Mick Schumacher hat eine mehr als solide Rookie-Saison in der Formel 1 abgeliefert. Die Kollegen von Crash.net haben mit „Schumi Junior“ gesprochen und ihn nach seiner Bilanz gefragt
Mick, wie bist Du mit Deiner ersten F1-Saison und Deiner Leistung zufrieden?
Ich denke, wir können sagen, dass wir zufrieden sind. Wir haben ein paar Dinge erreicht, die wir wollten, wie z.B. einen Q2-Auftritt und eine Steigerung übers ganze Jahr. Ich habe das Gefühl, dass wir es geschafft haben, an diesen Punkt zu gelangen. Am wichtigsten ist aber, Punkte zu holen, und wir alle drängen darauf, das zu erreichen.
Wie schnell konntest Du Dich an das Leben in der F1 zu gewöhnen?
Ich würde sagen, es hat meine Erwartungen getroffen. Das fasziniert mich auch sehr, weil ich mich so wohl fühle und das war noch in keinem Nachwuchsbereich wirklich so.
Warum fühlt es sich wie zuhause?
Ich weiß es nicht. Vielleicht sind es die Menschen, vielleicht ist es das Team. Es kommt darauf an, mich in meiner Haut wohlzufühlen, mich in der Umgebung, in der ich mich befinde, wohlzufühlen, und auch auf der Strecke. Diese Dinge haben dafür gesorgt, dass ich mich in dieser Meisterschaft sehr zu Hause fühle.
Hat Dir das auch auf der Strecke geholfen?
Auf jeden Fall! In vielerlei Hinsicht wird es mir auch für meine Zukunft helfen.
Was ist das wichtigste, das Du gelernt hast?
Es ist immer dasselbe, es sind die Reifen. Alle reden über Reifen und das gilt auch für mich. Ich muss diesen Reifen verstehen, er ist anders als alles, was ich bisher gefahren bin. Ich habe das Gefühl, dass ich es zu 95% verstehe. Es gibt aber immer noch Situationen, die ganz anders sind als früher in der Formel 2 oder der Formel 3.
Wurde Deine Rivalität mit Nikita überzeichnet?
Ja. Teamkollegen sind auch Konkurrenten, bei allen Teams, nicht nur bei uns. Aber wahrscheinlich waren die Probleme bei uns öffentlich sichtbarer. Insgesamt arbeiten wir zusammen und versuchen, dasselbe Ziel anzustreben, das Team weiterzubringen und uns zu verbessern.
Günther Steiner ist schon ein außergewöhnlicher Typ. Wie ist er als Chef?
Normalerweise ist er sehr offen für Witze. Das ist eines der Dinge, an die ich mich wahrscheinlich gewöhnen musste, dass er so viel Spaß macht. Manchmal verstehe ich sie nicht und dann sagt er, das liege daran, das sich Deutscher bin. (lacht) Nein, es war großartig. Natürlich hatten wir unsere Meinungsverschiedenheiten, aber im Allgemeinen war es toll.
Hat es geholfen, in Deiner ersten Saison in der Formel 1 nicht im Rampenlicht zu stehen?
Ich würde sagen, nein. Ich würde lieber in die Punkte fahren und dafür kämpfen. Vielleicht ist es mehr Druck, vielleicht ist es schwieriger, aber ich würde es auf jeden Fall bevorzugen, manchmal ins kalte Wasser geworfen zu werden und zu versuchen, mich auf diese Weise zu beweisen. In der Position, in der wir uns gerade befinden, müssen wir leider auf anderem Wege ins Fernsehen kommen. Und das geht nur, wenn wir mit dem Auto eine Überraschung schaffen, oder leider manchmal wo reinkrachen.
Wie frustrierend war es, dass Du nicht wirklich zeigen konnten, was Du draufhast?
