Der Österreicher Karl Wendlinger stand Formel Austria Rede und Antwort. Er gibt Einblicke hinter die Kulissen der bereits sehr komplizierten Formel 1.
Formel Austria: Was halten Sie von den neuen zahlreichen Regeln in der Saison 2014?
Karl Wendlinger: Es gibt immer und überall Für und Wider. Die neuen Regeln brachten neue Autos hervor. Die Kosten sind enorm, die Budgets wurden teilweise verdoppelt um die technische Revolution in der Formel 1 durchzuführen. Für mich ist die Formel 1 momentan, Motorsport im Schongang weil die Teams die Technik noch nicht im Griff haben und die Fahrer zu viel auf den Benzinverbrauch achten.
FA: Ist die Formel 1 nicht bereits zu kompliziert und droht der Formel 1 somit ein Verlust an Attraktivität?
Karl Wendlinger: Für die Zuschauer ja, aber die Fahrer stellen sich da Jahr für Jahr neu ein und haben da nicht so große Probleme wie die Ingenieure. Diese Probleme zu lösen braucht immer ein wenig Zeit, aber in der Formel 1 gibt es nicht viel Zeit zwischen den Saisonen und genau deswegen wird sich das in den nächsten Rennen einpendeln und dann werden sie auch wieder attraktiver werden.
FA: Wäre es vielleicht nicht besser gewesen die neuen Regeln für die Autos über zwei oder drei Jahre einzuführen?
Karl Wendlinger: Das würde ich nicht für gut empfinden, weil ein neues Auto sowieso gebaut werden muss und bei neuen Autos in der Formel 1 gab es immer schon Schwierigkeiten. Für die Fans wäre es leichter die neunen und teilweise sehr komplizierten Regeln kennenzulernen.
FA: Was ist Ihre Meinung zu dem neuem Motorensound?
Karl Wendlinger: Die Fans werden sich an den Sound gewöhnen, genauso war es in der Vergangenheit auch mit den Turbomotoren. In den letzten Jahren waren die Motoren enorm laut, so konnte man den Start ohne Hörschutz fast nicht aushalten. Dieses Problem gibt es in diesem Jahr nicht. Vielleicht ein positiver Nebeneffekt der V6 Turbomotoren.
FA: Dann wurde für diese Saison die Benzinmenge auf 100 Liter pro Rennen herabgesetzt. Was halten Sie davon?
Karl Wendlinger: Das schlimme daran ist, dass kaum noch auf der Strecke „geract“ wird, sondern nur mehr auf das Benzinfenster geschaut wird. Die Fahrer hängen die meiste Zeit am Funk und holen sich die Informationen über den Benzinverbrauch, ob sie noch, im Fenster oder bereist außerhalb des Fensters sind. Diese Dinge sind definitiv eine Entwicklung in die falsche Richtung.
FA: Einer der Gründe für die Benzin Reduzierung war, dass die Formel 1 umweltfreundlicher werden soll, aber in wie fern lässt sich überhaupt die Formel 1 und Umwelt verbinden?
Karl Wendlinger: Die grüne Fahne kann sich die Formel 1 sicher nicht anheften, aber in einigen Abläufen im Hintergrund könnte man wesentlich mehr investieren und dadurch die Formel 1 umweltfreundlicher machen.
FA: „Stop and Go“ Strafe und zehn Plätze in der Startaufstellung zurück in Bahrain für Daniel Ricciardo. Wie sinnvoll sind diese doppelten Strafen für die Fahrer?
Karl Wendlinger: Die Strafe für Daniel Ricciardo war viel zu viel. Das Rennen war für ihn bereits in der Box gelaufen, er verlor dort enorm viel Zeit. Deswegen kann ich nicht verstehen, wieso die Stewards den Australier gleich für zwei Rennen bestrafen und ihm somit das Rennen in Bahrain im Vorhinein erschweren.
FA: Wäre es dann nicht gerechter das Team zu bestrafen und nicht den Fahrer?
Karl Wendlinger: Im Moment weiß ich dazu noch nichts Näheres. Mal sehen ob sich die Verantwortlichen was einfallen lassen.
FA: Was würden Sie in der Formel 1 sofort ändern, wenn Sie an der Stelle von Bernie Ecclestone wären?
Karl Wendlinger: Ich würde sofort eine Kostensenkung für die Teams vornehmen, so dass die Teams keine finanziellen Probleme mehr haben. Und dann würde ich noch mehr Überholmanöver ermöglichen.
FA: Wer sind Ihre Favoriten für die Saison 2014?
Karl Wendlinger: Im Moment ist es Lewis Hamilton, weil er im besten Auto sitzt und zwei Pole Positions einfahren konnte. Aber die Saison ist noch sehr lange, es stehen noch 17 Rennen aus und deswegen kann noch viel passieren.
FA: Was wird uns am Rennwochenende am Red Bull Ring in Spielberg erwarten?
Karl Wendlinger: Erstens, das ist super für den österreichischen Motorsport und für das Land Österreich. Und zweitens, die Teams werden zu diesem Zeitpunkt die Autos sehr gut im Griff haben und deswegen wird das sicherlich ein Spektakel werden.
FA: Was macht diese Strecke so besonders?
Karl Wendlinger: Die Streckenführung ist nicht die schwerste, aber die schnellste Linie auf der sehr kurzen Strecke zu finden, ist sehr schwer. Dazu kommt noch, dass der Asphalt wenig Grip besitzt und erst gegen Renn-Wochenende am besten sein wird.
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