Lauda entging nur knapp dem Tod

Die Ärzte, die die Lungentransplantation von Niki Lauda durchgeführt haben, erklärten, dass seine Lebenserwartung ohne Operation nur mehr Tage betragen hätte

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda erholt sich aktuell nach seiner Operation im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Insgesamt sieben Spezialisten gaben nun detaillierte Informationen zu den Umständen, die zu seiner Notoperation geführt haben, bekannt.

Marco Idzko, Leiter der pulmologischen Abteilung des Krankenhauses, sagte: „Herr Lauda litt an einer so genannten hämorrhagischen Alveolitis. Das ist eine Entzündung der Lungenbläschen, die von Blutungen in das Lungengewebe und die Atemwege begleitet wurde.“ Nach seiner Erkrankung erhielt Lauda eine immunsuppressive Therapie, die zu einer “signifikanten Verbesserung der Atmungssituation” führte.

Böse Komplikationen

Jedoch trat eine akute Lungenkrankheit beim 69-Jährigen ein, wodurch Immunzellen im Blut sein Lungengewebe angriffen. „Das kann bis zur Zerstörung und Verlust des funktionellen Lungengewebes, wodurch der Patient nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen kann. Hier ist die Mortalitätsrate sehr hoch“ Daher wurde Lauda auf der Intensivstation künstlich beatmet.

„Leider sind die Werte nach 10 Tagen auf der Intensivstation, aufgrund einer kritischen Sauerstoffversorgung kritisch angestiegen und wir mussten einen mechanischen Lungenersatz, eine ECMO – eine extrakorporale Membranoxygenierung – durchführen“, ergänzt Kardiologe Gottfried Heinz.

An diesem Punkt hatte Lauda nur mehr eine Lebenserwartung von nur wenigen Tagen, weswegen er weit oben für eine Lungentransplantation gelistet wurde. „Die mittlere Wartezeit liegt hier bei fünf Tagen“, erläuterte Thoraxchirurg Konrad Hotzenecker, der die Transplantation zusammen mit Walter Klepetko und seinem Team durchführte.

Lauda wurde mit einer neuen Spenderlunge ausgestattet, die von seinem Körper gut aufgenommen wurde. “Die Lunge hat eine hervorragende Primärfunktion, so dass wir die Kreislaufunterstützung entfernen konnten”, so Hotzenecker.

Volle Genesung

Der Mercedes Motorsport Boss wurde nach bereits 24 Stunden extubiert und begann wieder eigenständig zu atmen. “Das ist extrem wichtig für uns und für den gesamten Heilungsprozess. Alles ist vollständig in Ordnung. Es ist eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung.“

Lauda wird das Krankenhaus in rund drei Wochen verlassen können. Er erhält ein intensives physiotherapeutisches und respiratorisches Programm und zahlreiche Medikamente. „Unsere Überlebensraten sind mehr als 90 Prozent nach einem Jahr, und rund 75 Prozent nach fünf Jahren“, sagte Thoraxchirurg Peter Jaksch.

Klepetko bestätigte Lauda wird wieder voll arbeitsfähig sein. „Zukünftige Aktivitäten sollten sich nicht wesentlich von früheren Aktivitäten unterscheiden – wenn alles gut geht. Wir erwarten, dass er in ein Leben zurückkehren kann, das für ihn normal ist.“