So schön das Asphaltband im königlichen Park ist, so gefährlich ist es auch. Unter den vielen Piloten, die dort ihr Leben lassen mussten, sind auch zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Formel 1 Rennfahrer: Wolfgang Berghe von Trips und Jochen Rindt.
Der deutsche Renn-Graf
Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer war auf den jungen Deutschen aufmerksam geworden und engagierte von Trips 1955 für sein Mercedes-Sportwagen-Werksteam. Der Aufstieg in die Formel 1 war nur noch eine Frage der Zeit, doch Ende 1955 stieg Mercedes aus der Formel 1 aus. Aber Ferrari hatte auch sein Talent erkannt, verpflichtete ihn, doch im Training zum Grand Prix von Italien 1956 hatte er mit seinem Lancia-Ferrari D50 einen schweren Unfall und brach sich einen Arm. Dies war der erste von mehreren Unfällen, die ihm den Spitznamen „Count Crash“ einbrachten. 1957 gab er beim Grand Prix von Argentinien sein Formel-1-Debüt und holte bereits in seinem dritten Rennen, der Grand Prix in Monza, sein erstes Podium als Dritter. 1959 fuhr er in der Königsklasse für Porsche, ehe er 1960 wieder zu den Italienern zurückkehrte und WM 7. wurde. Nach den Regeländerungen von 1961 hatte Ferrari auf einmal das überlegene Fahrzeug und Berghe von Trips gewann seine ersten F1-Rennen.
Vor dem Großen Preis von Italien 1961 stand der damals 33-jährige Berghe von Trips vor dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen lag er in der seinerzeit noch wesentlich weniger Läufen zählenden WM in Führung. Rivale Phil Hill hätte den Lauf in Monza gewinnen müssen und der Deutsche punktelos bleiben, damit Hill noch vorbeiziehen konnte. Alles war also angerichtet für den Sohn des ältesten niederrheinischen Adelsgeschlechts, dessen Stammsitz Burg Hemmersbach unglaublicherweise bei Kerpen, Michael Schumachers Heimat, liegt. Doch in der zweiten Runde passierte es: Eingangs der Parabolica berührten sich die Räder des Trips-Ferrari mit denen des Lotus von Jim Clark. Der Ferrari wurde in die Luft geschleudert, Trips aus dem roten Geschoss hinauskatapultiert. Der Frauenschwarm brach sich auf dem Asphalt von Monza das Genick und sein Bolide mähte einen Sicherheitszaun nieder und riss zwölf Zuschauer in den Tod, 60 weitere wurden verletzt.
Teamkollege Hill gewann das Rennen und wurde Weltmeister mit 34 Punkten vor Berghe von Trips mit 33 Punkten.
Österreichs erster Champion
Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone ist kein Mann der großen Gefühle. Doch wenn Big Bernie einmal weint, dann muss etwas Schlimmes passiert sein. 1970 nahm Ecclestone in Monza seine Brille ab, trocknete mit dem Hemdsärmel seine Tränen, während er einen blutigen weißen Sturzhelm in einer schwarzen Ledertasche verstaute. Es war der Helm von seinem besten Freund, dem Österreicher Jochen Rindt.
Rindt wurde zwar im deutschen Mainz geboren, wuchs aber als Waise bei seinen Großeltern in Graz auf und startete als Sportler ausschließlich für Österreich. Seine Eltern starben 1943 bei einem alliierten Fliegerangriff auf Hamburg. Seine Karriere begann 1961 auf der Rennstrecke Innsbruck-Kranebitten mit einem privaten Simca Monthlery. Ford Österreich wurde auf ihn aufmerksam und setzte ihn 1964 in einen Formel-2-Brabham-Cosworth. Er wurde sofort Zweiter in Mallory Park und gewann das Rennen von Crystal Palace gegen den damaligen Weltmeister Graham Hill. Er stieg als neuer Teamkollege von Bruce McLaren bei Cooper in die Formel 1. In Österreich war Rindt bereits zu der Zeit ein Star, erst recht nach seinem LeMans Sieg 1965 im Ferrari 275LM zusammen mit Masten Gregory. Bruce McLaren verließ Cooper Ende des Jahres und Rindt wurde die Nummer Eins, bis John Surtees von Ferrari kam. Die Cooper-Maserati waren schwer, aber leistungsstark. Rindt wurde Zweiter in Belgien und den USA, Dritter in Deutschland, Vierter in Frankreich und Italien sowie Fünfter in Großbritannien.
1968 ging er zum neuen Formel-1-Rennstall von Jack Brabham, der in den beiden vorangegangenen Jahren jeweils das Weltmeister-Fahrzeug für sich und Denis Hulme gebaut hatte. Doch die Regeländerungen und der Einstieg des Ford-Cosworth-Motors kippten die Kräfteverhältnisse. Team Lotus Gründer und Konstrukteur Colin Chapman, dessen Team mit Graham Hill 1968 sowohl Fahrer- als auch Konstrukteurswertung gewonnen hatte, lotste den Österreicher zu sich. Die Saison 1969 verlief weniger erfolgreich, und war von einigen Unfällen geprägt. Rindt crashte in Barcelona schwer und zog sich eine Fraktur des Nasenbeins sowie eine Gehirnerschütterung zu. Er hatte danach länger mit Seh- und Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen. Am Saisonende holte Rindt in Watkins Glen seinen ersten Sieg in einem Formel-1-Weltmeisterschaftslauf, allerdings brach sich Teamkollege Graham Hill bei einem bösen Unfall beide Beine. Dadurch stieg Rindt für 1970 zur neuen Nummer Eins bei Lotus auf.
Der innovative Chapman hatte schon mit Allradantrieb und Gasturbinen experimentiert, und brachte mit dem keilförmigen Lotus 72 eine neue Generation von Formel 1 Wagen an den Start. Der Wagen war pfeilschnell, aber auch filigran. Beim Grand Prix der Niederlande errang Rindt den ersten Erfolg im Lotus 72 und siegte ebenfalls bei den französischen, britischen und deutschen Grands Prix. Auch in Monza war er der große Favorit. Doch als er beim Abschlusstraining in voller Geschwindigkeit Denis Hulme überholte, brach beim Anbremsen auf die Parabolica die rechte Bremswelle an seinem Boliden. Der Wagen prallte links in die Leitplanken, drehte sich einige Male und touchierte noch mehrmals die Begrenzung. Der Lotus war auseinandergebrochen und Rindts Beine ragten ins Freie. Rindt starb an einer zerrissenen Luftröhre und einem eingedrückten Brustkorb. Die tödlichen Verletzungen soll er sich vor allem deswegen zugezogen haben, weil er den neuen Sicherheitsgurt aus Angst vor einem Feuerunfall nicht korrekt angelegt hatte.
Durch seine fünf Siege hatte Rindt 45 Punkte gesammelt. Doch in den verbleibenden vier Rennen kann ihn Jacky Ickx nicht mehr abfangen und der Österreicher wird der bis heute einzige Weltmeister der Formel 1, dem der Titel posthum zugesprochen wird. Den Weltmeisterpokal nahm seine Witwe Nina entgegen.
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