Mercedes in einer eigenen Welt unterwegs

Lewis Hamilton_Nico Rosberg_Mercedes AMG petronas_Foto Mercedes AMGLewis Hamilton (Mercedes AMG Petronas) gewinnt den GP von Bahrain vor Teamkollegen Nico Rosberg und Sergio Perez (Force India).

Die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton erwischten – ohne Überraschung – einen Top-Start beim GP von Bahrain. Allerdings konnte Hamilton den Polesetter gleich mal überholen und Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) kam mit einem Lotus-Boliden in Kontakt, erlitt dabei einen Reifenschaden. Einen starken Start erwischte auch Felipe Massa (Williams), der sich von Platz acht auf Platz drei vorkämpfte. Hamilton machte wie zuletzt in Malaysia ordentlich Dampf.

Bei Runde vier waren es die Mercedes-Boliden, die als einzige 1:40er Zeiten fuhren. Die Konkurrenz war zu diesem Zeitpunkt mindestens eine Sekunde langsamer. Hinter Hamilton und Rosberg kämpften Massa und Sergio Perez (Force India) um Platz drei. Mercedes schien die Hausaufgabe gemacht zu haben – in Runde sechs waren die ersten Sieben allesamt mit Mercedes Motoren ausgestattet.

Der Alleingang

In Runde sieben lag Massa als Dritter bereits 6,1 Sekunden hinter dem führenden Hamilton. Es schien, als würde er in Bahrain ähnlich dominieren wie zuletzt in Malaysia. Am Ende des Feldes konnte Adrian Sutil (Sauber), der ob seiner Strafe vom letzten Platz wegfahren musste, kaum Boden gut machen. Er konnte lediglich Vergne, der mit dem Reifenschaden zurückfiel, hinter sich lassen. Er wechselte bereits in Runde acht von Medium- auf Option-Reifen.

Im vorderen Feld attackierte Jenson Button (McLaren) Veltteri Bottas (Williams). Der Brite konnte den Finnen überholen. Diese Attacke nutzte auch Nico Hülkenberg (Force India), um Bottas zu überholen. Der Finne meldete „untersteuern“, fuhr an die Box und ließ sich den Frontflügel nachjustieren. Daniel Ricciardo (Red Bull) arbeitete sich langsam von Platzb 13 vor, überholte Kevin Magnussen (McLaren), landete auf Platz zehn hinter Teamkollege Sebastian Vettel.

Aus für Sutil

In Runde 14 war der Arbeitstag für Sutil beendet. Nach einer Berührung mit Jules Bianchi (Marussia) brach die rechte vordere Radaufhängung. Damit setzte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Negativserie im Hause Sauber fort. Bianchis Auto erlitt einen Reifenschaden. In der Zwischenzeit meldete Vettel, dass sich sein DRS nicht öffnen würde. Der Deutsche stand unter Druck, zumal ihn Teamkollege Ricciardo ganz dicht im Nacken saß. Vettel bekam die Order, Ricciardo vorzulassen und folgte brav. Damit platzierte sich Ricciardo in Runde 15 auf Platz fünf – hinter Hamilton, Rosberg, Perez und Button.

Perez musste in Runde 17 in die Box, Button auf Platz drei. Der Brite verlor allerdings immer mehr an Tempo.

Tolles Mercedes-Duell

Und Mercedes? Hamilton und Rosberg fuhren wieder ein einsames Rennen. Abseits der Duelle hinten, attackierte Rosberg seinen Teamkollegen. Hamilton konnte allerdings Platz eins verteidigen. Wenige Augenblicke später lieferten sich die Beiden ein atemberaubendes Duell. Schön zu sehen, dass es hier keine Stallorder von Mercedes gab. Hamilton furh in die Box, holte sich weiche Reifen. Rosberg übernahm die Führung.

In Runde 21 lagen drei Teams auf den ersten sechs Plätzen: Rosberg, Hamilton (Mercedes), Bottas, Massa (Williams) sowie Hülkenberg und Perez (Force India).

In der 26. Runde fuhr Bottas zum zweiten Mal an die Box. Damit nahm er dem Duell mit seinem Teamkollegen Massa Wind aus den Segeln. Während Massa nun seinen Konkurrenten vor sich „verlor“, musste er gegen Hülkenberg verteidigen. Nutznießer dieses Kampfes war Perez, der sich Hülkenberg schnappte. Wenn schon vorne die „Mercedes-Alleinikovs“ ihre Runden zogen, so gab es hinter den Beiden durchaus spannende Duelle.

