O’Ward schimpft gegen die FIA Superlizenz-Vergabe

IndyCar Star Pato O’Ward hat das aktuelle Superlizenz-System der Formel 1 aufs Heftigste kritisiert

Der Mexikaner, der in Abu Dhabi FP1 für McLaren bestreiten wird, hat derzeit (noch) keine Superlizenz, obwohl er in den letzten drei IndyCar-Meisterschaften Vierter, Dritter und Siebter wurde, in den vergangenen beiden Jahren jeweils vier Rennen gewann.

O‘Ward glaubt, dass 2021 IndyCar Champion Alex Palou und er – neben Colton Herta – die besten Beispiele dafür sind, wie willkürlich die Superlizenzpunkte vergeben werden.

Im Mai 2019 wurde O’Ward ins Red Bull Junior Team aufgenommen und ersetzte am Red Bull Ring den gesperrten F2 Piloten Mahaveer Raghunathan. Wenig später wurde er Nachfolger für den gefeuerten Dan Ticktum in der japanischen Super Formula.

Aufgrund der FIA-Entscheidung, weniger Superlizenzpunkte für O’Wards Indy Lights Titel zu vergeben, konnte er nicht die erforderlichen Punkte erreichen, um 2020 Formel-1-Rennen fahren zu können, und wurde daher von Red Bull nicht behalten. Helmut Marko erlaubte O’Ward aber aus der Super Formel zu McLaren in die IndyCar Serie zu wechseln.

„Ich denke, ich und viele andere in der IndyCar haben bewiesen, dass sie das Zeug haben, in der Formel 1 zu fahren und konkurrenzfähig wären. Aber leider wird extrem sehr unterschätzt. Wir müssen alle als Gemeinschaft zusammenarbeiten, um das zu beheben, denn dadurch wurden viele Möglichkeiten vertan, weil immer eine Superlizenz blockiert wurde,“ so O’Ward.

Der Arrow McLaren SP Star erinnert, dass „es riesige Talente wie Max Verstappen, Fernando Alonso oder Kimi Räikkönen bei den heutigen Regeln gar nicht in die Königsklasse geschafft hätten. Und alle holten später viele GP-Siege und Weltmeisterschaften.“

Die Macken des Systems wurden heuer besonders bei Linus Lundqvist offenkundig. Der Indy Lights-Champion, holte schon 2020 den Formula Regional Americas-Titel, und hatte sich mit diesen beiden Meisterschaften für eine Superlizenz qualifiziert, bevor er überhaupt in der IndyCar gefahren ist.

„Ich verstehe, dass die FIA eine Regel haben wollen, mit der man sich für die Formel 1 qualifiziert. Aber ich denke wirklich, dass es viele Top-Fahrer gibt, die die Chance haben sollten, aber keine Superlizenz bekommen. Wir alle wissen, wie schwer es ist, die IndyCar zu gewinnen. Das wird auch jeder ehemalige Formel 1 Fahrer bestätigen, der dann zu uns kam.“

Der „gewinnt den Eindruck“, dass „Fahrer mit ungewöhnlichen Lebensläufen“ in Sachen Superlizenz „dafür bestraft“ werden. „Nicht jede Karriere wird der ideal FIA-Weg sein, weil nicht jeder Abermillionen ausgeben kann, um in die Formel 1 zu kommen. Meine Karriere war, wie viele andere, eben verrückt: Japan, Mexiko, Prototypen, Amerika, Europa, eben super vielfältig. Oft kann man Meisterschaften nicht abschließen, weil einem das Geld ausgeht. Das ist einfach so.“

O’Ward denkt, dass „es eine Schande ist, weil es viele verlorene Talente da draußen gibt.“

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