte den Titel auch gewonnen, wäre er nicht bei seinem Sieg in Misano nachträglich disqualifiziert worden. Das Auto entsprach nicht dem technischen Reglement, auch ein Protest seines Draco Racing Teams blieb erfolglos. „Was damals passiert ist, war unfair. Pastor war eindeutig der beste Fahrer in dieser Saison und hätte gewinnen müssen. Aber ich bin stolz, dass er es trotzdem in die Formel 1 geschafft hat.“, erinnert sich Draco Chef Simone Giglio.
Sein großes Talent stellte er abermals unter Beweis, als er von Trident Racing 2007 für die GP2 Serie verpflichtet wurde. Bereits in seinem fünften GP2 Rennen fuhr der Südamerikaner seinen ersten Sieg ein und zwar auf der anspruchsvollsten Strecke der Saison, in Monaco. Die letzten vier Rennen musste er wegen eines gebrochenen Schlüsselbeins auslassen. Im folgenden Jahr kehrte er mit Piquet Sports in die GP2 zurück. Er gewann in Spa und fuhr fünf weitere Podestplätze ein. Im Gesamtklassement belegte er Rang 5. Zwei Saisonen später hatte Pastor genügend Erfahrung gesammelt. Er holte sich den Titel mit sechs Siegen und war deutlich schneller als Sergio Perez und Jules Bianchi. „Die Zeiten als [Nico] Rosberg und [Lewis] Hamilton sofort GP2 Champions wurden sind vorbei. Um die Meisterschaft zu gewinnen, brauchst du in der Klasse mindestens drei bis vier Jahre Erfahrung. Pastor hat verdient gewonnen. Er ist sicherlich einer der talentiertesten Fahrer in der Formel 1“, sagte Rapax Teambesitzer Gianfranco Sovernigo.
Ohne Risiko, keine Punkte
2011 bekam er einen Stammplatz in der Formel 1 bei Williams neben Rubens Barrichello. Ein Jahr später folgte sein Karrierehöhepunkt beim Großen Preis von Spanien am Circuit de Catalunya. Pastor fuhr die Pole Position ein und gewann schlussendlich auch das Rennen. Allerdings wurden die großen Hoffnungen von Maldonado getrübt. Das Team von Sir Frank Williams hatte trotz den PDVSA Millionen von Maldonado mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Als sich 2013 das Williams Team im hinteren Mittelfeld wieder fand, entschied sich Pastor zum aufstrebenden Lotus Team zu wechseln.
Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Lotus ging einen aggressiven Weg bei der Entwicklung und der E22 entpuppte sich als Fehlgriff. Dieses Jahr kann man dank dem Umstieg auf Mercedes Motoren wieder weiter vorne mitfahren, für Pastor hat sich die Situation aber nicht wirklich verbessert: In Melbourne wurde er in Kurve 2 von Felipe Nasr getroffen und musste das Rennen vorzeitig beenden. Er hatte am Start bereits 3 Autos überholt und lag auf Platz 6. In Malaysia erlitt Maldonado einen Plattfuß, nachdem er von Valtteri Bottas getroffen wurde. In China wurde er von Jenson Button abgeräumt. In Bahrain gab es Bremsprobleme an seinem Lotus. Beim Spanien GP hat sein Teamkollege Romain Grosjean seinen Heckflügel beschädigt, was einen weiteren Ausfall für Maldonado zur Folge hatte. In Monaco traten abermals Bremsprobleme auf. Auf der anspruchsvollen Strecke konnte er sein bestes Qualifying Ergebnis mit Rang 8 einfahren.
Gerhard Berger erklärt die vielen Unfälle von Maldonado so: „Pastor ist sehr schnell und er hat das Talent um Rennen zu gewinnen. Aber mit den Autos, die ihm seit seinem F1 Einstieg zur Verfügung standen, war dies nicht möglich. Er muss dadurch ein höheres Risiko eingehen, um zu punkten. Und wenn du zu oft an das Limit gehst, crasht du auch öfters. Der Druck auf Pastor steigt mit jedem Crash und das macht ihm nur noch ungeduldiger.“
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