Perez gab nicht auf

Der Fight um die Plätze drei bis fünf wurde zum Krimi. Perez schnappte sich nicht nur Hülkenberg sondern wenig später auch Massa. Zwischenzeitlich rutschte Weltmeister Vettel auf Platz sechs vor. Allerdings nur deswegen, weil vor ihm Massa und Fernado Alonso (Ferrari) in die Box fuhren.

Runde 36: Marcus Ericsson (Caterham) musste seinen Wagen ausrollen lassen – Renen zu Ende.

Zwei Runden später fuhr Hülkenberg die schnellste Rennrunde. Nach vorne hin allerdings mit null Auswirkung – die Mercedes-Piloten fuhren in ihrer eigenen Welt – in Runde 40 mit 45 Sekunden (!!) Vorsprung auf den bis dahin drittplatzierten Bottas.

Voller Überschlag

Pastor Maldonado (Lotus) kam in der 40 Runde aus der Box und schoss Esteban Gutiérrez (Sauber) voll ab. Der Sauber überschlug sich mehrmals. Während für den zweiten Sauber nun beide Wagen verloren hatte, konnte Maldonado weiterfahren. Allerdings wurde die Safety Car Phase eingeläutet. Nebenbei stellte Magnussen seinen defekten McLaren ab. Gute Nachricht: Gutiérrez blieb unverletzt.

Die Safety Car Phase ging in Runde 48 zu Ende. Während die Mercedes-Piloten zur Vernunft aufgefordert wurden („Bringt die Autos heil heim“), attackierten sich Hamilton und Rosberg gleich wieder. Dahinter kam es zum stallinternen Duell zwischen Hülkenberg und Perez. Button wurde auf Platz neun nach hinten durchgereicht – in den Top 8 vier Teams: Mercedes, Force India, Red Bull und Williams.

Top Fights

Was nach der Safety Car Phase abging, war endlich Rennsport wie er sein sollte. Ricciardo setzte Vettel voll unter Druck, duellierte sich einige Kurven mit dem Deutschen, um ihn schlussendlich zu überholen. Vorne schenkten sich Rosberg und Hamilton überhaupt keinen Millimeter. Sie schienen den Funkspruch, ihre Autos sicher in die Heimat zu bringen, vergessen zu haben. Tolle Duelle in Silber gehalten. Allerdings konnte Rosberg seinen Teamkollegen nicht überholen.

Hinten wurde Ricciardo nicht satt. Das Australier bewies, dass er ein ernstzunehmender Gegner für Vettel ist. Ricciardo schnappte sich Hülkenberg und positionierte sich auf Platz vier. Damit war der Fisch geputzt. Hamilton gewann den GP von Bahrain vor Rosberg und Perez (Force India).

Button wurde vollends durchgereicht. Ausgrechnet in seinem 250. Grand Prix schied er aus. Schade.

GP von Bahrain – Das Ergebnis

1. Lewis Hamilton (Mercedes AMG Petronas)

2. Nico Rosberg (Mercedes AMG Petronas)

3. Sergio Perez (Force India)

4. Daniel Ricciardo (Infiniti Red Bull Racing)

5. Nico Hülkenberg (Force India)

6. Sebastian Vettel (Infiniti Red Bull Racing)

7. Felipe Massa (Williams Martini Racing)

8. Valtteri Bottas (Williams Martini Racing)

9. Fernando Alonso (Scuderia Ferrari)

10. Kimi Räikkönen (Scuderia Ferrari)

11. Daniil Kwjat (Toro Rosso)

12. Romain Grosjean (Lotus)

13. Max Chilton (Marussia)

14. Pastor Maldonado (Lotus)

15. Kamui Kobayashi (Caterham)

16. Jule Bianchi (Marussia)

Ausgeschieden: Jenson Button (McLaren), Kevin Magnussen (McLaren), Esteban Gutiérrez (Sauber), Marcus Ericsson (Caterham), Jean-Eric Vergne (Toro Rosso), Adrian Sutil (Sauber)

 

 

 

 

 

Posted in ,

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abgeben zu können.