Wir haben das ziemlich früh akzeptiert und wussten, was von dem Auto erwartet werden durfte. Wir haben im Grunde alle in die gleiche Richtung gearbeitet, uns so gut wie möglich auf 2022 vorzubereiten, wo wir hoffentlich in einer Position sein werden, wo wir jedes Wochenende um Punkte kämpfen können.
Wie zuversichtlich bist Du, dass Ihr das erreichen könnt?
Von dem, was ich sehe und weil ich daran beteiligt bin, habe ich das Gefühl, dass wir in einer guten Position sind. Wie gut? Wir werden es erst beim ersten Rennen in Bahrain wissen, aber nächstes Jahr haben wir diese Einstellung, dass wir wissen, dass wir Updates haben werden, wir werden das Auto entwickeln und all die Dinge, die wir dieses Jahr nicht hatten, tun können. Wir wissen also, wenn es ein Problem gibt, können wir sie beheben.
Du hast mit Deiner Einstellung und Arbeitsmoral beeindruckt, bekannte Eigenschaften Deines Vaters. Hast Du das aus seiner Karriere gelernt?
Ich würde nicht sagen, dass ich das gelernt habe, es ist etwas, das einfach von Natur aus da war. Ich arbeite gerne im Team. Ohne diese Jungs könnte ich nicht Rennen fahren, Punkt.
Wie wichtig war es, einen mehrfachen Weltmeister wie Sebastian zu haben, der Dich früh in Deiner F1-Karriere unterstützt?
Es ist definitiv großartig. Aber besser ist noch, dass er nicht nur mein Mentor ist, sondern auch mein Freund. Das ist für mich viel wertvoller. Das ist für mich der wichtigere Teil.
Hat auch Lewis Hamilton Dir einen Rat gegeben?
Ja, auf jeden Fall. Er war immer sehr offen für Ratschläge, um mir in der Position zu helfen, in der ich mich befand. Außerdem hatte ich schon damals, als mein Vater nicht mehr bei Mercedes war, die Chance, zu einigen Rennen zu kommen und ihn dort zu treffen. Es ist schön zu wissen, dass er, wenn er Zeit hatte, mit mir über bestimmte Dinge sprechen konnte. Diese Gespräche sind offensichtlich privat. Einiges davon hat mit Rennsport zu tun, aber das meiste ist nur auf freundschaftlicher Basis.
War es surreal, am Grid mit Leuten wie Sebastian, Fernando (Alonso) und Kimi (Räikkönen) zu stehen, gegen die Dein Vater gefahren ist?
Ja, wenn man bedenkt, dass sie zwei Generationen lang Rennen gefahren sind, muss es auch für sie surreal sein. Es muss ihnen das Gefühl geben … (lacht)… als wären sie schon eine ganze Weile im Sport. Leider war es nicht so viel Kampf, wie ich es gerne hätte. Aber die meisten sind 2022 noch da und so kann ich hoffentlich wieder mit ihnen kämpfen.
Wie wertvoll war es, Erfahrungen in Rad-an-Rad-Kämpfen zu sammeln?
Jeder Kampf, den ich bekommen kann, ist definitiv immens nützlich und das war ziemlich schwierig, weil wir 2021 nicht viel davon mitbekommen haben.
Was würde es für Dich bedeuten, eines Tages für Ferrari zu fahren?
Es ist für jeden Piloten ein Traum, für Ferrari zu fahren. Aber natürlich sind meine Gedanken sehr beim Hier und Jetzt und dem Versuch, in der Position, in der ich mich bei Haas befinde, mein Bestes zu geben. Hoffentlich können wir mit einem besseren Auto das Maximum herausholen.
BREAKING NEWS: Williams in Barcelona nicht bei Tests!
Atlassian Williams F1 Team wird aufgrund unvorhergesehener Umstände nicht am Preseason Test in Barcelona teilnehmen!
Audi F1 Team launcht eigene Akademie
Das Audi Revolut F1 Team hat den Launch seines Fahrerentwicklungsprogramms bekanntgegeben.