Kommendes Wochenende heulen die Motoren wieder in Monza und alles jagt auf der Traditionsstrecke WM-Leader Lewis Hamilton
Seit der Auftaktsaison der Formel 1 1950 wird der Grand Prix von Italien jährlich in Monza ausgetragen. Einzige Ausnahme war 1980 als das Rennen aufgrund von Umbauarbeiten an der Strecke in Imola stattfand. Das Autodromo Nazionale im königlichen Park ist mit einem Vollgasanteil von 70% die schnellste Strecke am Kalender. 2004 stellte Antonio Pizzonia den bis heute ungebrochenen Geschwindigkeitsrekord von 369,9 km/h auf.
Etliche Tragödien
Die Strecke wurde seit 1922 häufig verändert, Schikanen umgebaut, größere Auslaufzonen errichtet und somit die Sicherheit erhöht. 1961 wurden auch die beiden bereits 1922 gebauten Steilkurven zuletzt verwendet. Besonders die Windschattenduelle auf den langen Geraden führten mitunter zu schweren Unfällen. 1922 starb deutsche Rennfahrer Fritz Kuhn durch ein gebrochenes Speichenrad. 1928 flog Emilio Materassi in eine Tribüne und riss 22 Zuschauer mit in den Tod.
1954 verlor der österreichische Motorrad-Weltmeister Rupert Hollaus sein Leben und ein Jahr später erwischte es Formel 1 Doppelweltmeister Alberto Ascari bei Testfahrten. 1961 starb Ferrari-Star und WM-Leader Wolfgang von Trips nach einer Kollision, wobei sein Wagen auch 15 Zuschauer tötete. 1970 erlag Jochen Rindt seinen schweren Verletzungen am Weg ins Krankenhaus und drei Jahre danach kamen Renzo Pasolini und Jarno Saarinen bei einem der schwersten Unfälle der Motorrad-WM-Geschichte ums Leben. In der Folgesaison kam der Schweizer Silvio Moser bei einem 1000-km Rennen um und 1978 erlag Ronnie Peterson nach seinem Feuerunfall einer Embolie. Beim F1 Grand Prix 2000 wurde Streckenposten Paolo Ghislimberti nach einer Massenkarambolage von einem Rad tödlich getroffen.
Große Triumphatoren
Rekordsieger ist Michael Schumacher, der fünf der 18 Ferrari-Erfolge einfahren konnte, wobei er seinen ersten im Jahr 1996 heute noch als einen seiner schönsten Siege bezeichnet. Dreimal gewannen Juan Manuel Fangio, Stirling Moss, Ronnie Peterson, Alain Prost, Nelson Piquet und Rubens Barrichello. „Schumi“ hat auch die längste Spanne zwischen seinen Siegen mit zehn Jahren, bei Prost waren es acht, bei Rubinho sieben. Niki Lauda siegte 1978 und 1984, Gerhard Berger 1988.
Einen rot-weiß-roten Sieg kann es heuer nur durch Lauda und Toto Wolff hinter der Boxenmauer geben, denn auch in Monza sind die Mercedes-Silberpfeile die großen Favoriten. Zu ihren härtesten Jägern zählen Ferrari, Williams und nach den tollen Leistungen auf der High-Speed-Strecke von Spa wohl auch Red Bull und Lotus. Sollte Lewis Hamilton seinen dritten Erfolg im Autodromo Nazionale einfahren können, würde dies wohl schon einer Vorentscheidung in der WM gleichkommen. Denn damit wäre der bislang sechsfache Saisonsieger nach dem letzten Europa-Rennen 2015 mindestens 35 Punkte vor Verfolger Nico Rosberg (sollte dieser in Italien Zweiter werden). Ganz anders die Situation von „Hausherr“ Sebastian Vettel, der unbedingt einen Sieg braucht, um in der WM tatsächlich noch ein Wörtchen mitreden zu können. An Unterstützung von den Rängen wird es für den Ferrari-Star nicht scheitern, denn rund 100.000 Karten sollen verkauft sein.
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